zu Klampen! Verlag

Buchvorstellung und Gespräch mit Mathias Schreiber: »Verräter«

Im Literaturforum im Brecht-Haus präsentiert Mathias Schreiber sein Buch »Verräter. Helden der Finsternis von Judas bis Snowden«. Die Moderation des Abends übernimmt Annette Wilmes. Der Eintritt kostet 5 Euro bzw. ermäßigt 3 Euro. Eine Reservierung der Karten ist nicht möglich, diese können ab dem Zeitpunkt des Einlasses um 19:00 Uhr vor Ort erworben werden.

Mathias Schreiber, Jahrgang 1943, war leitender Redakteur beim »Kölner Stadtanzeiger«, bevor er 1982 ins Feuilleton der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« wechselte. 1991 nahm er seine Arbeit im Kulturressort des »Spiegel« auf, das er vierzehn Jahre lang leitete. Unter anderem von ihm erschienen: »Würde. Was wir verlieren, wenn sie verloren geht« (2013). Bei zu Klampen veröffentlichte er »Verräter« (2017).

Scham
Vom Paradies zum Dschungelcamp

Scham gehört zum Menschen wie die Geschlechtlichkeit und das Bewusstsein – davon erzählt schon die Geschichte vom Sündenfall. Kaum eine Empfindung besitzt mehr Macht im Alltag und kaum eine ist heutzutage tabuisierter als sie. Obwohl sie scheinbar zuerst auf das Sexuelle zielt, trifft sie uns ganz, Körper und Seele zugleich. Beschämung wird als Machtinstrument gnadenlos instrumentalisiert. Doch als Mechanismus, der die empfindlichsten Anteile der Persönlichkeit schützt, ist das Schamgefühl nicht nur ein moralischer Kompass, sondern auch eine Schildwache der Integrität – obgleich sein Stern im heutigen Selbstdarstellungsrummel zu sinken scheint. Andrea Köhlers Essay geht den ambivalenten Spuren, welche die Scham im Alltag, in der Politik, der Kindererziehung, der Literatur, der Kunst und in den sozialen Medien hinterlässt, nach und zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie prägend die Macht dieses vermeintlich altmodischen Affekts für unser persönliches und gesellschaftliches Leben bleibt.

Nietzsches Vernunftpassion
Aufsätze und Reden

Nietzsche ist die fleischgewordene Revolte gegen die Abstraktion. Er revoltierte dagegen geistig, indem er die triebhaften Eingeweide des Intellekts offenlegte; literarisch, indem er die ganze Umständlichkeit argumentativer Beweisführung fahren ließ zugunsten eines impulsiven, illustrativen, bildgesättigten Gedankenausbruchs, der der Philosophensprache eine nie gekannte Anschaulichkeit und Leichtfüssigkeit gab. Nicht zuletzt revoltierte er auch physisch gegen die Abstraktion, indem er am Professorenamt erkrankte – gewissermaßen an der akademischen Welt seiner Zeit, die ihrerseits bloß die intellektuelle Firnisschicht auf der sogenannten industriellen Kultur darstellt.

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Veranstaltungsort

Literaturforum im Brecht-Haus