zu Klampen! Verlag

Sylvia Remé liest in Hannover

Sylvia Remé liest am Freitag, 04. September, um 18 Uhr aus ihrem neusten Werk »Dietrich Kittner: Porträt der Kabarettlegende«. Die Lesung wird im Garten der Villa Lenzberg in Hannover stattfinden. Neben Sylvia Remé werden auch der Schauspieler Volker Kühn und der Musiker Erwin Kania vor Ort sein. Kühn rezitiert Kittner-Texte, Kania singt einige Lieder des berühmten Kabarettisten.

Sylvia Remé war in verschiedenen Funktionen in der Niedersächsischen Landesregierung tätig. Sie studierte Geschichte und Literaturwissenschaften in Hannover und christliche Archäologie und byzantinische Kunstgeschichte in Göttingen. 2009 promovierte sie im Fach Geschichte an der Universität Hannover. 2011 erschien ihr Buch »Werner Holtfort. Biographie eines Anwalts und Politikers in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts in Niedersachsen«.

Scham
Vom Paradies zum Dschungelcamp

Scham gehört zum Menschen wie die Geschlechtlichkeit und das Bewusstsein – davon erzählt schon die Geschichte vom Sündenfall. Kaum eine Empfindung besitzt mehr Macht im Alltag und kaum eine ist heutzutage tabuisierter als sie. Obwohl sie scheinbar zuerst auf das Sexuelle zielt, trifft sie uns ganz, Körper und Seele zugleich. Beschämung wird als Machtinstrument gnadenlos instrumentalisiert. Doch als Mechanismus, der die empfindlichsten Anteile der Persönlichkeit schützt, ist das Schamgefühl nicht nur ein moralischer Kompass, sondern auch eine Schildwache der Integrität – obgleich sein Stern im heutigen Selbstdarstellungsrummel zu sinken scheint. Andrea Köhlers Essay geht den ambivalenten Spuren, welche die Scham im Alltag, in der Politik, der Kindererziehung, der Literatur, der Kunst und in den sozialen Medien hinterlässt, nach und zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie prägend die Macht dieses vermeintlich altmodischen Affekts für unser persönliches und gesellschaftliches Leben bleibt.

Nietzsches Vernunftpassion
Aufsätze und Reden

Nietzsche ist die fleischgewordene Revolte gegen die Abstraktion. Er revoltierte dagegen geistig, indem er die triebhaften Eingeweide des Intellekts offenlegte; literarisch, indem er die ganze Umständlichkeit argumentativer Beweisführung fahren ließ zugunsten eines impulsiven, illustrativen, bildgesättigten Gedankenausbruchs, der der Philosophensprache eine nie gekannte Anschaulichkeit und Leichtfüssigkeit gab. Nicht zuletzt revoltierte er auch physisch gegen die Abstraktion, indem er am Professorenamt erkrankte – gewissermaßen an der akademischen Welt seiner Zeit, die ihrerseits bloß die intellektuelle Firnisschicht auf der sogenannten industriellen Kultur darstellt.

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Veranstaltungsort

Villa Lenzberg