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Tilman Allert

Der Mund ist aufgegangen

Vom Geschmack der Kindheit

12,90 €
Einband
Hardcover
Format
11,50 × 18,50 cm
Umfang
96 Seiten
Erscheinungstermin
19.10.2016
ISBN
978-3-86674-536-0
Status
lieferbar
Auch lieferbar als E-Book:
ePub 10,99 € ISBN 978-3-86674-494-3

Marcel Proust hat der Madeleine ein literarisches Denkmal gesetzt, Günther Grass die »Ahoj«-Brause in der »Blechtrommel« verewigt. Doch wer feiert heute noch den süßen Schmerz, den der Genuss eines Himbeerbonbons verursachte, wer erinnert sich an das Lässigkeitsversprechen des Kaugummis, dem heimlichen Verbündeten der Reeducation, wer gedenkt noch der giftgrünen Verheißung der »Götterspeise«?

Mit diesen überaus amüsanten Capriccios, in denen hie und da etwas Wehmut aufscheint, lässt Tilman Allert die Geschmäcker einer Kindheit in den frühen Jahren der Bundesrepublik aufleben: wie ein vorsorglich in der Hosentasche verstautes »Vivil« über die Befangenheit vor dem ersten Kuss hinweghalf, was der verlockend leuchtende Liebesapfel seinem Esser an Geschicklichkeit abverlangte, welcher Zungenakrobatik es bedurfte, um die Hostie vom Gaumen zu lösen und wie ein Kamillendampfbad dem Kranken alle Sinne gleichermaßen vernebelte – einfach unwiderstehlich und höchst amüsant.

Vita

Tilman Allert

Tilman Allert, geboren 1947, studierte Soziologie in Freiburg, Tübingen und Frankfurt am Main. Seit 2000 ist er Professor für Soziologie und Sozialpsychologie an der J. W. Goethe-Universität Frankfurt. Als Gastdozent lehrt er in Berlin, Tiflis und Eriwan. Er schreibt regelmäßig für verschiedene Tageszeitungen (u.a. für die »Frankfurter Allgemeine«, »Neue Zürcher«, »Die Welt«). Zu seinen bekanntesten Buchveröffentlichungen zählen »Der deutsche Gruß. Geschichte einer unheilvollen Geste« (2005) und »Latte Macchiato. Soziologie der kleinen Dinge« (2015).Bei zu Klampen veröffentlichte er »Der Mund ist aufgegangen« (2016).

Pressestimmen

Lesenswert!

Hendrik Werner, Weser Kurier, 01.02.2018

Neben dem Wecken von Erinnerungen bereitet dieses Buch ein vorzügliches Lesevergnügen.

Erich Garhammer, Lebendige Seelsorge, 01.01.2017

Allert i(s)st ausgewogen genug, den Lesern auch grausame Geschmackserfahrungen zuzumuten.

Hendrik Werner, Weser Kurier, 01.01.2017

Hochbekömmliche Essaypralinen über kindliche Geschmackserfahrungen.

Marc Reichwein, Die Literarische Welt, 01.12.2016

Streng wissenschaftlich und amüsant mit Simmels Soziologie und Plessners Anthropologie gedeutet.

Lorenz Jäger, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.11.2016