Die Ökonomisierung erfasst den menschlichen Körper, er wird zur Ware. Am deutlichsten ist das in der modernen Medizin. Sie braucht den Körper als Ressource, ob in der Stammzellforschung oder der Organtransplantation. So wird der menschliche Körper und werden seine Teile zum Handelsgut.
Das war der Körper im historischen Umbruch zur Moderne schon einmal: Der ganz Europa erfassende Reliquienhandel machte menschliche Körperteile zum begehrtesten Handelsgut – und zum Heilsgut. Mit dieser Vorgeschichte wird auf einen Schlag sichtbar, dass der Griff nach dem menschlichen Körper keine ökonomische Landnahme ist: Waren-Gesellschaft und moderne Medizin verbindet mehr, als sie an ihrer Oberfläche zu erkennen geben.
Der für die Psychoanalyse Freuds und für die Theorie Marx’ so zentrale Begriff des Fetischismus wirft ein Licht auf den »theologischen Glutkern« (Adorno) von kapitalistischem Markt und moderner Medizin. Die »untergründige Geschichte des Körpers« (Horkheimer/Adorno) ist an zentraler Position in einer Dialektik der Aufklärung.
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Vita
Oliver Decker
ist u. a. Direktor des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung an der Universität Leipzig. Zusammen mit Elmar Brähler leitet er seit 2002 die Leipzig-Studien zu autoritären und rechtsextremen Einstellungen in Deutschland.
Pressestimmen
die lesenswerte Studie lässt erkennen, dass der Segen des Fortschritts (…) vom ›Rückfall in die Barbarei‹ nicht zu trennen ist.
Geniale Darlegung
Decker hat eine interessante Lektüre vorgelegt, aus der kein Fatalismus spricht, sondern der es um Erkenntis gerade der Grenzen und des Ursprungs unserer Praktiken geht.
ein kluges Buch