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Oliver Decker · Marliese Weißmann · Johannes Kiess · Elmar Brähler

Die Mitte in der Krise

Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland

Herausgeber: Friedrich-Ebert-Stiftung

24,00 €
Einband
Softcover
Format
14,80 × 21,00 cm
Umfang
176 Seiten
Erscheinungstermin
22.08.2012
ISBN
978-3-86674-172-0
Status
lieferbar

Diese Studie untersucht die Entwicklung rechtsextremer Einstellungen im Zeitverlauf der Jahre 2002 bis 2010 und bettet die Analyse in den aktuellen gesellschaftspolitischen Zusammenhang der Finanz- und Wirtschaftskrise ein. Mit Blick auf die ökonomische »Mitte« der Gesellschaft wird der Frage nachgegangen, ob es einen Zusammenhang zwischen Ökonomie und rechtsextremen Einstellungen gibt bzw. ob und wie sich die ökonomische Krise auch in einer politischen Krise auswirkt.
Die Studie verzeichnet eine signifikante Zunahme antidemokratischer und rassistischer Einstellungen. Insbesondere chauvinistische und fremdenfeindliche Einstellungen nehmen dramatisch zu und dokumentieren krisenbedingte Mechanismen der Abwertung gegenüber »Fremden«. Parallel dazu nimmt die Zustimmung zur Demokratie deutlich ab. Mehr als 90 % der Bevölkerung halten es für sinnlos, sich politisch zu engagieren, und glauben nicht, Einfluss auf die Regierung nehmen zu können.
Die mit der Wirtschafts- und Finanzkrise einhergehenden gestiegenen Zustimmungswerte zu rechtsextremen Aussagen deuten darauf hin, dass die Unterstützung der Demokratie im Falle einer (wahrgenommenen) Bedrohung des wirtschaftlichen Wohlstands gefährdet ist.
Der Wohlstand bringende Kapitalismus scheint als Garant für das demokratische System zu fungieren, der Stolz auf den »Wirtschaftsstandort Deutschland« ersetzt als »narzisstische Plombe« das Bedürfnis der Deutschen nach Zu- bzw. Unterordnung unter eine Autorität. Wird das Wohlstandsversprechen der Ökonomie nicht eingelöst, droht das demokratische Fundament zu wackeln.

Vita

Foto Oliver Decker

Oliver Decker

ist u. a. Direktor des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung an der Universität Leipzig. Zusammen mit Elmar Brähler leitet er seit 2002 die Leipzig-Studien zu autoritären und rechtsextremen Einstellungen in Deutschland.

Marliese Weißmann

Marliese Weißmann, Jahrgang 1982, von 2008 bis 2010 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig, seit September 2010 Stipendiatin der Friedrich Ebert Stiftung. Bei zu Klampen veröffentlichte sie »Die Mitte der Krise« (2012).

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Johannes Kiess

Johannes Kiess, Jahrgang 1985, Politikwissenschaftler, seit 2011 Promotion am Lehrstuhl für Sozialpolitik, Institut für Soziologie, Universität Leipzig.

Elmar Brähler

Elmar Brähler, Jahrgang 1946, Prof. Dr., Leiter der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Universität Leipzig und u. a. Mitglied im Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten. Bei zu Klampen veröffentlichte er »Die Mitte in der Krise« (2012).

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