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Außergewöhnliche Menschen und ihr Kampf mit dem Verstand

»Der Schizophrene von Format prüft nach dem Schub das Resultat.« Lene Voigt In früheren Jahrhunderten wurden Menschen schnell weggesperrt, wenn sie Anzeichen von Psychosen,Wahnvorstellungen oder bloß seltsamem Verhalten zeigten, und manchmal sogar nur, weil sie unangepasst waren. Man ging nicht zimperlich mit psychisch Kranken oder wunderlichen Menschen um, selbst wenn sie bekannt und beliebt oder gar Landesherren waren. Konnte sich ein Tyrann wie Nero noch lange Zeit seinem narzisstischen Größenwahn hingeben, bevor er zum Selbstmord gezwungen wurde, musste die manisch-depressive kastilische Thronerbin Johanna I. jahrelange Gefangenschaft erdulden. Clemens Ottawa zeichnet Charakterbilder von Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Jahrhunderten, aus Adel und Politik, Kunst, Literatur, Philosophie, Musik und Film. Er prüft die ihnen nachgesagten psychischen Störungen und Eigenheiten und zeichnet ihre Entwicklungen nach. Viele von ihnen – König George III. von England, Nietzsche, Van Gogh – sind heute noch berühmt, andere wie Carl Sandhaas, Lene Voigt oder Helene von Druskowitz in Vergessenheit geraten. So entsteht das Bild einer faszinierenden Vielfalt von Charakteren, in deren Schaffen sich Devianz und außerordentliches Talent oftmals gegenseitig bedingten und beförderten.

19,99 €
Für die Freiheit der theologischen Wissenschaft

Die theologischen Fakultäten Deutschlands sind ein Kuriosum, das aus der mittelalterlichen Universität zufällig übriggeblieben ist. Ihre Existenz gründet auf Verträgen zwischen Staat und Kirche. Was soll aber in der Zukunft mit ihnen geschehen, wenn sie sich gegen die Forderung reiner Wissenschaft streng an das Bekenntnis der Kirche binden, deren ideologische Grundlage längst brüchig geworden ist? Hier ist eine gründliche Abhilfe vonnöten. Lüdemann plädiert für eine sofortige Auflösung der herkömmlichen theologischen Fakultäten und für deren Ersetzung durch einen Fachbereich, an dem die christlichen Konfessionen und andere Religionen unabhängig von jeder Bevormundung erforscht werden können. Im ersten Teil dieses Buches begründet Lüdemann die Forderung nach einer Abschaffung der konfessionellen, den christlichen Kirchen dienenden Fakultäten an den deutschen Universitäten und enfaltet Struktur, Aufbau und Funktion neuer theologischer Fachbereiche, die sich – bekenntnisneutral und allein der Wissenschaft verpflichtet – dem Studium aller Religionen widmen. Dieser Vorschlag beruht zum einen auf der faktisch bereits praktizierten religionswissenschaftlichen Arbeitsweise an den existierenden Fakultäten und zum anderen auf der notwendigen Entflechtung von Kirche und Staat auf den deutschen Universitäten. Diese sollten nicht länger als Tummelplätze konkurrierender Offenbarungsansprüche und Erkenntnisprivilegien mißbraucht werden, sondern auch in der Theologie Orte wissenschaftlicher Forschung sein, die dem Ideal der Objektivität verpflichtet sind. Im zweiten Teil nimmt Lüdemann das Aufkommen der historisch-kritischen Betrachtungsweise in den Blick, deren Weiterführung in der Religionsgeschichtlichen Schule paradigmatische Bedeutung für das Studium von Religionen haben kann. Ein biographisch orientierter Kommentar zum Niedergang von Kirche und akademischer Theologie in Deutschland in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg schließt sich an. Dies mündet in die Forderung, nicht zu resignieren, sondern den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit in der neueren Theologie beim Worte zu nehmen und durchgreifende Reformen einzuleiten. Denn nur auf diesem Weg kann auch im dritten Jahrtausend die Erforschung der christlichen und anderer Religionen an der deutschen Universität fest verankert bleiben.

4,99 €
Und was Jesus wirklich sagte und tat

Mit dem Buch „Der große Betrug“ verabschiedet sich der evangelische Theologe Gerd Lüdemann endgültig vom Christentum. In einem an Jesus gerichteten Brief begründet er diesen Schritt: „Das Allermeiste, was Du der Bibel zufolge gesagt bzw. getan hast, hast Du gar nicht getan.“ In allgemeinverständlicher Weise stellt Lüdemann unechte Jesusworte und -taten vor und vergleicht sie mit den zwar wenigen, aber dafür um so eindrucksvolleren echten Worten und Taten Jesu. Was auf dieseWeise von Jesus und seiner Lehre übrigbleibt, reicht freilich nicht länger aus, um damit ein Christentum zu begründen. Deutlich wird, daß Christen sich Jesus zu allen Zeiten so zurechtgemacht haben, wie es ihren Wünschen und Interessen entsprach. Dieses bestürzende Urteil trifft nicht erst auf die Interpreten Jesu in der neuesten Zeit zu, sondern bereits auf die Verfasser der biblischen Schriften. Person und Verkündigung Jesu haben zwar die tiefe Sympathie des Autors, doch kann ihnen nicht mehr die einzigartige Bedeutung zukommen, die sie dem kirchlichen Dogma zufolge nach wie vor besitzen. Lüdemann macht deutlich, daß die drei wesentlichen Fundamente des Christentums nicht länger aufrechtzuerhalten sind: der Gedanke der Schöpfung aus dem Nichts, der Glaube an eine Auferstehung sowie die Begründung einer Ethik auf der Grundlage der Verkündigung Jesu. Präzise wird gezeigt, daß die historische Person Jesus über weite Strekken des Neuen Testaments bis zur Unkenntlichkeit entstellt wurde. Nur an wenigen Stellen läßt sich noch ein schattenhafter Umriß seiner Person erahnen. Lüdemanns Ziel ist es, in verständlicher Sprache über den eigentlichen Ursprung der abendländischen Kultur aufzuklären. Der Autor: Gerd Lüdemann, Jahrgang 1946, ist Professor für Neues Testament an der Universität Göttingen. Er ist Leiter der Abteilung „Frühchristliche Studien“ am Institut für Spezialforschungen sowie des Archivs „Religionsgeschichtliche Schule“ an der Theologischen Fakultät Göttingen.

12,99 €

Die früheste Zeit der christlichen Kirche läge im Dunkel der Geschichte – gäbe es da nicht die kanonische Apostelgeschichte des Lukas. Sie gilt als die einzige Quelle über die Frühzeit der Kirche und hat schon deshalb eine ungeheure Wirkung entfaltet. Nicht zuletzt sind ihre Daten zu Jesu Auferstehung und Himmelfahrt sowie zur Ausgießung des heiligen Geistes an Pfingsten Grundlage unseres Kalenders geworden. Doch Lukas gilt nicht nur als einzige Quelle, sein Bild von der idealen apostolischen Gemeinde in Jerusalem wird auch vielfach als geschichtlich zuverlässig ausgegeben, und das bis heute. Gerd Lüdemann zeigt, dass beides nicht stimmt. Erst unterzieht er die lukanische Darstellung einer scharfen Kritik und entlarvt sie als freie Erfindung des Autors. Anschließend rekonstruiert er die ersten drei Jahre des Christentums auf der Grundlage der zweiten Quelle zur Frühzeit der Kirche, der Paulusbriefe, neu. Als Resultat vermag Lüdemann zu zeigen, dass es am Anfang der Kirche zeitgleich eine christliche Gemeinde in Damaskus und eine in Jerusalem gab, deren Glaube und Praxis sich stark voneinander unterschieden. „Akribisch hat der Neutestamentler und Historiker Gerd Lüdemann versucht, die ersten drei Jahre nach Jesu Tod bis etwa zur Bekehrung des Paulus zu erhellen.“Norbert Copray in: Publik-Forum Nr. 8, April 2013

11,99 €

In seinem neuen Buch ebnet Gerd Lüdemann einen Weg zum historischen Paulus durch das Gestrüpp gefälschter Paulusbriefe und kirchlich-dogmatischer Auslegungstraditionen hindurch. In thematischen Blöcken und unter ständiger Berücksichtigung der vorhandenen Quellen versucht er zu rekonstruieren, was Paulus wirklich dachte, wollte und tat. Nicht Jesus, sondern Paulus ist die entscheidende Gestalt des frühen Christentums. Gerd Lüdemann vermag aufzuzeigen, daß erst Paulus die Bildung einer christlichen Kirche möglich gemacht hat. Was aber ist mit seinem Wahrheitsanspruch? Lüdemann zeigt, daß Paulus aus drei Gründen dem eigenen Anspruch nicht gerecht werden kann. Erstens hat er die griechische Aufklärung verteufelt, weil er ihr nicht gewachsen war, und Vernunft durch blinden Glauben ersetzt. Zweitens hätte Paulus unwillentlich den Untergang des Judentums heraufbeschworen, wenn die jüdischen Zeitgenossen auf ihn gehört hätten. Drittens leitet sich der Autoritätsanspruch des Paulus von der Vision eines Menschen her, den er persönlich nicht gekannt hat. Auch hier ist er einer Selbsttäuschung erlegen.

15,99 €
Die dunkle Seite der Bibel

Die Bibel gilt als Gottes Wort, als ‚gute Nachricht von Gottes Barmherzigkeit‘. Wie aber steht es mit denjenigen Partien der Bibel, die Gottes Barmherzigkeit gerade nicht ausrichten, sondern seinen Befehl enthalten, ganze Völker – wie das der Kanaanäer im Alten Testament – auszurotten? Was soll man zum Antijudaismus im Neuen Testament, was zu solchen Stellen der Bibel sagen, die Andersgläubige verteufeln? Diesen Fragen, dieser dunklen Seite der Bibel, geht Gerd Lüdemann rücksichtslos und ehrlich auf den Grund.

11,99 €
Versuch der Aufklärung

In Altes Testament und christliche Kirche wendet Gerd Lüdemann die historisch-kritische Bibelforschung radikal auf das Alte Testament an. Er hat damit ein Standardwerk über diesen Grundtext unserer Zivilisation geschaffen. Zunächst untersucht Lüdemann den Gebrauch des Alten Testaments im Neuen Testament, der die Kirchengeschichte bis zur Aufklärung geprägt hat. Dann prüft er den historischen Wert des Alten Testaments, um schließlich dessen theologischnormativen Gebrauch in der Kirche und der akademischen Theologie der Gegenwart zu beschreiben. Lüdemanns historisch-kritische Untersuchung bringt ans Licht, daß kein Buch Mose von Mose stammt, kein Psalm Davids von David, die allerwenigsten Prophetenworte von den Propheten, daß es einen Exodus Israels aus Ägypten nicht gegeben hat. Diese Ergebnisse erschüttern die Grundfesten der durch Schrift und Bekenntnis definierten christlichen Kirchen, die sich auf ihren einmaligen historischen Ursprung berufen.

15,99 €
Über Joseph Ratzingers kühnen Umgang mit den Quellen

Papst Benedikt XVI., Joseph Ratzinger, wird als ‚Der Intellektuelle auf dem Heiligen Stuhl‘ verehrt, weil er Glauben und Vernunft nicht als Gegensätze sieht. Wie aber steht es um den Vernunftgebrauch des Heiligen Vaters? Im Frühjahr 2007 veröffentlichte er ein Jesusbuch, das den Jesus der Evangelien als den wirklichen, historischen Jesus darstellt. Er hält die Evangelisten für zuverlässige Zeugen und verwirft den allgemeinen kritischen Konsens, daß zahlreiche Jesusworte und -taten erst später erfunden wurden und daß wir demgemäß nur wenig Sicheres über Jesus wissen. Gerd Lüdemann – selbst Verfasser einer umfassenden Untersuchung aller erhaltenen Jesustraditionen aus den ersten beiden Jahrhunderten – überprüft die Ausführungen Joseph Ratzingers in einer auch für Nicht-Theologen verständlichen Weise. Seine Untersuchungen zum Jesusbild von Joseph Ratzinger erweisen, daß der Papst in seinen Auslegungen biblischer Texte die Vernunft vor den Karren des Glaubens spannt. Auch der Intellektuelle Benedikt XVI., so Lüdemanns Resultat, muß historisch gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse um der Rettung des kirchlichen Dogmas willen verbiegen.

7,99 €
Erläutert an ausgewählten Schriften des Neuen Testaments

Die christlichen Kirchen denken sich in ihre heiligen Texte meist genau das hinein, was ihnen gerade zeitgemäß erscheint. Seit Toleranz zu einem der höchsten Werte westlicher Gesellschaften erkoren wurde, wird sie auch im Namen der Bibel gepredigt. Gerd Lüdemann kämpft seit langem gegen diese Art exegetischer Willkür. In seinem neuen Buch über Die Intoleranz des Evangeliums zeigt er, wie krass die Text- und Glaubensfundamente der christlichen Kirchen in Sachen Toleranz dem heutigen kirchlichen Selbstverständnis widersprechen. Vor dem historischen und biblischen Hintergrund kann Lüdemann die Praxis der heutigen Volkskirchen kritisieren, einerseits ihre geistlichen Amtspersonen auf religiöse Intoleranz, nämlich Bibel und Bekenntnis, zu verpflichten, und andererseits den Anspruch zu erheben, an einem toleranten Gemeinwesen mitzuarbeiten. INHALT: Vorwort I. Hinführung, Vorgehen, Absicht II. Toleranz im alttestamentlich-jüdischen Bereich und in der griechisch-römischen Welt zur Zeit der Entstehung der Schriften des Neuen Testaments III. Zweiter Thessalonicherbrief IV. Zweiter und Dritter Johannesbrief V. Erster und zweiter Timotheusbrief, Titusbrief VI. Judasbrief und zweiter Petrusbrief VII. Toleranz, Evangelium, Kirche

15,99 €
Die dunkle Seite des Urchristentums

Das frühe Christentum zeichne sich durch große Harmonie aus und Ketzer seien erst viel später aufgetreten: so die weitverbreitete Meinung in Kirche und Wissenschaft. Eine unhaltbare Sicht und nichts weniger als Wunschdenken damaliger Ketzerbestreiter wie vieler heutiger Theologen. Unter Verwendung aller verfügbarer Quellen zeigt Gerd Lüdemann, dass häufig nicht die Rechtgläubigkeit der Ketzerei, sondern die Ketzerei der Orthodoxie vorausging. Machtfragen standen meist im Mittelpunkt des Interesses, und keine Seite schreckte vor Gewalt oder Fälschungen zurück.

19,99 €