Hermann Löns: Verehrt als Naturpoet und Umweltschutzpionier, verschrien als Kitschautor und geistiger Wegbereiter der Nationalsozialisten. Mehr als 600 deutsche Straßen sind nach dem Heidedichter benannt, seine Werke erreichten Millionenauflagen. Wenig bekannt ist indessen die Frau, mit der Hermann Löns in zweiter Ehe verheiratet war: Lisa Hausmann-Löns, eine selbstbewusste Frauenrechtlerin und Pazifistin, die nach dem Tod ihres Mannes auch den Nachlass verwaltete.
Auf der Grundlage von bisher nicht beachteten Briefen, Dokumenten und literarischen Texten hat Heinrich Thies die ungleichen Ehepartner erstmals in einer Doppelbiografie vor dem Hintergrund geschichtlicher Beben und Umwälzungen einfühlsam porträtiert. Sie zeigt zum einen, wie Hermann Löns nach literarischen und journalistischen Erfolgen, psychischen Krisen und Alkoholexzessen die Balance verlor und in den Krieg zog. Und sie zeigt zum anderen, wie Lisa Löns sich gegenüber ihrem berühmten Mann behauptete – als Übersetzerin, als Autorin und als Mutter des geistig und körperlich behinderten gemeinsamen Sohnes.
Im Anhang ist die vergessene Novelle 'Largo' von Lisa Hausmann-Löns nachzulesen.
Vita
Heinrich Thies
Jahrgang 1953, studierte Germanistik, Politik, Philosophie und Journalistik. Er war Reporter bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und ist Autor zahlreicher Bücher, so auch der Studie »Ronny Rieken. Portrait eines Kindermörders« (2005) sowie der Romanbiographie »Die verbannte Prinzessin. Das Leben der Sophie Dorothea« (2007). Des Weiteren bei zu Klampen erschienen: »Schweinetango« (2009), »Das Mädchen im Moor« (2010), »Hilferuf aus dem Folterkeller« (2014) und »Mein Herz gib wieder her« (2016).
Pressestimmen
Zwei Lebensgeschichten, die Zeitgeschichte sind: Heinrich Thies hat ein fundiertes, verdienstvolles Werk vorgelegt. Er bringt uns einen Autor nahe, den wir mit gutem Grund kaum noch verstehen – und der doch zum schwierigen Erbe dieses schwierigen Landes zählt.
Einen ersten Zugang zu einem literarischen und rezeptionsgeschichtlichen Phänomen bietet Thies Buch allemal.
Eine gründlich recherchierte ›Romanbiografie‹. (...) Heinrich Thies (...) beschreibt das Szenario der Grablegung (am 2. August 1935 bei Tietlingen, Anm. d. Verlags) denkbar stimmungsvoll.
Heinrich Thies befreit den Dichter von gängigen Klischees. Und würdigt die Lebensleistung seiner Frau Lisa-Hausmann-Löns, die sich gegen die spätere Vereinnahmung ihres Mannes durch die Nazis zur Wehr setzte (...).
Eine lesenswerte Doppelbiografie, den Heidedichter sollte man dagegen in Frieden ruhen lassen.
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Ein Werk, das vor allem versucht, Lisa aus dem Schatten ihres berühmten Mannes hervortreten zu lassen. (...) Diese Intention ist gelungen.
Einfühlsame Doppelbiografie. (...) Ein Buch mit vielen Fakten und vor allem ein Buch über eine Frau, die zu Unrecht im Schatten ihres berühmten Mannes stand.
Auch auf den Heidedichter wirft die Romanbiografie ein neues Licht.
Thies zerstört die Kindheitsillusionen vom erfolgreichen Heidedichter, der laut Biografie alles andere als ein ›Heideversteher‹ war.
Man merkt sehr schnell, dass der Autor sich sehr lange und sehr tief mit dem ungleichen Leben und dem Werk des Journalisten- und Schriftsteller-Ehepaars beschäftigt hat.
Die Ehegeschichte liest sich hochinteressant. (...) Packend geschrieben, so dass man sich auch identifizieren kann mit diesen Figuren. Das ist toll gemacht, ich habe das gern gelesen.
Einfühlsam porträtiert.
Die hervorragende Doppelbiografie gehört in alle Bibliotheken.
Wer Löns in seinem Wirken und Wesen nicht aus der verklärten Sicht erleben möchte, ist gut beraten, sich das Buch zu kaufen.
Die Doppelbiografie ist im Grunde ein Plädoyer für eine differenzierte Betrachtung des umstrittenen Künstlers und vor allem des Menschen Menschen Hermann Löns. Und eine Huldigung der Frau in seinem Schatten, die sicher einen großen Anteil an seinem Erfolg hatte.
Die Mischung aus Fakten und Fantasie funktioniert. Mit zunehmender Spannung verfolgt man die ungewöhnliche Liebesgeschichte. (...) Thies gelingt ein erstaunliches Doppelporträt.
Das Verdienst des Buches liegt (...) zum einen darin, dass er Löns vom Sockel stößt, auf den ihn viele (...) gewuchtet haben. (...) Zum zweiten hat Heinrich Thies auch ein Buch über Lisa Hausmann-Löns geschrieben (...) und das ist die weitaus spannendere und ehrenwertere Person.
Thies hat das ungleiche Paar in einer Weise porträtiert, die manche Klischees erschüttert und daher spannende Diskussionen nach sich ziehen könnte.
Auf der Basis umfangreicher Recherche nimmt sich Thies dieser beiden Lebensgeschichten an.
Das Buch bietet kurzweiligen Lesestoff. Am Ende kann man nachvollziehen, warum Lisa Löns sich dafür aussprach, dass die Briefe ihres Mannes ›einem Psychiater vorgelegt werden, aber nicht dem großen Publikum‹.