Herbert Marcuse

Nachgelassene Schriften / Philosophie und Psychoanalyse



Auflage
1. Aufl.
Einband
Hardcover
Umfang
233 Seiten
Erschienen
01. Jun 2002
Status
lieferbar
Format
14,50 x 21,50 cm
Sprache
Deutsch
Verlag
zu Klampen Verlag
ISBN-13
9783924245856
ISBN-10
3924245851

Die Psychoanalyse galt Linken lange Zeit als ein Gedankengebäude, das theoretisch dem Biologismus huldigt und damit den Einfluß der Gesellschaft auf die Psyche der Menschen unterschätzt und sich praktisch ausschließlich um die seelischen Wehwehchen der Begüterten kümmert – kurzum, als bürgerliche Ideologie. Mit diesem Märchen gebrochen und die unschätzbare Bedeutung Freuds für die Gesellschaftsanalyse herausgearbeitet zu haben, ist eine der bedeutendsten Leistungen der kritischen Theorie der Frankfurter Schule. Herbert Marcuse war, neben Erich Fromm, der wichtigste Fürsprecher einer fruchtbaren Verbindung von Marx und Freud. Während sich Fromm aber nach dem zweiten Weltkrieg der Ich-Psychologie zuwandte, blieb Marcuse zeitlebens den materialistischen Grundannahmen der Psychoanalyse treu. Nicht die Konflikte der verschiedenen Ich-Instanzen galten Marcuse als Ursachen psychischer Störungen, sondern der Konflikt zwischen Trieb- und Gesellschaftsstruktur. Sollten die dünne »Rindenschicht der Vernunft« und der unendliche Ozean des Unbewußten jemals ohne destruktive Störungen koexistieren, so nur, wenn der Gängelung, Züchtigung und Unterdrückung der natürlichen Impulse der Menschen durch den gesellschaftlichen Konformitätszwang Einhalt geboten würde. In Philosophie und Psychoanalyse sind die auf deutsch bisher unzugänglichen Texte aus dem Nachlaß Marcuses gesammelt, in denen eine philosophische Freud-Interpretation, psychologische Fragen der Gesellschaftsanalyse und triebtheoretische Probleme der Gesellschaftsveränderung behandelt werden.

Autor(en): Herbert Marcuse. Herausgegeben von Peter-Erwin Jansen. Einleitung von Alfred Schmidt. Übersetzt von Cornelia Lösch.


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