Eine Seefahrt, die ist lustig – ein Lied, das schon um 1900 gesungen wurde und heute noch Kreuzfahrtbegeisterte begleiten könnte. Für frühere Schiffsreisende jedoch sah die Realität meist anders aus: Der Abschied vom Lande war ein Wagnis auf Leben und Tod. Enge Unterbringung, unberechenbare Flauten und widriges Wetter ließen Ankünfte unsicher werden, Leib und Leben waren stets bedroht, wie eine Seemannsweisheit bezeugt: »Das Schiff, das dem Steuer nicht gehorcht, wird den Klippen gehorchen müssen.« Johann-Günther König zeigt anhand packender Schilderungen von der Antike bis ins 21. Jahrhundert, wie sich das Reisen auf dem Meer im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat.
Eine Seefahrt, die ist lustig – ein Lied, das schon um 1900 gesungen wurde und heute noch Kreuzfahrtbegeisterte begleiten könnte. Für frühere Schiffsreisende jedoch sah die Realität meist anders aus: Der Abschied vom Lande war ein Wagnis auf Leben und Tod. Enge Unterbringung, unberechenbare Flauten und widriges Wetter ließen Ankünfte unsicher werden, Leib und Leben waren stets bedroht, wie eine Seemannsweisheit bezeugt: »Das Schiff, das dem Steuer nicht gehorcht, wird den Klippen gehorchen müssen.« Johann-Günther König zeigt anhand packender Schilderungen von der Antike bis ins 21. Jahrhundert, wie sich das Reisen auf dem Meer im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat.
Das deutsche Abitur war jahrzehntelang ein Qualitätssiegel. Bildung »made in Germany« genoss hohes Ansehen in der Welt und versprach mit dem Abitur als ihrem schulischen Höhepunkt freien Hochschulzugang und gesellschaftlichen Aufstieg. Wird das Versprechen heute noch eingehalten? Das Bild, das die Schulen und die von ihnen vergebenen Abschlüsse bieten, gibt eine eindeutige Antwort: Kaum jemand kann noch darüber hinwegsehen, dass das Leistungsniveau in deutschen Schulen nicht nur in alarmierendem Maße sinkt, sondern im Vergleich der Bundesländer auch noch eklatante Unterschiede aufweist. Obwohl das bildungspolitische Chaos und die skandalöse Ungerechtigkeit im deutschen Bildungssystem offensichtlich sind, herrscht über die entscheidende Ursache für den Niedergang weitgehend Unklarheit. Katja Koch und Mathias Brodkorb zeigen, dass der mit guten Gründen vor siebzig Jahren eingeführte Bildungsföderalismus inzwischen absurde Blüten treibt: Während einige Bundesländer hohe Anforderungen stellen, machen es andere ihren Abiturienten leicht. So hängt das Abiturergebnis heute eher von der Gnade der Geburt als von der schulischen Leistung ab. Leidtragende sind nicht nur Schüler und ihre Eltern.
Adornos Aufführungstheorie, die im Nachlassband »Zu einer Theorie der musikalischen Reproduktion« zusammengefasst ist, blieb fragmentarisch. Elvira Seiwert verfolgt sie in ihren Hauptzügen, setzt sie in Beziehung vor allem zu Benjamin und seiner Findung der »dialektischen Bilder«, nicht zuletzt auch zum Spontaneitätsgedanken Ulrich Sonnemanns. Der Dirigent Michael Gielen schreibt: »Was bei Adorno angedeutet wurde, ist hier breit ausgeführt und mit Beispielen und Analysen belegt, für die die langjährige Rundfunkarbeit der Autorin das phantasievolle Gerüst liefert. Die Arbeit von Elvira Seiwert sollte obligatorische Lektüre all der meist ahnungslosen Musikbeflissenen sein.«
Kritische Theorie hat zu Freud ein ambivalentes Verhältnis. Sie will die Psychoanalyse für die Gesellschaftstheorie fruchtbar machen, kritisiert aber zugleich Freuds Überzeugungen zum ewigen Wesen des Menschen, seinen weltanschaulichen Psychologismus und seine Apologie sozialer Herrschaft. Bloch und Fromm, Horkheimer, Adorno und Marcuse haben ihre Freud-Kritik unterschiedlich akzentuiert. In jedem Fall, so zeigt die vorliegende Untersuchung, ist Klarheit über die ideologischen Schwächen der Freud’schen Theorie Bedingung für ihre Fruchtbarmachung im Kontext kritischer Sozialphilosophie.
Nietzsche ist die fleischgewordene Revolte gegen die Abstraktion. Er revoltierte dagegen geistig, indem er die triebhaften Eingeweide des Intellekts offenlegte; literarisch, indem er die ganze Umständlichkeit argumentativer Beweisführung fahren ließ zugunsten eines impulsiven, illustrativen, bildgesättigten Gedankenausbruchs, der der Philosophensprache eine nie gekannte Anschaulichkeit und Leichtfüssigkeit gab. Nicht zuletzt revoltierte er auch physisch gegen die Abstraktion, indem er am Professorenamt erkrankte – gewissermaßen an der akademischen Welt seiner Zeit, die ihrerseits bloß die intellektuelle Firnisschicht auf der sogenannten industriellen Kultur darstellt.
Scham gehört zum Menschen wie die Geschlechtlichkeit und das Bewusstsein – davon erzählt schon die Geschichte vom Sündenfall. Kaum eine Empfindung besitzt mehr Macht im Alltag und kaum eine ist heutzutage tabuisierter als sie. Obwohl sie scheinbar zuerst auf das Sexuelle zielt, trifft sie uns ganz, Körper und Seele zugleich. Beschämung wird als Machtinstrument gnadenlos instrumentalisiert. Doch als Mechanismus, der die empfindlichsten Anteile der Persönlichkeit schützt, ist das Schamgefühl nicht nur ein moralischer Kompass, sondern auch eine Schildwache der Integrität – obgleich sein Stern im heutigen Selbstdarstellungsrummel zu sinken scheint. Andrea Köhlers Essay geht den ambivalenten Spuren, welche die Scham im Alltag, in der Politik, der Kindererziehung, der Literatur, der Kunst und in den sozialen Medien hinterlässt, nach und zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie prägend die Macht dieses vermeintlich altmodischen Affekts für unser persönliches und gesellschaftliches Leben bleibt.
Kritische Theorie der Gesellschaft ist herrschaftskritische Philosophie in praktischer Absicht. Sie integriert Erkenntnisse aus den Einzelwissenschaften, um die Erscheinungsformen des sozialen Ganzen auf den Begriff zu bringen. Dabei führt sie Analyse und Kritik der Praxisformen und der Rationalitätstypen der kapitalistischen Gesellschaft zusammen. Deren Antagonismen sollen dialektisch begriffen und die Frage nach potenziellen Subjekten ihrer emanzipatorischen Veränderung gestellt werden. Gerhard Schweppenhäuser gibt präzise und anschaulich einen Überblick über die verschiedenen Paradigmen Kritischer Theorie und über den Stand der Forschung. Darüber hinaus liefert er einen Beitrag zur Interpretation und Weiterführung zentraler Aspekte. In der Anwendung auf ausgewählte philosophische Themenschwerpunkte wird die Aktualität Kritischer Theorie unterstrichen.
Kritische Theorie der Gesellschaft ist herrschaftskritische Philosophie in praktischer Absicht. Sie integriert Erkenntnisse aus den Einzelwissenschaften, um die Erscheinungsformen des sozialen Ganzen auf den Begriff zu bringen. Dabei führt sie Analyse und Kritik der Praxisformen und der Rationalitätstypen der kapitalistischen Gesellschaft zusammen. Deren Antagonismen sollen dialektisch begriffen und die Frage nach potenziellen Subjekten ihrer emanzipatorischen Veränderung gestellt werden. Gerhard Schweppenhäuser gibt präzise und anschaulich einen Überblick über die verschiedenen Paradigmen Kritischer Theorie und über den Stand der Forschung. Darüber hinaus liefert er einen Beitrag zur Interpretation und Weiterführung zentraler Aspekte. In der Anwendung auf ausgewählte philosophische Themenschwerpunkte wird die Aktualität Kritischer Theorie unterstrichen.
Mit der Studienreihe »Berlin-Monitor« werden seit 2019 Berlinerinnen und Berliner zu ihren politischen Einstellungen, Möglichkeiten der Partizipation, aber auch zu Diskriminierungserfahrungen befragt. Mit dem Berlin-Monitor 2025 liegt die mittlerweile vierte repräsentative Befragung in der Berliner Bevölkerung vor, die zwischen dem 25. Juni und dem 1. August 2025 durchgeführt wurde. Die Datenerhebung umfasste Fragen zu demokratischen und antidemokratischen Einstellungen, Vorurteilen gegenüber verschiedenen Bevölkerungsgruppen sowie soziodemografischen Merkmalen (u. a. Geschlecht, Alter, Bildung, Einkommen, Religiosität, Migrationshintergrund). Einen Schwerpunkt legt der diesjährige Berlin-Monitor auf antisemitische und antiziganistische Einstellungen .
Mit der Studienreihe »Berlin-Monitor« werden seit 2019 Berlinerinnen und Berliner zu ihren politischen Einstellungen, Möglichkeiten der Partizipation, aber auch zu Diskriminierungserfahrungen befragt. Mit dem Berlin-Monitor 2025 liegt die mittlerweile vierte repräsentative Befragung in der Berliner Bevölkerung vor, die zwischen dem 25. Juni und dem 1. August 2025 durchgeführt wurde. Die Datenerhebung umfasste Fragen zu demokratischen und antidemokratischen Einstellungen, Vorurteilen gegenüber verschiedenen Bevölkerungsgruppen sowie soziodemografischen Merkmalen (u. a. Geschlecht, Alter, Bildung, Einkommen, Religiosität, Migrationshintergrund). Einen Schwerpunkt legt der diesjährige Berlin-Monitor auf antisemitische und antiziganistische Einstellungen .
Dass die liberalen Demokratien der westlichen Welt zunehmend unter Druck geraten, ist zu Recht häufig konstatiert worden. Neben der wachsenden Macht autoritärer Staaten werden hierzulande vor allem populistische Bewegungen dafür verantwortlich gemacht. Für Ferdinand Knauß greift diese Erklärung zu kurz. Er verfolgt den Beginn des Niedergangs mehr als fünf Jahrzehnte zurück: zum Konflikt zwischen der Kriegsgeneration und ihren Kindern, den ›Achtundsechzigern‹. Denn die akademischen Tonangeber der Nachkriegsgeneration forderten nicht nur die Aufarbeitung historischer Schuld, sondern propagierten den Aufstand gegen das westliche Gesellschaftsmodell. Obwohl dieser zunächst sein Ziel nicht erreichte, gelangten die erklärten Gegner des Westens mit dem »Marsch durch die Institutionen« an die Schaltstellen der Macht und beanspruchen seither die Deutungshoheit: Liberale Demokratie soll nicht mehr als Regelwerk einer pluralistischen Gesellschaft dienen, sondern als moralische Blaupause zur Durchsetzung universeller Ziele – ein Anspruch, der zunehmend an der Realität zu scheitern droht.
Dass die liberalen Demokratien der westlichen Welt zunehmend unter Druck geraten, ist zu Recht häufig konstatiert worden. Neben der wachsenden Macht autoritärer Staaten werden hierzulande vor allem populistische Bewegungen dafür verantwortlich gemacht. Für Ferdinand Knauß greift diese Erklärung zu kurz. Er verfolgt den Beginn des Niedergangs mehr als fünf Jahrzehnte zurück: zum Konflikt zwischen der Kriegsgeneration und ihren Kindern, den ›Achtundsechzigern‹. Denn die akademischen Tonangeber der Nachkriegsgeneration forderten nicht nur die Aufarbeitung historischer Schuld, sondern propagierten den Aufstand gegen das westliche Gesellschaftsmodell. Obwohl dieser zunächst sein Ziel nicht erreichte, gelangten die erklärten Gegner des Westens mit dem »Marsch durch die Institutionen« an die Schaltstellen der Macht und beanspruchen seither die Deutungshoheit: Liberale Demokratie soll nicht mehr als Regelwerk einer pluralistischen Gesellschaft dienen, sondern als moralische Blaupause zur Durchsetzung universeller Ziele – ein Anspruch, der zunehmend an der Realität zu scheitern droht.
Heiterkeit, Esprit und scharfe Kritik, Seelenkunde und Mitgefühl kennzeichnen das geistige 18. Jahrhundert. Die Beiträge des Bandes widmen sich diesem Zeitraum und seinem Nachwirken; Musik, Literatur, Kunst, Geschichte und Denken haben ihre Auftritte. Sein Titel geht auf Wolf von Niebelschütz‘ 1949 erschienenen Roman »Der Blaue Kammerherr« zurück, der das gesellschaftliche und kulturelle Niveau jener aufgeklärten Modellepoche formulierte.
Heiterkeit, Esprit und scharfe Kritik, Seelenkunde und Mitgefühl kennzeichnen das geistige 18. Jahrhundert. Die Beiträge des Bandes widmen sich diesem Zeitraum und seinem Nachwirken; Musik, Literatur, Kunst, Geschichte und Denken haben ihre Auftritte. Sein Titel geht auf Wolf von Niebelschütz‘ 1949 erschienenen Roman »Der Blaue Kammerherr« zurück, der das gesellschaftliche und kulturelle Niveau jener aufgeklärten Modellepoche formulierte.
Mit der Vorlesung zum Wissenschaftsbegriff des Deutschen Idealismus startet die Edition einer Reihe von Vorlesungen Peter Bulthaups. Die vorliegende Vorlesung galt ihm als seine Einführung in die Philosophie. Für Bulthaups Philosophie war es zentral, den Wissenschaftsbegriff des Deutschen Idealismus zu erläutern. Bulthaup wandte sich damit gegen die an Philosophie-Instituten gängige Praxis, mit einführenden Vorlesungen zur »Wissenschaftstheorie« oder mit Überblicksvorlesungen zur Geschichte der Philosophie zu beginnen. Eine textnahe Darlegung dessen, womit Hegel in der Vorrede zur Phänomenologie des Geistes sein Philosophieren eröffnete, sollte für die Studierenden aufschließen, wie anzufangen sei. Bulthaup verstand seine Vorlesungen stets als Fortführung der kritischen Theorie. Nach Adornos Tod und der Integration der Erben Adornos in den Mainstream beharrte er darauf, durch Reflexion der philosophischen Grundlagen der kritischen Theorie deren Gesellschaftstheorie freizusetzen.
Unter dem Titel Technikfolgenabschätzung wird gegenwärtig eine Diskussion geführt, in der die Folgen der industriellen Entwicklung als Kriterien erscheinen, nach denen diese Entwicklung zu steuern sei. Der Autor zeigt, dass moralisches, d. h. vernünftig bestimmtes Handeln und ökologischer Schutz von Ressourcen und Lebensbedingungen nicht mit den Erfordernissen erfolgreichen Wirtschaftens zusammengehen können. Der Begriff naturwissenschaftlicher Bildung lässt sich nicht auf den der wissenschaftlichen Qualifizierung von ansonsten für ökonomische Zwecke disponiblen Arbeitskräften reduzieren. Arbeitsteilung, Kooperation und Akkumulation des Wissens in den Naturwissenschaften sind Prozesse, deren Untersuchung nicht in deren Einzeldisziplinen fällt, sondern in die Gesellschaftswissenschaft. Eine Ethikdiskussion, die sich von der Kenntnisnahme der Resultate der Naturwissenschaften ebenso dispensiert wie von gesellschaftstheoretischen Überlegungen, ist gegenstandslos. »Das Anliegen dieses jetzt wiederaufgelegten Essays ist höchst aktuell: die notwendige Allianz zwischen Geistes- und Naturwissenschaften.« (Neue Zürcher Zeitung)
Mit der Vorlesung zum Wissenschaftsbegriff des Deutschen Idealismus startet die Edition einer Reihe von Vorlesungen Peter Bulthaups. Die vorliegende Vorlesung galt ihm als seine Einführung in die Philosophie. Für Bulthaups Philosophie war es zentral, den Wissenschaftsbegriff des Deutschen Idealismus zu erläutern. Bulthaup wandte sich damit gegen die an Philosophie-Instituten gängige Praxis, mit einführenden Vorlesungen zur »Wissenschaftstheorie« oder mit Überblicksvorlesungen zur Geschichte der Philosophie zu beginnen. Eine textnahe Darlegung dessen, womit Hegel in der Vorrede zur Phänomenologie des Geistes sein Philosophieren eröffnete, sollte für die Studierenden aufschließen, wie anzufangen sei. Bulthaup verstand seine Vorlesungen stets als Fortführung der kritischen Theorie. Nach Adornos Tod und der Integration der Erben Adornos in den Mainstream beharrte er darauf, durch Reflexion der philosophischen Grundlagen der kritischen Theorie deren Gesellschaftstheorie freizusetzen.
Die »Zeitschrift für kritische Theorie« bietet ein interdisziplinäres Forum für aktuelle gesellschaftstheoretische Debatten im Geiste der Frankfurter Schule. Mit Beiträgen zur materialistischen Gesellschaftskritik, politischen Philosophie und Kulturtheorie richtet sie sich an alle, die sich mit den Grundlagen und Weiterentwicklungen kritischer Theorie auseinandersetzen. Methodologische Vielfalt und theoretische Tiefe machen die ZkT zu einer unverzichtbaren Lektüre für Soziolog:innen, Philosoph:innen und politisch Interessierte.
Unter dem Titel Technikfolgenabschätzung wird gegenwärtig eine Diskussion geführt, in der die Folgen der industriellen Entwicklung als Kriterien erscheinen, nach denen diese Entwicklung zu steuern sei. Der Autor zeigt, dass moralisches, d. h. vernünftig bestimmtes Handeln und ökologischer Schutz von Ressourcen und Lebensbedingungen nicht mit den Erfordernissen erfolgreichen Wirtschaftens zusammengehen können. Der Begriff naturwissenschaftlicher Bildung lässt sich nicht auf den der wissenschaftlichen Qualifizierung von ansonsten für ökonomische Zwecke disponiblen Arbeitskräften reduzieren. Arbeitsteilung, Kooperation und Akkumulation des Wissens in den Naturwissenschaften sind Prozesse, deren Untersuchung nicht in deren Einzeldisziplinen fällt, sondern in die Gesellschaftswissenschaft. Eine Ethikdiskussion, die sich von der Kenntnisnahme der Resultate der Naturwissenschaften ebenso dispensiert wie von gesellschaftstheoretischen Überlegungen, ist gegenstandslos. »Das Anliegen dieses jetzt wiederaufgelegten Essays ist höchst aktuell: die notwendige Allianz zwischen Geistes- und Naturwissenschaften.« (Neue Zürcher Zeitung)
Aus dem Inhalt Erste Abteilung: Originales Prosa – Doktor Lassings Gedanke – Glückskran – Träume auf Ödholm – Die Dickichte und die Zeichen – Kalter Krieg oder Die Freiheit – Fabulatorisches und Närrische Narrationen Gedichte – Ballade von der Wasserleiche – Erinnerung – Begrüßungsworte zu einem Pinscherball – Fünf Stationen am Autorenweg – Bilder aus der deutschen Vergangenheit – Kinderreime – Letztendlicher Limerick – Herrn Mao Tse Tung, Peking – Raptus Responsum Rhapsodici (an Elazar Benyoëtz) – Limerickscha fünfräderig (für Heinrich Maria Ledig-Rowohlt) – Reisebericht (für Heinrich Böll) Aphorismen – Grenzübertritte – Geschichten in einem Satz – Epische Epigramme – Zettelwirtschaft – Gangarten einer nervösen Natter bei Neumond Briefe – … an Katharina Focke, Axel Matthes, Willy Brandt und König Ödipus – Anhang: Der Hirnschrittmacher Zweite Abteilung: Übersetztes … – James Joyce, Zwei Absätze aus »Finnegans Wake« – Ogden Nash, Ausgewählte Gedichte – Lewis Carroll, »Die Jagd auf den Schnurch« – Hermann Melville, »Die Spießerbank« – William Shakespeare, Sonett LXVI – Barbara Garson, »MacBird« – Anhang: Neal Ascherson, Kiesinger
Aus dem Inhalt Erste Abteilung: Originales Prosa – Doktor Lassings Gedanke – Glückskran – Träume auf Ödholm – Die Dickichte und die Zeichen – Kalter Krieg oder Die Freiheit – Fabulatorisches und Närrische Narrationen Gedichte – Ballade von der Wasserleiche – Erinnerung – Begrüßungsworte zu einem Pinscherball – Fünf Stationen am Autorenweg – Bilder aus der deutschen Vergangenheit – Kinderreime – Letztendlicher Limerick – Herrn Mao Tse Tung, Peking – Raptus Responsum Rhapsodici (an Elazar Benyoëtz) – Limerickscha fünfräderig (für Heinrich Maria Ledig-Rowohlt) – Reisebericht (für Heinrich Böll) Aphorismen – Grenzübertritte – Geschichten in einem Satz – Epische Epigramme – Zettelwirtschaft – Gangarten einer nervösen Natter bei Neumond Briefe – … an Katharina Focke, Axel Matthes, Willy Brandt und König Ödipus – Anhang: Der Hirnschrittmacher Zweite Abteilung: Übersetztes … – James Joyce, Zwei Absätze aus »Finnegans Wake« – Ogden Nash, Ausgewählte Gedichte – Lewis Carroll, »Die Jagd auf den Schnurch« – Hermann Melville, »Die Spießerbank« – William Shakespeare, Sonett LXVI – Barbara Garson, »MacBird« – Anhang: Neal Ascherson, Kiesinger
Vampire gehören längst zum Stammpersonal populärkultureller Gruselgeschichten. Doch die Vorstellung von Untoten, die Menschen das Blut aussaugen, ist älter als die moderne Kulturindustrie. Wann also kam der Vampir zur Welt? Bereits in den alteuropäischen Mythen gibt es Berichte über körperliche Wesen, die ihre Gräber verlassen und Unheil stiften. Doch mit Ausnahme der griechischen Lamia fehlt jenen Kreaturen die eine entscheidende Eigenschaft: der Durst nach Blut. Erst im 12. und 13. Jahrhundert beginnen sich die Vorstellungen des Wiedergängers zunehmend in eine bestimmte Richtung zu entwickeln: Da liest man von Toten, die aus ihrem Grab auferstehen, Blut saugen und Krankheiten übertragen. Ist dieser wandelnde Verdammte das kulturgeschichtliche Missing Link zwischen den rachsüchtigen Untoten der alteuropäischen Mythologien und dem balkanischen Vampir der Neuzeit? Moderne Publikumsmagnete wie die »Twilight«-Saga und »Nosferatu« zeugen von der ungebrochenen Popularität jener Schreckensgestalten mit Blutdurst. Simeon Elias Hüttel hat sich auf die Spur des Vampirglaubens gesetzt und dabei überraschendes neues Material zutage gefördert.
»Wie weit ist es noch bis zum Neuen Rathaus?« »In diese Richtung? Etwa 40.000 Kilometer.« Ein todkranker Kunsthändler spielt lieber stundenlang mit dem Taxifahrer in einer Kneipe Schach, als sich ins einsame Hotelzimmer bringen zu lassen. Eine Notärztin erträgt ihren Beruf nur noch mit Galgenhumor. Ein dreizehnjähriges Mädchen hält vier Polizisten gleichzeitig in Atem. Und eine attraktive Blondine küsst den Chauffeur während der Fahrt unvermittelt auf den Mund. Thorsten Amrhein hat über 27 Jahre Erfahrung als Taxifahrer. Die Fahrgäste wechseln – die menschliche Natur bleibt gleich. Die Gäste, die in seinem Wagen Platz nehmen, wollen zwar von A nach B gelangen, aber meist suchen sie noch etwas anderes: Rat in schwierigen Lebenslagen, kurzweiliges Vergnügen oder vielleicht das große Glück? Jede Schicht steckt voller Unvorhersehbarkeiten. Mal liefern die Gäste ein Comedyprogramm, mal fliegen die Fäuste auf der Rückbank. Der Taxifahrer muss auf alles gefasst sein – er ist Zuhörer, Krisenberater oder stiller Beobachter von Dramen, die das Leben selbst schreibt.
Die »Zeitschrift für kritische Theorie« bietet ein interdisziplinäres Forum für aktuelle gesellschaftstheoretische Debatten im Geiste der Frankfurter Schule. Mit Beiträgen zur materialistischen Gesellschaftskritik, politischen Philosophie und Kulturtheorie richtet sie sich an alle, die sich mit den Grundlagen und Weiterentwicklungen kritischer Theorie auseinandersetzen. Methodologische Vielfalt und theoretische Tiefe machen die ZkT zu einer unverzichtbaren Lektüre für Soziolog:innen, Philosoph:innen und politisch Interessierte.
»Wie weit ist es noch bis zum Neuen Rathaus?« »In diese Richtung? Etwa 40.000 Kilometer.« Ein todkranker Kunsthändler spielt lieber stundenlang mit dem Taxifahrer in einer Kneipe Schach, als sich ins einsame Hotelzimmer bringen zu lassen. Eine Notärztin erträgt ihren Beruf nur noch mit Galgenhumor. Ein dreizehnjähriges Mädchen hält vier Polizisten gleichzeitig in Atem. Und eine attraktive Blondine küsst den Chauffeur während der Fahrt unvermittelt auf den Mund. Thorsten Amrhein hat über 27 Jahre Erfahrung als Taxifahrer. Die Fahrgäste wechseln – die menschliche Natur bleibt gleich. Die Gäste, die in seinem Wagen Platz nehmen, wollen zwar von A nach B gelangen, aber meist suchen sie noch etwas anderes: Rat in schwierigen Lebenslagen, kurzweiliges Vergnügen oder vielleicht das große Glück? Jede Schicht steckt voller Unvorhersehbarkeiten. Mal liefern die Gäste ein Comedyprogramm, mal fliegen die Fäuste auf der Rückbank. Der Taxifahrer muss auf alles gefasst sein – er ist Zuhörer, Krisenberater oder stiller Beobachter von Dramen, die das Leben selbst schreibt.
Vampire gehören längst zum Stammpersonal populärkultureller Gruselgeschichten. Doch die Vorstellung von Untoten, die Menschen das Blut aussaugen, ist älter als die moderne Kulturindustrie. Wann also kam der Vampir zur Welt? Bereits in den alteuropäischen Mythen gibt es Berichte über körperliche Wesen, die ihre Gräber verlassen und Unheil stiften. Doch mit Ausnahme der griechischen Lamia fehlt jenen Kreaturen die eine entscheidende Eigenschaft: der Durst nach Blut. Erst im 12. und 13. Jahrhundert beginnen sich die Vorstellungen des Wiedergängers zunehmend in eine bestimmte Richtung zu entwickeln: Da liest man von Toten, die aus ihrem Grab auferstehen, Blut saugen und Krankheiten übertragen. Ist dieser wandelnde Verdammte das kulturgeschichtliche Missing Link zwischen den rachsüchtigen Untoten der alteuropäischen Mythologien und dem balkanischen Vampir der Neuzeit? Moderne Publikumsmagnete wie die »Twilight«-Saga und »Nosferatu« zeugen von der ungebrochenen Popularität jener Schreckensgestalten mit Blutdurst. Simeon Elias Hüttel hat sich auf die Spur des Vampirglaubens gesetzt und dabei überraschendes neues Material zutage gefördert.
Nach dem Ende der Sowjetunion galt die Unterscheidung »rechter« und »linker« politischer Strömungen als veraltet. In einer globalisierten Welt sollten politische Entscheidungen nicht mehr durch ideologische Kategorien bestimmt, sondern fortan sachgerecht getroffen werden. Spätestens nach den Terroranschlägen von 2001 erwies sich die Vorstellung vom Ende der Geschichte als Illusion. Seitdem kehrt das binäre politische Ordnungsmuster mit Macht zurück, allerdings neu akzentuiert. Kaum ein Mensch will und darf in Deutschland mehr rechts sein. Die Zuschreibung »links« ist hingegen weniger stark negativ belastet. Wie variabel die Positionierung zwischen den beiden Polen allerdings sein kann, zeigt sich mit Blick auf Selbstverständnis und Außenwahrnehmung der Nationalsozialisten und auf die Richtungskämpfe im Kommunismus. Peter Hoeres belegt eindrucksvoll, dass die Renaissance des binären politischen Ordnungsschemas auf Konstanten beruht, die sich durch die gesamte menschliche Geschichte ziehen. »Rechts« war, im Gegensatz zu heute, historisch überwiegend positiv, »links« überwiegend negativ besetzt. Eine politische Umwertung erfolgte erst im Zuge der Französischen Revolution. Mit der zunehmenden normativen Zuspitzung droht das binäre Schema inzwischen zur Gefahr für den Rechtsstaat und das friedliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft zu werden.
Nach dem Ende der Sowjetunion galt die Unterscheidung »rechter« und »linker« politischer Strömungen als veraltet. In einer globalisierten Welt sollten politische Entscheidungen nicht mehr durch ideologische Kategorien bestimmt, sondern fortan sachgerecht getroffen werden. Spätestens nach den Terroranschlägen von 2001 erwies sich die Vorstellung vom Ende der Geschichte als Illusion. Seitdem kehrt das binäre politische Ordnungsmuster mit Macht zurück, allerdings neu akzentuiert. Kaum ein Mensch will und darf in Deutschland mehr rechts sein. Die Zuschreibung »links« ist hingegen weniger stark negativ belastet. Wie variabel die Positionierung zwischen den beiden Polen allerdings sein kann, zeigt sich mit Blick auf Selbstverständnis und Außenwahrnehmung der Nationalsozialisten und auf die Richtungskämpfe im Kommunismus. Peter Hoeres belegt eindrucksvoll, dass die Renaissance des binären politischen Ordnungsschemas auf Konstanten beruht, die sich durch die gesamte menschliche Geschichte ziehen. »Rechts« war, im Gegensatz zu heute, historisch überwiegend positiv, »links« überwiegend negativ besetzt. Eine politische Umwertung erfolgte erst im Zuge der Französischen Revolution. Mit der zunehmenden normativen Zuspitzung droht das binäre Schema inzwischen zur Gefahr für den Rechtsstaat und das friedliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft zu werden.
Heute erleben wir weltweit nicht nur einen massiven Rechtsruck, auch in linken und queerfeministischen Zusammenhängen lässt sich ein Rollback erkennen. Ein alter Klassenkampf-Marxismus wird wiederbelebt, manche entdecken gar den Marxismus-Leninismus neu. Dabei drohen Themen wie Sexismus, Rassismus, Antisemitismus sowie Homo- und Transphobie, wieder zu »Nebenwidersprüchen« zu verkommen. Dieses Buch, das Aufsätze der letzten dreißig Jahre versammelt, setzt diesen Tendenzen die Wert-Abspaltungs-Kritik entgegen, die aus einer Verbindung von Wertkritik und Kritischer Theorie hervorgegangen ist. Sie zielt darauf ab, soziale Ungleichheit, »Rasse«, Geschlecht, Antisemitismus, Antiziganismus, Trans- und Homophobie sowohl in ihrer Eigenlogik als auch ihrem inneren Zusammenhang mit dem gesellschaftlichen Ganzen zu begreifen.
Damit Sie unsere Website optimal nutzen können, setzen wir Technologien wie Cookies ein. Diese ermöglichen es uns, Geräteinformationen zu speichern und zu verarbeiten – etwa zur Analyse des Surfverhaltens oder zur Nutzung eindeutiger IDs. Wenn Sie nicht zustimmen oder Ihre Einwilligung später widerrufen, kann dies die Funktionalität der Seite einschränken.