zu Klampen! Verlag

Buchvorstellung mit Patrick Bahners

»Kampagne in Deutschland«: Patrick Bahners stellt in der Bibliothek des Konservatismus sein Buch zur Debatte um Raubkunst und Restitution vor. Der Eintritt kostet 10 Euro (ermäßigt 5 Euro) an der Abendkasse. Anmeldungen zur Veranstaltung sind möglich per E-Mail an veranstaltungen(at)bdk-berlin.org (Es werden keine individuellen Anmeldebestätigungen versandt. Sofern Sie keine gegenteilige Nachricht von uns erhalten, gilt Ihre Anmeldung als bestätigt.)

Patrick Bahners, geboren 1967, studierte Geschichte und Philosophie in Bonn und Oxford. Seit 1989 arbeitet er für die »Frankfurter Allgemeine Zeitung«. Von 2001 bis Ende 2011 leitete er dort das Feuilleton. Er war Kulturkorrespondent der »FAZ« in Bonn, New York und München. Seit 2016 zeichnet er für das Ressort Geisteswissenschaften verantwortlich. Im Jahr 2018 wechselte er für die Zeitung nach Köln, um die Kulturberichterstattung für Nordrhein-Westfalen zu übernehmen.

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Für das Recht auf ein analoges Leben

Digitalisierung ist allgegenwärtig. Niemand kann sich ihr entziehen, kaum jemand will es. Zu groß sind die Effizienzgewinne, zu praktisch sind digitale Kommunikation und Informationsbeschaffung, zu viel Spaß macht es, sich mit Videoclips zu unterhalten. Doch die Kosten der Digitalisierung sind hoch. Die Autonomie, die sie versprach, erweist sich zunehmend als Schimäre. Wie keine andere Technologie durchdringt sie Beruf, Freizeit, Konsum und Kommunikation. Wir kaufen digital, arbeiten digital und verlieben uns digital. Der Homo scrollens ist zur Leitfigur unserer Zeit geworden: gebeugter Oberkörper, starrer Blick, nervös zuckender Daumen – ein digitaler Schlafwandler im öffentlichen Raum. Weil eine alternativlose Digitalisierung sich unversehens in das Gegenteil von Freiheit zu verwandeln droht, plädiert Alexander Grau für das Recht auf ein analoges Leben. Nur wenn der Einzelne nicht genötigt ist, für jede Lebensäußerung digitale Endgeräte oder Netzwerkzugänge zu benutzen, kann diese Technologie einen Zugewinn an Freiheit bieten.

Böse Wörter
Der Kulturkampf um die Sprache und seine Irrtümer

Der Kampf für den »sensiblen« Gebrauch unserer Sprache treibt immer weitere Blüten. Angeblich böse Wörter dürfen nicht mehr ausgesprochen, Kinderbücher müssen sprachlich gereinigt, wissenschaftliche Texte durch kryptische Sprachzeichen entstellt werden. Warum? Weil die Nutzer dieser Wörter sich sonst angeblich zu Mittätern bei der Unterdrückung gesellschaftlicher Minderheiten machen. Mathias Brodkorb hat die vielfältigen Verwendungsweisen »böser« Wörter wie »Indianer«, »Neger« oder »Zigeuner« untersucht. Dabei stellt sich heraus, dass das bloße Aussprechen dieser Wörter noch nichts über die Absichten der Sprecher verrät. Denn wer vom »N-Wort« spricht, muss zugleich immer an das Wort »Neger« denken, um es zu übersetzen. Macht sich der Sprachkritiker damit nicht selbst Tag für Tag schuldig? In teilweise höchst amüsanten Geschichten beleuchtet Brodkorb die »bösen« Wörter und ihre realen Gegenstände. Dabei kommt er zu dem Schluss, dass menschliche Kommunikation nur gelingt, wenn wir den Aussagen unserer Gesprächspartner zunächst wohlwollend begegnen. Mit ein wenig mehr Gelassenheit könnte an die Stelle von Konfrontation gelungene Verständigung treten.

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Veranstaltungsort

Bibliothek des Konservatismus (BdK)