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Die Blutsäule

Zeichen und Wunder am Sereth

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Aus einer jahrelangen Lebens- und Schaffenskrise heraus, ausgelöst durch die Nachrichten über den Genozid an der europäischen Judenheit, begann Soma Morgenstern 1946 in New York, immer wieder neu ansetzend und immer wieder stockend, sein Totenbuch für die Opfer des Völkermordes zu schreiben. Mit der »Blutsäule« unternahm er den Versuch, die SS-Verbrechen an den jüdischen Einwohnern eines Städtchens am Fluß Sereth im einstige Ostgalizien literarisch zu fassen. Auf der Suche nach einer Sprachform, die dieser schwierigen Aufgabe angemessen wäre, beschloß er, das Buch wie jemand zu schreiben, der in seinem Leben nichts als die Hebräische Bibel gelesen hat und mit ihren Augen auf die jüdische Katastrophe dieses Jahrhunderts blickt. Der so entstandene Text, Ende 1952 abgeschlossen und keiner der Prosagattungen ganz zugehörig, setzt Elemente der realen Ereignisse in Spannung zu Motiven und Stilcharakteren aus Parabel und Legende und spricht in einer Art »heiliger Sprache«, die von den Stößen der geschichtlichen Katastrophe untergründig erschüttert wird. Morgenstern nannte seinen Nekrolog auf die geschundenen Juden Europas den Epilog zu seiner Romantrilogie »Funken im Abgrund«. Das Buch erschien erstmals 1955 in amerikanischer Übersetzung und zählt zu den bedeutenden Werken jüdischer Literatur, in denen sich die Erfahrung der Katastrophe artikuliert hat. Abraham J. Heschel nannte das Buch den »einzigen Midrasch über den Holocaust«. »Die Kraft des Buches aber liegt, über die Summe seiner einzelnen Qualitäten hinaus, in etwas nicht Analysierbarem, das uns eine Ahnung davon gibt, was jener furchtbare Abschnitt der menschlichen Geschichte bedeutet, etwas, das hundert geradlinige Berichte nicht vermitteln können.« Maurice Samuel, The New York Times Book Review

Aus einer jahrelangen Lebens- und Schaffenskrise heraus, ausgelöst durch die Nachrichten über den Genozid an der europäischen Judenheit, begann Soma Morgenstern 1946 in New York, immer wieder neu ansetzend und immer wieder stockend, sein Totenbuch für die Opfer des Völkermordes zu schreiben. Mit der »Blutsäule« unternahm er den Versuch, die SS-Verbrechen an den jüdischen Einwohnern eines Städtchens am Fluß Sereth im einstige Ostgalizien literarisch zu fassen. Auf der Suche nach einer Sprachform, die dieser schwierigen Aufgabe angemessen wäre, beschloß er, das Buch wie jemand zu schreiben, der in seinem Leben nichts als die Hebräische Bibel gelesen hat und mit ihren Augen auf die jüdische Katastrophe dieses Jahrhunderts blickt. Der so entstandene Text, Ende 1952 abgeschlossen und keiner der Prosagattungen ganz zugehörig, setzt Elemente der realen Ereignisse in Spannung zu Motiven und Stilcharakteren aus Parabel und Legende und spricht in einer Art »heiliger Sprache«, die von den Stößen der geschichtlichen Katastrophe untergründig erschüttert wird. Morgenstern nannte seinen Nekrolog auf die geschundenen Juden Europas den Epilog zu seiner Romantrilogie »Funken im Abgrund«. Das Buch erschien erstmals 1955 in amerikanischer Übersetzung und zählt zu den bedeutenden Werken jüdischer Literatur, in denen sich die Erfahrung der Katastrophe artikuliert hat. Abraham J. Heschel nannte das Buch den »einzigen Midrasch über den Holocaust«. »Die Kraft des Buches aber liegt, über die Summe seiner einzelnen Qualitäten hinaus, in etwas nicht Analysierbarem, das uns eine Ahnung davon gibt, was jener furchtbare Abschnitt der menschlichen Geschichte bedeutet, etwas, das hundert geradlinige Berichte nicht vermitteln können.« Maurice Samuel, The New York Times Book Review

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