zu Klampen! Verlag

Morgenstern Lesung auf der Leipziger Buchmesse

Der Sohn des verlorenen Sohnes-Funken im Abgrund I-9783987370557
Der Sohn des verlorenen Sohnes-Funken im Abgrund I-9783987370557
Am Sonntag, dem 22. März, ließt Rudolf von Waldenfels aus der neu aufgelegten Soma Morgenstern Trilogie »Funken im Abgrund« vor. Die halbstündige Lesung beginnt um 11:30 Uhr und wird von Verleger Dietrich zu Klampen moderiert. Für alle, die nicht vor Ort sein können, wird die Lesung hier gestreamt: https://youtube.com/live/oo83XtoN17M?feature=share

Soma Morgenstern wurde 1890 in einem ostgalizischen Dorf bei Tarnopol am Sereth geboren und wuchs mit zwei Brüdern und zwei Schwestern in dieser Gegend auf. Die Umgangssprachen Ostgaliziens waren Polnisch und Ukrainisch, in Morgensterns tiefgläubiger Familie wurde jiddisch gesprochen, der Vater sorgte schon vor der Schulzeit dafür, dass seine Kinder deutsch lernten. 1912 nahm Morgenstern das Jurastudium an der Wiener Universität auf. In dieser Zeit begann die Freundschaft mit Joseph Roth. Nach der Unterbrechung durch Kriegsdienst an der Ost- und Südostfront beendete Morgenstern sein Studium in Wien 1921 mit der Promotion. Ab 1927 arbeitete er für die »Frankfurter Zeitung« als Kulturkorrespondent in Wien. Hier hatte er sich zuvor schon mit Alban Berg angefreundet. Bald heiratete er, und ein Sohn wurde geboren. Durch die Arier-Bestimmung des NS-Schriftleitergesetzes verlor Morgenstern seine Stelle bei der »Frankfurter Zeitung«. Am Tage des »Anschlusses« Österreichs an Nazideutschland flüchtete er nach Paris. Im Pariser Exil lebte Morgenstern in einem kleinen Hotel über ein Jahr lang gemeinsam mit Joseph Roth. Morgensterns lange vorbereitete Einreise in die USA verzögerte sich immer wieder durch die geltenden Quota-Regelungen. Bei Kriegsbeginn wurde er verhaftet und interniert, konnte aber nach Südfrankreich entkommen und sich schließlich nach New York retten. Nachdem er 1946 die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten hatte, konnten Frau und Sohn endlich aus Dänemark nachkommen. 1976 starb Soma Morgenstern in New York. Zu Klampen veröffentlichte von ihm: »In einer anderen Zeit« (1995), »Der Sohn des verlorenen Sohnes« (1996), »Idyll im Exil« (1996), »Das Vermächtnis des verlorenen Sohnes« (1996), »Die Blutsäule« (1997), »Flucht in Frankreich« (1998), »Der Tod ist ein Flop« (1999), »Dramen. Feuilletons. Fragmente« (2000), »Kritiken. Berichte. Tagebücher« (2001), seine »Werke in Einzelbänden« (2001), »Joseph Roths Flucht und Ende« (2006) und »Alban Berg und seine Idole« (2009).

Der Sohn des verlorenen Sohnes
Funken im Abgrund I

Soma Morgensterns Romantrilogie »Funken im Abgrund« zum 50. Todestag des Autors am 17. April 2026 neu aufgelegt – ein melancholischer Blick auf das ländliche jüdische Leben in Ostgalizien. Ein Klassiker der Exilliteratur, nun wieder vollständig lieferbar.

Nähe
Vermessung einer Sehnsucht

Einsiedler mögen ohne die Nähe anderer Menschen auskommen, die meisten von uns aber wollen und können das nicht. Wir suchen die Nähe zu unseren Liebsten und wissen doch oft nicht, wie sie erlangt werden kann. Dabei beschreibt Nähe weit mehr als einen räumlichen Zustand. In der U-Bahn sind wir ungewollt vielen Menschen nah – aber doch unendlich weit entfernt. Wahre Nähe verdankt sich dem Wechselspiel von Öffnung und Verweigerung, der Begegnung und des Sich-Entziehens, und bleibt selbst über große Entfernungen hinweg spürbar. Martin Scherer zeigt, wie sich Nähe als geistige Empfindsamkeit von der bloßen Beziehung abhebt. Während diese sich regeln und dosieren lässt, birgt jene eine zumeist stille Intensität, die jedoch das Kuschelige, Traute auf Abstand hält. Kann die Nähe der raumgreifenden Distanz zwischen Menschen, die vernetzt, aber nicht mehr verbunden sind, etwas entgegensetzen?

Nähe
Vermessung einer Sehnsucht

Einsiedler mögen ohne die Nähe anderer Menschen auskommen, die meisten von uns aber wollen und können das nicht. Wir suchen die Nähe zu unseren Liebsten und wissen doch oft nicht, wie sie erlangt werden kann. Dabei beschreibt Nähe weit mehr als einen räumlichen Zustand. In der U-Bahn sind wir ungewollt vielen Menschen nah – aber doch unendlich weit entfernt. Wahre Nähe verdankt sich dem Wechselspiel von Öffnung und Verweigerung, der Begegnung und des Sich-Entziehens, und bleibt selbst über große Entfernungen hinweg spürbar. Martin Scherer zeigt, wie sich Nähe als geistige Empfindsamkeit von der bloßen Beziehung abhebt. Während diese sich regeln und dosieren lässt, birgt jene eine zumeist stille Intensität, die jedoch das Kuschelige, Traute auf Abstand hält. Kann die Nähe der raumgreifenden Distanz zwischen Menschen, die vernetzt, aber nicht mehr verbunden sind, etwas entgegensetzen?

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Veranstaltungsort

Forum die UNABHÄNGIGEN
Halle 5 (H313)
Leipzig