zu Klampen! Verlag

Wolfram Hänel und Ulrike Gerold lesen aus »Der Junge, der mit Jimi Hendrix tanzte«.

Wolfram Hänel und Ulrike Gerold erwecken bei der NDZ die 1970er Jahren zum Leben: 33 Jahre nach dem Abitur fahren die beiden Freunde Appaz und Kerschkamp auf ein Klassentreffen ins Landheim des Gottfried-Wilhelm-Gymnasiums. Aber während die ehemaligen Mitschüler zunehmend belanglose Anekdoten aus der gemeinsamen Zeit zwischen 1966 und 1975 erzählen, haben Appaz und Kerschkamp mit der Schule noch eine alte Rechnung offen, die sie gerne begleichen würden. Als dann plötzlich jemand auftaucht, an den sich niemand erinnern kann, gerät die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit unerwartet außer Kontrolle. Ein autobiografisch geprägter Roman über den Ausbruch aus der häuslichen Spießigkeit der Jahre um 1968, es geht um Beatmusik, lange Haare, das erste Moped, den ersten Joint, den ersten Sex und den Traum von der Revolution – und um die Generation der Eltern und Lehrer, deren hilflose Überforderung nur allzu oft in Ignoranz und Repression umschlug. Mit dabei ist auch der Rest der Trilogie: »1975« und die neueste Erscheinung »Rollator Blues«. Musikalisch begleitet wird die Lesung von Arndt Schulz. Einlass ist 18:30 Uhr, der Eintritt kostet 13 Euro. Wer den Coupon, der in der NDZ-Printausgabe am 2. April erscheint, ausschneidet, bekommt an der Kasse 3 Euro Rabatt. Für die Lesung gilt die 2G-plus-Regel sowie Maskenpflicht. Mehr Infos bekommen Sie auf der Website der NDZ.

Die Dramaturgin Ulrike Gerold und der Schriftsteller Wolfram Hänel, beide Jahrgang 1956, leben und schreiben zusammen in Hannover und einem kleinen Ort an der Jammerbucht in Nord-Dänemark. Neben mehreren Theaterstücken haben sie mittlerweile über 150 Bücher veröffentlicht, die in insgesamt 30 Sprachen übersetzt wurden. Gerold und Hänel sind Mitglieder im PEN-Zentrum. Bei zu Klampen veröffentlichten sie »Kein Erbarmen« (2012) und »Haarmanns Erbe« (2015), von Hänel allein sind die 70er-Jahre-Romane »Der Junge, der mit Jimi Hendrix tanzte« (2021), »1975« (2021) und »Rollator Blues« (2022) erschienen.

Idyll im Exil
Funken im Abgrund II

Soma Morgenstern, der große Romancier des ländlichen jüdischen Lebens in Ostgalizien, hat mit seiner im Exil entstandenen Trilogie »Funken im Abgrund« ein bedeutendes literarisches Zeugnis des 20. Jahrhunderts geschaffen. Zu seinen Lebzeiten konnte nur der erste Band in deutscher Sprache erscheinen, blieb im Sturm der NS-Vernichtungspolitik allerdings ohne Echo. Erst nach der Wiederentdeckung des Werks Soma Morgensterns durch Ingolf Schulte und dank der Werkausgabe im zu Klampen Verlag hat dieser große jüdische Autor den ihm gebührenden Platz in der deutschsprachigen Literatur gefunden. Zum 50. Todestag Morgensterns wird sein Hauptwerk, »Funken im Abgrund«, nun in einer Neuausgabe wieder aufgelegt: das Panorama einer untergehenden Welt – des jüdischen Lebens in Galizien und Wien zwischen Glauben und Auflösung, Heimat und Vertreibung. Im Zentrum der Romantrilogie steht die Familie Mohylewski: der fromme Gutsherr Welwel in Podolien, sein entfremdeter Neffe Alfred, der in Wien zwischen Assimilation und Herkunft zerrieben wird, und die Nachgeborenen, die nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch des alten Europas um Sinn und Haltung ringen. Mit feiner Ironie, erzählerischer Kraft und tiefem Mitgefühl erzählt Morgenstern vom Ende einer Epoche, deren Funken noch im Abgrund leuchten. Ein Klassiker der Exilliteratur, nun wieder vollständig lieferbar.

Grabeland
Theaterstück

Ruhrgebiet 1936: Die Kohlekumpel Schorsch und Gustav führen einen Seidenraupenzüchterverein. Als ihre Zucht vom NS-Regime zur staatlichen Musteranlage erklärt wird, ergreifen sie ihre Chance, der Enge des Bergwerks zu entkommen und in die Seidenproduktion einzusteigen. Diese wird bald Teil der Kriegswirtschaft: Die zarten Fäden der Raupen dienen der Herstellung von Fallschirmen, die Zucht wird zum profitablen Rüstungszweig. Mit präzisem Blick für soziale Milieus und historische Brüche legt Nora Bossong ein eindringliches Kammerspiel über Opportunismus, Verstrickung und Schuld vor.

Event teilen

Veranstaltungsort

Neue Deister Zeitung