Hauptschule, dreizehn Monate, Vertretung für einen erkrankten Lehrer, in einer abgewirtschafteten westdeutschen 100.000-Einwohner-Stadt. Nirgends hat sich Hannes Giessler Furlan so befremdet gefühlt wie an dieser Schule, dreißig Kilometer entfernt von der eigenen Haustür. Im Einzelnen war ihm nichts neu, in der Ballung aber hat es ihn betrübt: der raue Umgangston, die Bildungsferne, die Fixierung aufs Smartphone, das patriarchale Gehabe, die Betonung der Nationalität bzw. Ethnie, schließlich das Prestige der Religion, die Selbstbesessenheit des Islams und der verbreitete Glaube an die Hölle.
Giessler Furlans Bericht ist nicht nur eine Momentaufnahme; er lässt vielmehr erahnen, wohin die Reise an deutschen Hauptschulen geht, und er zeigt exemplarisch, wie Chancenlosigkeit und Verhärtung sich in den Hauptschulen wechselseitig verstärken.
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Vita
Hannes Giessler Furlan
Hannes Giessler Furlan, Jahrgang 1979, hat Geschichte und Philosophie studiert. Er arbeitete als Referent in der Jugend- und Erwachsenenbildung und promovierte an der Leipziger Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie. Er lehrte an einer brasilianischen Universität und arbeitet als Lehrer in Köln. Das Buch »Verein freier Menschen?« ist eine gekürzte Fassung seiner Promotion.