zu Klampen! Verlag

Buchpräsentation: »Menschen und Masken. Literarische Begegnungen mit dem Maler Felix Nussbaum«

Literatur trifft auf bildende Kunst: Gemeinsam mit den Autoren Alban Nikolai Herbst, Alissa Walser und Feridun Zaimoglou präsentiert die Herausgeberin Jutta Sauer im Foyer der Konzert- und Kunsthalle Bamberg die Anthologie »Menschen und Masken. Literarische Begegnungen mit dem Maler Felix Nussbaum«. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Jahrestagung des PEN-Zentrums statt, der Eintritt ist frei.

Jutta Sauer lebt als freie Autorin in Osnabrück. Nach dem Studium der Literatur- und Kunstwissenschaften war sie 1991 bis 2009 Leiterin des Literaturbüros Westniedersachsen und Geschäftsführerin für den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis. Sie veröffentlicht Lyrik, Prosa, Essays und Rundfunk-Features und wurde vielfach ausgezeichnet. Sie ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland. Bei zu Klampen veröffentlichte sie »Menschen und Masken« (2016).

Idyll im Exil
Funken im Abgrund II

Soma Morgenstern, der große Romancier des ländlichen jüdischen Lebens in Ostgalizien, hat mit seiner im Exil entstandenen Trilogie »Funken im Abgrund« ein bedeutendes literarisches Zeugnis des 20. Jahrhunderts geschaffen. Zu seinen Lebzeiten konnte nur der erste Band in deutscher Sprache erscheinen, blieb im Sturm der NS-Vernichtungspolitik allerdings ohne Echo. Erst nach der Wiederentdeckung des Werks Soma Morgensterns durch Ingolf Schulte und dank der Werkausgabe im zu Klampen Verlag hat dieser große jüdische Autor den ihm gebührenden Platz in der deutschsprachigen Literatur gefunden. Zum 50. Todestag Morgensterns wird sein Hauptwerk, »Funken im Abgrund«, nun in einer Neuausgabe wieder aufgelegt: das Panorama einer untergehenden Welt – des jüdischen Lebens in Galizien und Wien zwischen Glauben und Auflösung, Heimat und Vertreibung. Im Zentrum der Romantrilogie steht die Familie Mohylewski: der fromme Gutsherr Welwel in Podolien, sein entfremdeter Neffe Alfred, der in Wien zwischen Assimilation und Herkunft zerrieben wird, und die Nachgeborenen, die nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch des alten Europas um Sinn und Haltung ringen. Mit feiner Ironie, erzählerischer Kraft und tiefem Mitgefühl erzählt Morgenstern vom Ende einer Epoche, deren Funken noch im Abgrund leuchten. Ein Klassiker der Exilliteratur, nun wieder vollständig lieferbar.

Grabeland
Theaterstück

Ruhrgebiet 1936: Die Kohlekumpel Schorsch und Gustav führen einen Seidenraupenzüchterverein. Als ihre Zucht vom NS-Regime zur staatlichen Musteranlage erklärt wird, ergreifen sie ihre Chance, der Enge des Bergwerks zu entkommen und in die Seidenproduktion einzusteigen. Diese wird bald Teil der Kriegswirtschaft: Die zarten Fäden der Raupen dienen der Herstellung von Fallschirmen, die Zucht wird zum profitablen Rüstungszweig. Mit präzisem Blick für soziale Milieus und historische Brüche legt Nora Bossong ein eindringliches Kammerspiel über Opportunismus, Verstrickung und Schuld vor.

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Veranstaltungsort

Foyer der Konzert- und Kunsthalle Bamberg