zu Klampen! Verlag

Angelika Stucke liest in den Gronauer Lichtspielen aus »Hasentod«

Auf Einladung des Kultukreises Gronau liest Angelika Stucke in den Gronauer Lichtspielen aus ihrem im Frühjahr 2012 bei zu Klampen erschienenen Kriminalroman »Hasentod«.

Angelika Stucke, Jahrgang 1960, wuchs in Eddinghausen am Fuß der Sieben Berge im Leinebergland auf. Sie studierte Sozialarbeit und Sozialpädagogik in Kassel. Trotz ihrer zwei Diplome gab sie die Sozialarbeit nach kurzer Zeit zugunsten des Schreibens auf. Zunächst berichtete sie als Stipendiatin der Carl Duisberg Gesellschaft in Los Angeles für eine deutsche Fernsehzeitschrift über die Stars aus Hollywood. Seit 1987 lebt Angelika Stucke als freie Autorin in Spanien. Sie arbeitet für das Fernsehen und schreibt Bücher. Bei zu Klampen veröffentlichte sie »Hasentod« (2012) und »Brunftzeit« (2013).

Scham
Vom Paradies zum Dschungelcamp

Scham gehört zum Menschen wie die Geschlechtlichkeit und das Bewusstsein – davon erzählt schon die Geschichte vom Sündenfall. Kaum eine Empfindung besitzt mehr Macht im Alltag und kaum eine ist heutzutage tabuisierter als sie. Obwohl sie scheinbar zuerst auf das Sexuelle zielt, trifft sie uns ganz, Körper und Seele zugleich. Beschämung wird als Machtinstrument gnadenlos instrumentalisiert. Doch als Mechanismus, der die empfindlichsten Anteile der Persönlichkeit schützt, ist das Schamgefühl nicht nur ein moralischer Kompass, sondern auch eine Schildwache der Integrität – obgleich sein Stern im heutigen Selbstdarstellungsrummel zu sinken scheint. Andrea Köhlers Essay geht den ambivalenten Spuren, welche die Scham im Alltag, in der Politik, der Kindererziehung, der Literatur, der Kunst und in den sozialen Medien hinterlässt, nach und zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie prägend die Macht dieses vermeintlich altmodischen Affekts für unser persönliches und gesellschaftliches Leben bleibt.

Nietzsches Vernunftpassion
Aufsätze und Reden

Nietzsche ist die fleischgewordene Revolte gegen die Abstraktion. Er revoltierte dagegen geistig, indem er die triebhaften Eingeweide des Intellekts offenlegte; literarisch, indem er die ganze Umständlichkeit argumentativer Beweisführung fahren ließ zugunsten eines impulsiven, illustrativen, bildgesättigten Gedankenausbruchs, der der Philosophensprache eine nie gekannte Anschaulichkeit und Leichtfüssigkeit gab. Nicht zuletzt revoltierte er auch physisch gegen die Abstraktion, indem er am Professorenamt erkrankte – gewissermaßen an der akademischen Welt seiner Zeit, die ihrerseits bloß die intellektuelle Firnisschicht auf der sogenannten industriellen Kultur darstellt.

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Veranstaltungsort

Lichtspiele Gronau