Ausgezeichnet mit dem Preis »Das politische Buch« 2014 der Friedrich-Ebert-Stiftung
City – das ist kein modischer Anglizismus zur Benennung dessen, was einmal Altstadt oder Innenstadt hieß. City ist ein Lebensstil. Er hat sich in der Nachkriegszeit, vor allem aber in den letzten dreißig Jahren, im Zentrum der deutschen Städte ausgebildet. Hier wird er stoßweise erfahrbar: durch Pendler- und Besucherströme aus dem Umland, Anwohner sind kaum noch zu finden. Die Resultate einer verfehlten Baupolitik vor Augen, wenden Stadtplaner sich wieder dem Zentrum zu. Gegenwärtige Abhandlungen über die Stadt beschäftigen sich deshalb auch eingehend mit der Frage, wie urbanes Leben wiederherzustellen und zu lenken sei. Hannelore Schlaffer, Liebhaberin und Chronistin städtischen Straßenlebens, hat über Jahre hin beobachtet, wie die »gelenkten« Bürger mit Häusern, Plätzen und Gastlichkeiten in der City umgehen. Pointiert beschreibt sie, wie sie sich bewegen, sich für den Stadtbesuch herrichten, sich miteinander gehaben, und liefert damit zugleich eine Theorie moderner Lebensformen.
Vita
Hannelore Schlaffer
Hannelore Schlaffer lebt als freie Schriftstellerin und Publizistin in Stuttgart. In den Jahren 1982 bis 2006 hatte sie außerplanmäßige Professuren für Neuere deutsche Literatur an den Universitäten Freiburg und München inne. Seit 1980 schreibt sie regelmäßig für Tageszeitungen und Rundfunkanstalten. Sie hat Bücher und Aufsätze veröffentlicht. Ihr 2013 bei zu Klampen erschienener Essayband »Die City« wurde 2014 von der Friedrich- Ebert-Stiftung als »Das politische Buch des Jahres« ausgezeichnet. Bei zu Klampen veröffentlichte sie neben »Die City« (2013) »Alle meine Kleider« (2015), »Rüpel und Rebell« (2018) und »Zeit meines Lebens« (2022).
Pressestimmen
Ihr Essay wäre nicht brisant, sondern nostalgisch, deutete seine Polemik nicht auf die Errungenschaft und die Gefahr, also die Ambivalenz der urbanen und gesellschaftlichen Entwicklung.
Der Band liefert auf jeden Fall eine Fülle von Anregungen. Kein Wunder, dass er kürzlich mit dem Preis ›Das politische Buch‹ der Friedrich-Ebert-Stiftung ausgezeichnet wurde.
Scharfsinnig wie nachdenklicher Essay.
Die Autorin ist nicht nur als aufmerksame Beobachterin der ›City‹-Gänger unterwegs. Auch im Stationären kennt sie sich aus. (…) Voller erhellender Erkenntnisse, detaillierter Beobachtungen und amüsanter Spekulationen.
Hannelore Schlaffer zeigt sich mit ihrem Essay als gute Beobachterin und liebevolle Chronistin eines sich entwickelnden Straßenlebens neuerer Prägung.
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Scharf beobachtend beschreibt die Autorin das soziale Leben in der ›geplanten Stadt‹, wie es im Untertitel heißt.
Der Befund ist gnadenlos, die Lektüre dennoch ein Genuss. (…) Eine dringende Lese-Empfehlung.
Die amüsant-ironisch, tiefsinnig, manchmal auch bösartig-polemisch dargestellten Verhaltensmuster sind eine präzise literarische Stilanalyse und ein Lesevergnügen.
Es ist der Wille Schlaffers – die intellektuellen Hochmut zwar bei den City-Akteuren, aber keinesfalls bei sich selbst vermissen lässt – eine überfällige ›Stadtkritik‹ zu formulieren, die das Buch lesenswert macht.
Ein sehr lesenswerter Essay.
Hannelore Schlaffer, Liebhaberin und Chronistin städtischen Straßenlebens, hat über Jahre hin beobachtet, wie die ›gelenkten‹ Bürger mit Häusern, Plätzen und Gastlichkeiten in der City umgehen. (…) und liefert damit zugleich eine Theorie moderner Lebensformen.
Kluge Analyse eines Tatbestands.
Und nein: Es ist keine bloße Nörgelei, kein Rest intellektuellen Hochmuts, der dieses anregende Buch temperiert, sondern die ausgemachte Spottlust seiner Autorin.
Schlaffer ist eine gute Beobachterin. (…) Der Essay öffnet dem Leser die Augen, der sich selbst darin wiederfinden und hoffentlich fragen wird, ob er wirklich so leben will in seiner Stadt.
Obwohl sich ihre stadtsoziologischen Untersuchungen unter der Hand zu einer kleinen Psychopathologie des modernen Lebens auswachsen, werden die Befunde geradezu fröhlich, immer aber entspannt und eher deskriptiv als normativ vor unseren Augen ausgebreitet.
Die Größe von Hannelore Schlaffer macht aus, dass sie ein schärferes Licht auf die Menschen der Stadt wirft als diese auf sich selbst – und zugleich mit literarischen Mitteln eine Ideal- oder Traumstadt konturiert.
(Beide Bücher können) lehren, das Alltägliche weniger selbstverständlich zu machen.
Hannelore Schlaffer inspiziert mit ethnologischem Blick auf fein-süffisante Weise. (…) Neben einer präzis-pointierten ›Inhaltsangabe‹ liefert sie vor allem fabelhafte Stil- und Formanalysen. (…) Da steht Schlaffers Passage durch die City in bester kulturkritischer Tradition.
Hannelore Schlaffer hat über Jahre hin beobachtet, wie die ›gelenkten‹ Bürger mit Häusern, Plätzen und Gastlichkeiten in der City umgehen. Pointiert beschreibt sie, wie sie sich bewegen, sich für den Stadtbesuch herrichten, sich miteinander gehaben.
Das schmale Werk ist mit Wehmut und Melancholie geschrieben, im Grunde ist es die Präsentation eines Werteverfalls. (…) Trotzdem lesen sich Hannelore Schlaffers Bestandsaufnahmen unterhaltsam.
Feine mikrosoziologische Studien. Dass man diesen Essay nicht als Levitenleserei empfindet, liegt auch an der kühlen Eleganz der Formulierungskunst und dem Verzicht auf marktschreierische Kulturkritik.
Eine ebenso witzige wie scharfsinnige Polemik gegen die moderne Stadtplanung. (…) Ein Buch, das Augen öffnet.
Aber Schlaffer klagt zum Glück nicht nur. Sie weiß durchaus zu schätzen, dass eine Stadt nach ihren großen Festen etwas erschöpft, aber auch glücklich aussieht.
In ihren unprätentiösen Schilderungen und vorsichtig-andeutenden Interpretationen liegt die große Stärke dieser Autorin. An ihrer fast makellosen Prosa muss sie sehr lange gefeilt haben – die Lektüre profitiert davon, stilistisch ist das Buch ein Genuss.