zu Klampen! Verlag

Aus Gefangenen werden Freunde: »Die Baracke der Dichter« im Literaturhaus Hannover

In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus präsentiert die Gottfried Leibniz Bibliothek das Buch »Die Baracke der Dichter« herausgegeben von Oskar Ansull. Im Jahre 1918 begegneten sich nördlich von Hannover, im berüchtigten »Celle Lager Scheuen« drei internierte italienische Offiziere: der Dramatiker Ugo Betti, der Schriftsteller Carlo Emilio Gadda und der Germanist Bonaventura Tecchi. Ihr leidenschaftliches Interesse für Literatur und der daraus entstehende Austausch half den drei Schicksalsgenossen, die Entbehrungen der Gefangenschaft zu überstehen. Fast 100 Jahre später liegen Gaddas Gefangenentagebuch und Tecchis Prosaporträts »Baracca 15c« nun erstmals auf Deutsch vor und dokumentieren eindrücklich und bewegend die Zeit dieser Lagerhaft, die ihre Biografien entscheidend geprägt hat. Eintritt frei Um telefonische Anmeldung wird gebeten: 0511 1267 – 303/304

Oskar Ansull, seit 1984 freier Schriftsteller, ist 1950 in Celle geboren und aufgewachsen, lebt nach Lehr- & Wanderjahren, die ihn kreuz und quer durch Deutschland und Europa und verschiedene Berufe führten, seit 2002, inzwischen mit Familie, wieder in Berlin. Er ist Lyriker, Herausgeber und Vorleser, „Erfinder von Lesungen“, gesendet vom NDR und Radio Bremen. Er hat als Lyriker und literarischer Spurensucher einen Blick für Randfiguren entwickelt. Gegenwärtig arbeitet Ansull an einem Projekt „gegenläufig“ zu verstehender Heimatliteratur, d.h. die Literaturgeschichte einer Region sichtbar zu machen, in ihrer Vielfalt und jenseits der landläufig unter ‚Heimatliteratur‘ verstandenen Erzeugnissen. Dies am Beispiel der Stadt und des Landkreises Celle, am Rand der Lüneburger Heide. „Die Baracke der Dichter“, 2014 bei Zu Klampen erschienen, ist Teil dieser Sichtung. Veröffentlichungen (Auswahl): Disparates, Gedichte (1984); Entsicherte Zeit, Gedichte (1988); Mit Händen und Füßen, Gedichte (1997); ZweiGeist – K.E.Franzos, ein Lesebuch (2005); gruss an korf, gedichte (2009); Himmel, welch ein Land! Landkreis & Literatur. Eine Sichtung (2011); Papierstreifen, Prosa (2013). Nachdichtungen: aus dem Französischen die „Spleen“-Gedichte von Charles Baudelaire (1976/77 u. 1995); die „Hannoverschen Punktierungen“ des weißrussischen Dichters Ales Razanau (2002) und Gedichte des kosovo-albanischen Lyrikers Bekim Morina (2006). Seit 2018 ist er Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland.

Der Grimm des Lebens
Frische Kolumnen aus einem lustigen Land

Sie sind auf der Suche nach dem »Grimm des Lebens«? Sie haben ihn gefunden! In seinem neuen Buch geht der Kolumnist Imre Grimm erneut mit Charme und Strenge dem deutschen Alltag auf den Grund. Wortwitz trifft auf präzise Beobachtung, anekdotische Nostalgie auf Selbstironie. Es geht um überdrehte Brötchennamen (»Mohnika«), liebestolle Jugendsprache (»Ich küsse deine Augen, Brudi!«), unsterbliche Anglizismen (»Mannschästerhose«) – und die Freude am gehobenen Spott. Ein Buch für alle, die wissen: Das wirklich Komische entsteht nicht im Ausnahmezustand, sondern im menschlichen Normalbetrieb. Grimms Kolumnen begeistern wöchentlich Millionen Leser von mehr als fünfzig Tageszeitungen in ganz Deutschland. Mit seinen Lesungsprogrammen ist er seit vielen Jahren auf deutschen Bühnen unterwegs.

Böse Wörter
Der Kulturkampf um die Sprache und seine Irrtümer

Der Kampf für den »sensiblen« Gebrauch unserer Sprache treibt immer weitere Blüten. Angeblich böse Wörter dürfen nicht mehr ausgesprochen, Kinderbücher müssen sprachlich gereinigt, wissenschaftliche Texte durch kryptische Sprachzeichen entstellt werden. Warum? Weil die Nutzer dieser Wörter sich sonst angeblich zu Mittätern bei der Unterdrückung gesellschaftlicher Minderheiten machen. Mathias Brodkorb hat die vielfältigen Verwendungsweisen »böser« Wörter wie »Indianer«, »Neger« oder »Zigeuner« untersucht. Dabei stellt sich heraus, dass das bloße Aussprechen dieser Wörter noch nichts über die Absichten der Sprecher verrät. Denn wer vom »N-Wort« spricht, muss zugleich immer an das Wort »Neger« denken, um es zu übersetzen. Macht sich der Sprachkritiker damit nicht selbst Tag für Tag schuldig? In teilweise höchst amüsanten Geschichten beleuchtet Brodkorb die »bösen« Wörter und ihre realen Gegenstände. Dabei kommt er zu dem Schluss, dass menschliche Kommunikation nur gelingt, wenn wir den Aussagen unserer Gesprächspartner zunächst wohlwollend begegnen. Mit ein wenig mehr Gelassenheit könnte an die Stelle von Konfrontation gelungene Verständigung treten.

Event teilen

Veranstaltungsort

Literaturhaus Hannover
Sophienstraße 2
30159 Hannover