Vor gut 200 Jahren verabschiedeten sich die Männer weitgehend von der Mode; diese geriet zur – oft belächelten – Provinz der Frauen. Das Kleid vermittelte von nun an als Zeichensprache zwischen der Trägerin und ihrer Welt, es bot der Frau die Möglichkeit zur Selbstdarstellung. Einen letzten Aufschwung erlebte die Mode im Zuge der gesellschaftlichen Umbrüche der sechziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts. Nicht ohne Wehmut erzählt Hannelore Schlaffer in eleganten, autobiographisch grundierten Essays von jenen Jahren, in denen Frauen mit dem Kleid einen politischen Auftritt wagten. Diesen besonderen Moment bettet die Autorin ein in den Rückblick darauf, wie sich ihr Interesse für die Mode entwickelte. Sie beginnt bei der Erfahrung, die sie schon als Kind mit den Kleidern der Eltern machte, und endet mit dem Problem des Modeverhaltens im Alter.
Vita
Hannelore Schlaffer
Hannelore Schlaffer lebt als freie Schriftstellerin und Publizistin in Stuttgart. In den Jahren 1982 bis 2006 hatte sie außerplanmäßige Professuren für Neuere deutsche Literatur an den Universitäten Freiburg und München inne. Seit 1980 schreibt sie regelmäßig für Tageszeitungen und Rundfunkanstalten. Sie hat Bücher und Aufsätze veröffentlicht. Ihr 2013 bei zu Klampen erschienener Essayband »Die City« wurde 2014 von der Friedrich- Ebert-Stiftung als »Das politische Buch des Jahres« ausgezeichnet. Bei zu Klampen veröffentlichte sie neben »Die City« (2013) »Alle meine Kleider« (2015), »Rüpel und Rebell« (2018) und »Zeit meines Lebens« (2022).
Pressestimmen
Eine tiefe, lustvolle Reflexion des Unvermeidlichen. (…) Schlaffers essayistischen Erinnerungen sind das Witzigste, Anschaulichste und Aufschlussreichste, was seit Langem über Mode geschrieben worden ist.
Wie der ausbleibende Blick der Jugend sogar noch den Status als ›Dame‹ zerstört, ist ein funkelndes Stück analytischer Prosa, in der die Autorin dem eigenen Alter mutig ins Antlitz blickt: ein Zeichen gutes Stils.
Der brillante Essay, wehmütiger Abgesang auf die Poesie vergangener Moden, Stoffe, Stile, ist ein Kleinod für anspruchsvolle Bestände.
Ihre (Selbst-)Beobachtungen sind originell, flirty und ehrlich. Schlaffer lehrt uns, wie man einem kleinen Jungen den Ausruf ›Ui, da kommt einen Dame‹ entlockt.
Das ist auch das Interessante an diesem Buch, dass es einem eine Zeit wieder ins Gedächtnis ruft, die wir uns nicht mehr vorstellen können: mit Restriktionen für Frauen, was sie anzuziehen haben.
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In seiner Empörung und seiner Widersprüchlichkeit angenehm ehrlich, traurig und gut.
Das Buch ist mehr als nur eine historische Nachzeichnung von modischen Erscheinungen. Es bleibt in seiner Beschreibung des Verhältnisses einer Frau zu ihren Kleidern zeitlos gültig.
Ein dichter Text. (…) Eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit Mode.
Glänzend geschriebener Essay. (…) Eine oft humorvolle, kluge Autobiografie, ein eigenwilliges Nachdenken über das Verhältnis von Leben und Stil.