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Mordechai Strigler

Majdanek

Verloschene Lichter I. Ein früher Zeitzeugenbericht vom Todeslager

Herausgeber: Frank Beer

Reihe: Verloschene Lichter, Band 1

24,00 €
Einband
Softcover
Format
12,50 × 20,50 cm
Umfang
228 Seiten
Erscheinungstermin
21.03.2016
ISBN
978-3-86674-527-8
Status
lieferbar
Auch lieferbar als E-Book:
ePub 19,99 € ISBN 978-3-86674-474-5

Mordechai Strigler (1918–1998) begann kurz nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager Buchenwald im April 1945, seine Erfahrungen im Konzentrations- und Vernichtungslager Majdanek in literarischer Form zu verarbeiten. Er legt jedoch keine nüchterne Schilderung des Lebens und Leidens der jüdischen Häftlinge vor, sondern reflektiert tiefgründig die Psychologie und Reaktionen der Opfer und ihrer Henker von der SS. Strigler kaschiert nicht die Fehler und menschlichen Schwächen der Opfer, über die er wie von Wesen aus Fleisch und Blut berichten möchte. »Majdanek« wurde bereits 1947 auf Jiddisch veröffentlicht.
Yechiel Szeintuch, Professor an der Hebräischen Universität Jerusalem, ist ein profunder Kenner des literarischen Werkes von Mordechai Strigler und verfasste die Einführung zur deutschen Ausgabe von »Majdanek«.

Vita

Mordechai Strigler

Der jiddische Schriftsteller und Journalist Mordechai Strigler wurde 1918 bei Zamość (Polen) geboren. Während der Nazizeit war er Häftling verschiedener Arbeits- und Konzentrationslager. Kurz nach seiner Befreiung emigrierte er nach Paris und begann, seine Erfahrungen in der Tetralogie »Verloschene Lichter« niederzuschreiben. Er war damit einer der ersten Schoah-Überlebenden, die darüber schrieben. 1952 ging er nach New York und arbeitete bis zu seinem Tod im Jahr 1998 für jiddische Zeitungen. 1978 erhielt er den Itzik-Manger-Preis für Jiddische Literatur. Bei zu Klampen erschienen bereits die Vorgängerbände »Majdanek« (2016), »In den Fabriken des Todes« (2017) und »Werk C« (2019).

Frank Beer

Frank Beer, Jahrgang 1965, ist promovierter Naturwissenschaftler und wissenschaftlicher Mitarbeiter einer Bundesbehörde in Bergisch Gladbach. Er hat die vielbeachtete Quellenedition »Nach dem Untergang. Die ersten Zeugnisse der Shoah in Polen 1944–1947« initiiert und mitherausgegeben. Seine Übersetzungen von Zeitzeugenberichten erschienen in Büchern und im Internet.

Pressestimmen

Ein literarischer Gewinn, ein poetisches Meisterwerk, eine starke Aufarbeitung des wohl schwärzesten Kapitel deutscher Geschichte!

Carpe Gusta Literatur, 01.11.2024

Die Berichte bewegen sich in einer Grauzone zwischen Literatur und Dokumentation. Auch der kompetenten Übersetzung ist es zu verdanken, dass die emotionale Gewichtung des Texts gut vermittelt wird und die Erzählungen Striglers auch 75 Jahre nach der Entstehung fesseln.

Steffen Hänschen, Medaon – Magazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung, Nr. 12, 01.01.2018

Ein Bild des Grauens, nur selten erhellt von winzigen Funken der Menschlichkeit. Der Autor beschreibt auch die Deformierung und Entmenschlichung von Persönlichkeiten. Nicht wenige Häftlinge wurden selbst zu Mördern oder zu willigen Helfershelfern der eigenen Henker.

Gerd Bedszent, BIG Business Crime, 01.11.2017

Schilderung der menschlichen Abgründe berührt zutiefst. (…) Leistung des Zeitzeugenberichts besteht auch darin, dass Strigler den Leser direkt anspricht und begreiflich macht, dass ›keine Sprache der Welt‹ die Dimension der Erfahrung von Holocaust-Überlebenden offenbaren kann.

Kathrin Kiefer, Informationen. Wissenschaftliche Zeitschrift des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933–1945, Nr. 86, 01.11.2017

Plastisch und eindringlich schreibt er über die Auswirkungen des alltäglichen Lager-Terrors auf die einfachen Häftlinge. (…) Eines der wichtigsten Zeugnisse über Majdanek, das viel zum Verständnis der Häftlingspsyche über dieses eine Lager hinaus beiträgt.

Wissenschaftlicher Literaturanzeiger (Justus-Liebig-Universität Giessen), 01.03.2017
17 weitere Pressestimmen Weitere Pressestimmen ausblenden

Strigler dokumentiert sensibel wie hellsichtig und präzise, dass man auf das Grauen des Holocaust außer mit Albträumen auch mit präziser Beschreibung reagieren kann.

Daniel Alexander Schacht, Ostsee-Zeitung, 01.11.2016

Striglers Wahrheit ist bitter, die Lektüre tut streckenweise richtig weh. Aber durch viele Zeilen strahlt – im Angesicht des Todes – auch echte Lebensenergie.

Robert Probts, Süddeutsche Zeitung, 01.11.2016

Eine hohe literarische Qualität, die für mich zum Wertvollsten gehört, was ich bisher in diesem Bereich gelesen habe. (…) Wer sich eingehender mit dem Thema Holocaust befasst, sollte Strigler unbedingt gelesen haben. (…) Spät, aber nicht zu spät in deutscher Sprache erschienen.

buchimpressionen.de, 01.11.2016

Gequält berichtet Strigler von seinen Erfahrungen und Erlebnissen. Nüchtern, bisweilen distanziert. (…). ›Majdanek‹ entwickelt eine poetische Kraft, die das große schriftstellerische Talent seines Autors beweist.

Benedikt Bögle, Die Tagespost, 01.10.2016

Drastischer als in der meisten Belletristik. (…) Und wie aktuell eine 70 Jahre alte Zeugenaussage sein kann, wie weitsichtig man schon 1946 spätere Projektionen, Verdrängungen und Schuldzuweisungen vorausahnen kann, das führt Striglers Buch vorblildlich vor Augen.

Daniel Alexander Schacht, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 01.10.2016

Mitunter entfaltet der Text einen solchen Sog, dass er wie eine Live-Reportage aus dem Lager daherkommt. (…) Strigler hat eines der wichtigsten Zeugnisse über Majdanek geschrieben, das viel zum Verständnis der Häftlingspsyche über dieses eine Lager hinaus beiträgt.

Markus Roth, Arbeitsstelle Holocaustliteratur, 01.09.2016

Eine interessante und zugleich furchtbare Lektüre.

Barbara Möller, DIE WELT, 01.09.2016

Präzise und nüchtern schildert Strigler die Strukturen und Abläufe in ›Majdanek‹. (…) Er steht in einer Reihe mit Namen wie Imre Kertész, Primo Levi, Paul Celan und Tadeus Borowski.

Florian Keisinger, Fixpoetry, 01.09.2016

Striglers Report, sein Kaddisch, nun erstmals in deutscher Sprache, ist herzabschnürend, atemnehmend, erschütternd.

Wina – Das Jüdische Stadtmagazin, 01.08.2016

Striglers Erinnerungen sind nicht nur ein wertvoller Zeitzeugenbericht, sondern beeindrucken auch durch ihre herausragende literarische Qualität und die psychologische Durchdringung des Erlebten.

Larissa Dämmig, ekz Bibliotheksservice, 01.07.2016

›Majdanek ist aus zwei Gründen eine literarische Sensation‹, schreibt Rezensentin Susanne Klingenstein. Sie nennt die außergewöhnliche Qualität des Lager-Schriftstellers Strigler und attestiert ihm eine skalpellscharfe Beobachtung sowie erbarmungslose Klarheit.

Susanne Klingenstein, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.06.2016

Striglers Bericht erschüttert und entsetzt. Authentisch ist das Grauen in den faschistischen Vernichtungslagern wiedergegeben, in denen ›Homo homini lupus‹, der Mensch des Menschen Wolf war.

Ernst Preuß, Neues Deutschland, 01.05.2016

Ein Bericht, der zugleich nüchtern von der Ermordung der europäischen Juden wie auch poetisch von ihrem Überleben erzählt. (…) Der Wille zum Überleben ist auch das intensivste, das aus ›Majdanek‹ herausgelesen werden kann.

hagalil.com – Jüdisches Leben online, 01.05.2016

Beklemmende Erinnerungen. (…) Eine verdienstvolle Entscheidung des Verlags. (…) Am stärksten hebt sich ›Majdanek‹ von anderer Erinnerungsliteratur durch Striglers Sprache ab. Sie ist poetisch und das lässt diesen besonderen Zeitzeugenbericht noch lange im Gedächtnis nachhallen.

Landeszeitung Lüneburg, 01.04.2016

Ein ebenso ergreifendes wie formal und literarisch hochinteressantes Buch. (…) Neben den historischen Erinnerungen hat das Buch aber auch literarische Qualitäten. (…) Ein besonderer Blick auf die Shoa!

Christoph Huppert, Radio aktiv, 01.04.2016

Striglers Buch ist keine nüchterne Sachverhaltsschilderung des Alltags der jüdischen Häftlinge, sondern eine ausdrucksvolle Aufarbeitung des Erlebten. Er beschreibt mit bitterem Blick sowohl die Opfer als auch die Täter. (…) Nichts für zart besaitete Gemüter.

historisches-sachbuch.weebly.com, 01.04.2016

Striglers Bericht (…), der jetzt zum ersten Mal in deutscher Sprache erscheint, gehört zum Besten, was die Zeugnis-Literatur hervorgebracht hat. (…) Die Lektüre ist ein Gewinn. Die Übersetzung von Sigrid Beisel verdient hohes Lob.

Wolfgang Benz, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, Nr. 6, 01.01.2016

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