zu Klampen! Verlag

Martin Mosebach liest im Frankfurter Museum Giersch

Im Frankfurter Museum Giersch liest Martin Mosebach aus seinem 2011 bei zu Klampen erschienenen Buch »Das Rot des Apfels – Tage mit einem Maler«. Im Anschluss an die Lesung wird es ein Podiumsgespräch mit Martin Mosebach und Anne Hamilton, Herausgeberin und Lektorin im zu Klampen Verlag, geben. Der Eintritt zu dieser Lesung kostet 7 €.

MARTIN MOSEBACH, born 1951, lives in Frankfurt am Main. He has received many awards for his literary work, including the Heimito-von-Doderer Prize, the Kranichstein Literary Prize and the Georg-Büchner Prize. His published works include “Westend” (1992), “Eine lange Nacht” (2000), “Häresie der Formlosigkeit” (2002) [“The heresy of formlessness” (2006), expanded edition 2018], “Das Beben” (2005), “Schöne Literatur” ( 2006), “Der Mond und das Mädchen” (2007), “Stadt der wilden Hunde” (2008) and “Was davor geschah” (2010) [“What was before” 2014], “Der Ultramontane“ (2012) , „Peter Schermuly, Catalog raisonné“ (2015), Hirmer Verlag München (english edition available), “Die 21“ (2018) [„The 21“ 2018]. His collection of essays entitled “Du sollst dir ein Bild machen. Über alte und neue Meister” was published by zu Klampen in 2005.

Scham
Vom Paradies zum Dschungelcamp

Scham gehört zum Menschen wie die Geschlechtlichkeit und das Bewusstsein – davon erzählt schon die Geschichte vom Sündenfall. Kaum eine Empfindung besitzt mehr Macht im Alltag und kaum eine ist heutzutage tabuisierter als sie. Obwohl sie scheinbar zuerst auf das Sexuelle zielt, trifft sie uns ganz, Körper und Seele zugleich. Beschämung wird als Machtinstrument gnadenlos instrumentalisiert. Doch als Mechanismus, der die empfindlichsten Anteile der Persönlichkeit schützt, ist das Schamgefühl nicht nur ein moralischer Kompass, sondern auch eine Schildwache der Integrität – obgleich sein Stern im heutigen Selbstdarstellungsrummel zu sinken scheint. Andrea Köhlers Essay geht den ambivalenten Spuren, welche die Scham im Alltag, in der Politik, der Kindererziehung, der Literatur, der Kunst und in den sozialen Medien hinterlässt, nach und zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie prägend die Macht dieses vermeintlich altmodischen Affekts für unser persönliches und gesellschaftliches Leben bleibt.

Nietzsches Vernunftpassion
Aufsätze und Reden

Nietzsche ist die fleischgewordene Revolte gegen die Abstraktion. Er revoltierte dagegen geistig, indem er die triebhaften Eingeweide des Intellekts offenlegte; literarisch, indem er die ganze Umständlichkeit argumentativer Beweisführung fahren ließ zugunsten eines impulsiven, illustrativen, bildgesättigten Gedankenausbruchs, der der Philosophensprache eine nie gekannte Anschaulichkeit und Leichtfüssigkeit gab. Nicht zuletzt revoltierte er auch physisch gegen die Abstraktion, indem er am Professorenamt erkrankte – gewissermaßen an der akademischen Welt seiner Zeit, die ihrerseits bloß die intellektuelle Firnisschicht auf der sogenannten industriellen Kultur darstellt.

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Veranstaltungsort

Museum Giersch