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Peter Hoeres

Rechts und links

Zur Karriere einer folgenreichen Unterscheidung in Geschichte und Gegenwart

Reihenherausgeber: Anne Hamilton

Reihe: Essayreihe

24,00 €
Einband
Hardcover
Format
11,50 × 18,50 cm
Umfang
216 Seiten
Erscheinungstermin
13.10.2025
ISBN
978-3-98737-043-4
Status
lieferbar
Auch lieferbar als E-Book:
PDF 19,99 € ISBN 978-3-98737-448-7
ePub 19,99 € ISBN 978-3-98737-449-4

»Rechts« und »links« entfalten als politische Kampfbegriffe eine zunehmend destruktive Wirkung. Peter Hoeres spürt der historisch allgegenwärtigen Verbreitung der Rechts-links-Unterscheidung in Religion, Kultur und Sprache nach. Er plädiert für eine nüchterne Betrachtung unserer kulturellen Deutungsschemata.

Nach dem Ende der Sowjetunion galt die Unterscheidung »rechter« und »linker« politischer Strömungen als veraltet. In einer globalisierten Welt sollten politische Entscheidungen nicht mehr durch ideologische Kategorien bestimmt, sondern fortan sachgerecht getroffen werden.
Spätestens nach den Terroranschlägen von 2001 erwies sich die Vorstellung vom Ende der Geschichte als Illusion. Seitdem kehrt das binäre politische Ordnungsmuster mit Macht zurück, allerdings neu akzentuiert. Kaum ein Mensch will und darf in Deutschland mehr rechts sein. Die Zuschreibung »links« ist hingegen weniger stark negativ belastet. Wie variabel die Positionierung zwischen den beiden Polen allerdings sein kann, zeigt sich mit Blick auf Selbstverständnis und Außenwahrnehmung der Nationalsozialisten und auf die Richtungskämpfe im Kommunismus.
Peter Hoeres belegt eindrucksvoll, dass die Renaissance des binären politischen Ordnungsschemas auf Konstanten beruht, die sich durch die gesamte menschliche Geschichte ziehen. »Rechts« war, im Gegensatz zu heute, historisch überwiegend positiv, »links« überwiegend negativ besetzt. Eine politische Umwertung erfolgte erst im Zuge der Französischen Revolution. Mit der zunehmenden normativen Zuspitzung droht das binäre Schema inzwischen zur Gefahr für den Rechtsstaat und das friedliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft zu werden.

Vita

Peter Hoeres

Peter Hoeres, geboren 1971, studierte Geschichte, Philosophie und Politikwissenschaft. 2011 habilitierte er sich und hat seit 2013 den Lehrstuhl für Neueste Geschichte an der Universität Würzburg inne. Seine Forschungsschwerpunkte sind internationale Beziehungen, Kultur-, Medien-, Wissenschafts- und Ideengeschichte.

Pressestimmen

Peter Hoeres zeigt in seinem aufschlussreichen Großessay auf, dass neben ideologischen Kriterien die allgegenwärtige Rechts-links-Unterscheidung sich durch die gesamte Menschheitsgeschichte zieht.

Kleine Zeitung, 14.02.2026

Hoeres (präsentiert) in seiner ebenso akribischen wie ironisch-humorvollen Arbeit (…) fundamentales Faktenwissen (…). Dem Verfasser (ist) zu dieser sorgfältig recherchierten (…) Studie zu gratulieren.

Dr. Martin Moll, Journal der juristischen Zeitgeschichte, Nr. 2, 2026

eine unbedingt lesenswerte Darstellung der Kulturgeschichte des wohl wichtigsten politischen Begriffspaars der Moderne

Sebastian Ostritsch, Die Tagespost, 20.11.2025

(M)an (wird) diesen Essay mit Gewinn lesen – sofern es darum geht, (…) politisch brisante Begriffe mit historischem Wissen und analytischer Präzision zu schärfen.

Konrad Paul Liessmann, Sachbücher des Monats von Die Welt, rbb, NZZ und ORF, Besondere Empfehlung des Monats Dezember, Besondere Empfehlung des Monats Dezember, 11.2025

Die originelle Studie ist mit ihrer prägnanten Mannigfaltigkeit fürwahr ein Kleinod. (…) Selten hat der Rezensent auf einem derart knappen Raum so dichte Informationen erhalten.

Eckhard Jesse, DIE WELT, 22.10.2025