Pedanten sind lästig. Ständig erheben sie ungefragt Einspruch und blockieren jede neue Idee. Kein kühnes Projekt bleibt von ihrer Krittelei verschont. Als notorische Besserwisser nötigen sie damit jeden Gesprächspartner zu größter Selbstbeherrschung. Markus Krajewski schlägt einen historischen Bogen von Montaignes wenig schmeichelhaftem Blick auf die Figur des Schulmeisters bis in unsere Gegenwart. Aber sind Pedanten tatsächlich nur sture Eigenbrötler, die sich fortschreitender Erkenntnis verweigern, oder haben sie in der innovationsversessenen Moderne nicht auch eine wichtige kritische Funktion? In diesem Essay lotet der Autor sowohl die erkenntnisstiftende als auch die erkenntnishemmende Wirkung der Pedanterie aus. Anhand von drei Fallstudien aus der Wissensgeschichte gelingt es ihm, Pedanten in ihrer Streitlust und selbstgewissen Querulanz zugleich als Meister übergroßer Genauigkeit herauszuarbeiten. Denn den Praktiken, die Pedanten zur Durchsetzung ihrer Argumente bevorzugt nutzen – etwa das Sammeln, Vergleichen oder Korrigieren –, kommt eine unverzichtbare regulatorische Wirkung im Prozess der Erneuerung zu.
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