»Joseph Roths Flucht und Ende sollte als eines der großen Freundschaftsbücher der deutschen Literatur gelten«, hieß es in der Frankfurter Rundschau nach Erscheinen des ersten Bandes der Morgenstern-Gesamtausgabe. Vor dem Hintergrund der Europäischen Katastrophen zeichnet Morgenstern ein sehr persönliches Bild seiner Freundschaft zu Joseph Roth. Das Buch setzt um 1909 im damaligen Lemberg ein und endet 1939 mit Roths Begräbnis in Paris. Ihre Freundschaft hatte eine wechselvolle Geschichte. Sie verdüsterte sich in den letzten Jahren durch Roths wachsende Alkoholabhängigkeit, zumal unter den Bedingungen des Exils. Der gemeinsamen letzten Zeit in einem kleinen Hotel im Pariser Exil ist der Hauptteil des Buches gewidmet, das den Zeitgenossen und Freund Joseph Roth in seinem eigentümlichen Charme wie in seiner inneren Zerrissenheit auf bewegende Weise vor Augen stellt.
Vita
Soma Morgenstern
Der jüdische Schriftsteller Soma Morgenstern (1890–1976) wuchs in einer orthodoxen Familie in Ostgalizien auf. Nach einem Jurastudium in Wien und dem Kriegsdienst wurde er 1921 promoviert. Ab 1927 berichtete er als Kulturkorrespondent der »Frankfurter Zeitung« aus Wien und bewegte sich im Freundeskreis von Alban Berg und Joseph Roth. Nach dem »Anschluss« Österreichs musste Morgenstern 1938 nach Paris fliehen, später emigrierte er in die USA. Seine Romane, Essays und autobiografischen Werke gelten heute als bedeutende Zeugnisse der Exilliteratur.
Ingolf Schulte
Ingolf Schulte, geb. 1938 in Hamburg, lebt in der Nähe von Frankfurt. Arbeit im graphischen Gewerbe; literarische und philosophische Studien; Lehrtätigkeit im Bereich der Philosophie. Ingolf Schulte ist Herausgeber der Soma Morgenstern Edition im zu Klampen Verlag. Darin erschienen: »In einer anderen Zeit« (1995), »Der Sohn des verlorenen Sohnes« (1996), »Idyll im Exil« (1996), »Das Vermächtnis des verlorenen Sohnes« (1996), »Die Blutsäule« (1997), »Flucht in Frankreich« (1998), »Der Tod ist ein Flop« (1999), »Dramen. Feuilletons. Fragmente« (2000), »Kritiken. Berichte. Tagebücher« (2001), Morgensterns gesamte »Werke in Einzelbänden« (2001), »Joseph Roths Flucht und Ende« (2006) und »Alban Berg und seine Idole« (2009).
Pressestimmen
Der Autor beschreibt seine 30-jährige Freundschaft mit Joseph Roth und bringt ihn uns berührend persönlich näher.
Dem (…) Verlag gebührt das Verdienst, jenen bis in die neunziger Jahre so gut wie unbekannten Autor (…) ins literaturwissenschaftliche Bewusstsein gehoben zu haben.
Die Erinnerungen an ›Joseph Roths Flucht und Ende‹ sollte als eines der großen Freundschaftsbücher der deutschen Literatur gelten, die nur im Angesicht der Furie des Verschwindens entstehen können.
Es ist ein wunderbares Buch der Freundschaft, con amore geschrieben, aber nicht in kritikloser Verehrung.
Dieses Buch ist ein prall gefülltes literarisches Schatzkästchen.
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Morgenstern ist ein glänzender Erzähler, ein Meister der beiseite gesprochenen Wahrheiten.