zu Klampen! Verlag

Ingo Fessmann liest in der Bücher-Galerie Berlin

Aus seinem im Frühjahr 2014 bei zu Klampen erschienenen Buch »Beckett bei Karl Valentin – Von unglaublichen Begegnungen« liest Ingo Fessmann in der Berliner Bücher-Galerie. Die Lesung beginnt um 19 Uhr, der Eintritt kostet 9 €. Wegen der begrenzten Sitzplätze wird eine rechtzeitige Kartenreservierung empfohlen.

Ingo Fessmann, Jahrgang 1941, war viele Jahre lang in leitender Stellung in der Berliner Kulturverwaltung tätig und arbeitet heute als Rechtsanwalt. Die Nähe zu Kunst und Kultur ist ihm hierbei beruflich wie privat geblieben. Seit 1998 ist er geschäftsführender Direktor des Literarischen Colloquiums in Berlin. Bei zu Klampen veröffentlichte er »Beckett bei Karl Valentin« (2014).

Scham
Vom Paradies zum Dschungelcamp

Scham gehört zum Menschen wie die Geschlechtlichkeit und das Bewusstsein – davon erzählt schon die Geschichte vom Sündenfall. Kaum eine Empfindung besitzt mehr Macht im Alltag und kaum eine ist heutzutage tabuisierter als sie. Obwohl sie scheinbar zuerst auf das Sexuelle zielt, trifft sie uns ganz, Körper und Seele zugleich. Beschämung wird als Machtinstrument gnadenlos instrumentalisiert. Doch als Mechanismus, der die empfindlichsten Anteile der Persönlichkeit schützt, ist das Schamgefühl nicht nur ein moralischer Kompass, sondern auch eine Schildwache der Integrität – obgleich sein Stern im heutigen Selbstdarstellungsrummel zu sinken scheint. Andrea Köhlers Essay geht den ambivalenten Spuren, welche die Scham im Alltag, in der Politik, der Kindererziehung, der Literatur, der Kunst und in den sozialen Medien hinterlässt, nach und zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie prägend die Macht dieses vermeintlich altmodischen Affekts für unser persönliches und gesellschaftliches Leben bleibt.

Nietzsches Vernunftpassion
Aufsätze und Reden

Nietzsche ist die fleischgewordene Revolte gegen die Abstraktion. Er revoltierte dagegen geistig, indem er die triebhaften Eingeweide des Intellekts offenlegte; literarisch, indem er die ganze Umständlichkeit argumentativer Beweisführung fahren ließ zugunsten eines impulsiven, illustrativen, bildgesättigten Gedankenausbruchs, der der Philosophensprache eine nie gekannte Anschaulichkeit und Leichtfüssigkeit gab. Nicht zuletzt revoltierte er auch physisch gegen die Abstraktion, indem er am Professorenamt erkrankte – gewissermaßen an der akademischen Welt seiner Zeit, die ihrerseits bloß die intellektuelle Firnisschicht auf der sogenannten industriellen Kultur darstellt.

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Veranstaltungsort

Bücher-Galerie Antiquariat