Wolfram Hänel, Jahrgang 1956, hat Germanistik und Anglistik an der FU Berlin und der Uni Hannover studiert. Er lebt und schreibt zusammen mit der Dramaturgin Ulrike Gerold am Stadtrand von Hannover. Neben mehreren Theaterstücken haben sie über 150 Bücher veröffentlicht, die in insgesamt dreißig Sprachen übersetzt wurden. Gerold und Hänel sind Mitglieder im PEN-Zentrum. Bei zu Klampen veröffentlichte Hänel »Kein Erbarmen« (2012), »Haarmanns Erbe« (2015), »Der Junge, der mit Jimi Hendrix tanzte« (2021), »1975« (2021) und »Rollator Blues« (2022).
Als die Sozialistische Arbeiter-Jugend vor 100 Jahren ein neues Freizeit- und Schulungsheim am Springer Ebersberg errichtet hat, war noch nicht abzusehen, dass aus diesem ›Haus für den Sozialismus‹ mal ein modernes Bildungs- und TagungsZentrum der Erwachsenenbildung werden würde. Der Weg dorthin ist auch ein Spiegelbild der deutschen Geschichte. Mit diesem Buch kann man einen Teil der Geschichte der Arbeiterbewegung neu erschließen. Es lädt Leserinnen und Leser ein, sich der Wurzeln demokratischer Bildung bewusst zu werden. Es beschreibt lebendig, wie bunt Bildung im Interesse der Arbeitswelt gelebt worden ist und wie kompliziert es ist, diese dauerhaft zu erhalten. Der hier vorgelegten Chronik gelingt das Kunststück, zugleich mitreißend und wissenschaftlich fundiert die Geschichte eines Hauses zur Geschichte einer ganzen Bewegung zu machen
Ruhrgebiet 1936: Die Kohlekumpel Schorsch und Gustav führen einen Seidenraupenzüchterverein. Als ihre Zucht vom NS-Regime zur staatlichen Musteranlage erklärt wird, ergreifen sie ihre Chance, der Enge des Bergwerks zu entkommen und in die Seidenproduktion einzusteigen. Diese wird bald Teil der Kriegswirtschaft: Die zarten Fäden der Raupen dienen der Herstellung von Fallschirmen, die Zucht wird zum profitablen Rüstungszweig. Mit präzisem Blick für soziale Milieus und historische Brüche legt Nora Bossong ein eindringliches Kammerspiel über Opportunismus, Verstrickung und Schuld vor.
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