Vampire gehören längst zum Stammpersonal populärkultureller Gruselgeschichten. Doch die Vorstellung von Untoten, die Menschen das Blut aussaugen, ist älter als die moderne Kulturindustrie. Wann also kam der Vampir zur Welt? Bereits in den alteuropäischen Mythen gibt es Berichte über körperliche Wesen, die ihre Gräber verlassen und Unheil stiften. Doch mit Ausnahme der griechischen Lamia fehlt jenen Kreaturen die eine entscheidende Eigenschaft: der Durst nach Blut. Erst im 12. und 13. Jahrhundert beginnen sich die Vorstellungen des Wiedergängers zunehmend in eine bestimmte Richtung zu entwickeln: Da liest man von Toten, die aus ihrem Grab auferstehen, Blut saugen und Krankheiten übertragen. Ist dieser wandelnde Verdammte das kulturgeschichtliche Missing Link zwischen den rachsüchtigen Untoten der alteuropäischen Mythologien und dem balkanischen Vampir der Neuzeit? Moderne Publikumsmagnete wie die »Twilight«-Saga und »Nosferatu« zeugen von der ungebrochenen Popularität jener Schreckensgestalten mit Blutdurst. Simeon Elias Hüttel hat sich auf die Spur des Vampirglaubens gesetzt und dabei überraschendes neues Material zutage gefördert.
Die »Zeitschrift für kritische Theorie« bietet ein interdisziplinäres Forum für aktuelle gesellschaftstheoretische Debatten im Geiste der Frankfurter Schule. Mit Beiträgen zur materialistischen Gesellschaftskritik, politischen Philosophie und Kulturtheorie richtet sie sich an alle, die sich mit den Grundlagen und Weiterentwicklungen kritischer Theorie auseinandersetzen. Methodologische Vielfalt und theoretische Tiefe machen die ZkT zu einer unverzichtbaren Lektüre für Soziolog:innen, Philosoph:innen und politisch Interessierte.
Gut fünfzig Jahre nach der ersten Auflage von Peter Bulthaups Buch Zur gesellschaftlichen Funktion der Naturwissenschaften erscheint im schnelllebigen Wissenschaftsbetrieb eine Erinnerung an den Autor als sinnvoll. Peter Bulthaup, geboren 1934, studierte Physikalische Chemie und Philosophie, promovierte in Frankfurt am Main und setzte seine philosophischen Studien bei Adorno und Horkheimer fort. Aus dieser Verbindung entwickelte er eine eigenständige Position zur gesellschaftlichen Funktion der Wissenschaften. Bulthaup teilte die Kritik Horkheimers und Adornos an einem positivistisch überformten wissenschaftlichen Denken, ging aber über diese Kritik hinaus mit der Einsicht, dass nicht die logische oder theoretische Form des wissenschaftlichen Denkens das Hauptproblem sei, sondern die historisch bestimmte gesellschaftliche Funktion der Wissenschaften und Techniken. In der bürgerlichen Gesellschaft werden die Naturwissenschaften dem partikularen Interesse an der Kapitalverwertung untergeordnet. Bulthaup erkennt die Tradition der philosophischen Erkenntnistheorie und Ethik sowie die Gesellschaftstheorie der Marxschen Kapitalismuskritik als wesentliche Momente für das Verstehen von Naturwissenschaft. Vor diesem Hintergrund bieten die hier neu aufgelegten Aufsätze von Peter Bulthaup wesentliche begriffliche und argumentative Grundlagen für ein wissenschaftlich gebildetes Bewußtsein, das seiner gesellschaftlichen Funktionalisierung nicht verfällt, weil es sie kritisch begreifen und gegen die eigene moralisch begründete gesellschaftliche Verantwortung abgrenzen kann.
Jürgen Theobaldys neue Gedichte bleiben dem »Feuerrad des Sommers« nah. Sein poetischer Blick auf die Tiere überrascht durch eine Leichtigkeit und Gedankenfreude, die an den 1990 erschienenen Band »In den Aufwind« erinnert. Wer diese Gedichte liest, wird gut nachvollziehen können, was der Autor, der das Gespräch über Lyrik maßgeblich beeinflußte, über seine Arbeit sagt: »Irgendwann weißt du, daß du Gedichte schreibst, weil du nie genau wissen wirst, was ein Gedicht ist. Und so erfährst du es.« Dieser Einzelband ist Teil der von der Stiftung Niedersachsen geförderten Lyrik Edition.
Vor 60 Jahren begann der Bau der U-Bahn in Hannover – ein Jahrhundertprojekt und die größte Baustelle, die Hannover je erlebt hat. Bereits zehn Jahre nach Baubeginn rollte der erste Zug durch den Untergrund der Landeshauptstadt. »Als Hannover Fahrt aufnahm« blickt zurück auf das bahnbrechende Vorhaben, welches das Gesicht der Stadt für immer veränderte. Die Autoren schildern nicht nur die Komplexität der Aufgabe, sondern auch die zahlreichen Herausforderungen bei der Durchführung, und erklären, wie aus der U-Bahn die heutige Stadtbahn wurde. Anekdoten von Zeitzeugen machen jene Phase der Stadtgeschichte lebendig und erzählen etwa, wie ein gigantisches Loch zu einer jahrelangen Besucherattraktion wurde und warum sogar Hannovers König zeitweise seinen angestammten Platz räumen musste. Eine Chronik der langen Geschichte des Nahverkehrs in der Landeshauptstadt – und ein Ausblick auf die Zukunft der Stadtbahn.
»Wie weit ist es noch bis zum Neuen Rathaus?« »In diese Richtung? Etwa 40.000 Kilometer.« Ein todkranker Kunsthändler spielt lieber stundenlang mit dem Taxifahrer in einer Kneipe Schach, als sich ins einsame Hotelzimmer bringen zu lassen. Eine Notärztin erträgt ihren Beruf nur noch mit Galgenhumor. Ein dreizehnjähriges Mädchen hält vier Polizisten gleichzeitig in Atem. Und eine attraktive Blondine küsst den Chauffeur während der Fahrt unvermittelt auf den Mund. Thorsten Amrhein hat über 27 Jahre Erfahrung als Taxifahrer. Die Fahrgäste wechseln – die menschliche Natur bleibt gleich. Die Gäste, die in seinem Wagen Platz nehmen, wollen zwar von A nach B gelangen, aber meist suchen sie noch etwas anderes: Rat in schwierigen Lebenslagen, kurzweiliges Vergnügen oder vielleicht das große Glück? Jede Schicht steckt voller Unvorhersehbarkeiten. Mal liefern die Gäste ein Comedyprogramm, mal fliegen die Fäuste auf der Rückbank. Der Taxifahrer muss auf alles gefasst sein – er ist Zuhörer, Krisenberater oder stiller Beobachter von Dramen, die das Leben selbst schreibt.
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