In den frühen Tagen des ersten Weltkriegs, noch bevor die Front wirklich eröffnet ist, wird der junge Offizier Adrien Fournier bei einem Aufklärungsritt von der Explosion einer Granate erfaßt, sein Gesicht bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Es folgen fünf Jahre im Pariser Hospital Val-de-Grâce, in einem Zimmer mit zwei anderen, deren Gesichter ebenfalls verstümmelt sind. Was für Hoffnungen darf sich ein junger Mann noch machen, der mit dem Gesicht auch seine Identität verliert? Marc Dugain schildert das bedrückende Vegetieren in der engen Offizierskammer des Hospitals, die entstehende Freundschaft unter den Leidensgenossen, ihre Hoffnung auf neue chirurgische Techniken und ihre Verzweiflung über das unwiederbringlich verlorene Antlitz, die angewiderten und dennoch ehrfürchtigen Reaktionen der Landsleute, als die Verstümmelten sich ein erstes Mal wieder auf die Pariser Boulevards wagen. Die fast altertümlich anmutende Sprache Dugains, die dem Leiden wie dem Willen zum menschenwürdigen Leben ohne aufgesetztes Pathos Ausdruck verleiht, hat Die Offizierskammer in Frankreich zur 'literarischen Entdeckung des Jahres' gemacht.
Vita
Marc Dugain
Marc Dugain, Jahrgang 1957, ist Vorstandsvorsitzender einer Pariser Investmentfirma. In seinem Debütroman »Die Offizierskammer« beschreibt Marc Dugain die authentische Geschichte seines Großvaters.
Pressestimmen
Der Leser bekommt nicht das Gefühl, er müsse Mitleid haben, denn Dugain erzählt die Geschichte seines Großvaters mit hintergründigem Galgenhumor und scheinbarer Heiterkeit.
Mit einer angesichts der Thematik bewundernswerten Leichtigkeit (geschrieben), nüchtern, zurückhaltend, aber menschlich sehr ergreifend. Empfehlenswert.
Der kleine Roman (…) von Marc Dugain ist ein großes Buch. Es ist deshalb ein großes Buch, weil es uns mit wenig literarischen Mitteln viel zu sagen hat.
Autor Marc Dugain und seiner Übersetzerin ist es gelungen, dem schweren Stoff eine erstaunliche Leichtigkeit zu verleihen. (…) Ein bemerkenswerter Roman.
Auch dieses kleine Meisterstück psychologischer Differenziertheit hat viele Leser verdient.
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Dugains Erzählung, die in Frankreich gerade mit dem Prix Roger Nimier ausgezeichnet worden ist, ruft zurück, was Krieg bedeutet, indem sie ihm ein individuelles Gesicht gibt.
Ein superbes Kleinod, eine packende atmosphärische Dichte.
Die Offizierskammer ist ein Roman von seltener Unaufgeregtheit. Ohne erkennbare Anstrengung, zurückhaltend, in einem nüchternen Stil, der niemals kalt wirkt. So entsteht die Innenansicht eines Versehrten. Sie ist auch das Portrait einer Epoche.
Dieser (Anti-)Kriegsroman aus dem Hinterland bewegt durch die sachliche, nüchterne Erzählweise.