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Cover In steter Freundschaft

Peter-Erwin Jansen · Christian Schmidt

In steter Freundschaft

Briefwechsel Leo Loewenthal und Siegfried Kracauer 1922-1966

Herausgeber: Peter-Erwin Jansen · Christian Schmidt

24,00 €
Einband
Softcover
Format
12,60 × 20,40 cm
Umfang
292 Seiten
Erscheinungstermin
01.04.2003
ISBN
978-3-934920-27-9
Status
lieferbar

Das 20. Jahrhundert ließ bürgerliches Leben in Weltkriegen, Inflation, Revolution und industriellem Massenmord versinken. Die Stetigkeit der bürgerlichen 'Normalität', an der sich die Individuen bis dahin ausrichten konnten, wurde zerstört. Wo die äußere Kontinuität des Bürgerlichen vergangen ist, kann Stetigkeit nur noch von den Individuen gestiftet werden. 'In steter Freundschaft', der Briefwechsel zwischen Leo Löwenthal und Siegfried Kracauer, ist ein Dokument des Aufbegehrens gegen den Verlust der Kontinuität. Er zeigt, wie zwei der bedeutendsten kritischen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts angesichts der Katastrophen ihre Freundschaft im Gleichklang mit ihren geistigen Positionen entwickeln und bewahren konnten. Der hier erstmals publizierte Briefwechsel, der etwa 180 Briefe umfaßt, beginnt im Jahre 1922 und endet erst mit Kracauers Tod im Jahre 1966. Er zeigt nicht nur die Beständigkeit der Freundschaft von Löwenthal und Kracauer, sondern auch, wie kompliziert das Beziehungsgeflecht zwischen Löwenthal, Kracauer, Adorno, Benjamin und Bloch oft war. Löwenthals letzte umfassende Rede, gehalten auf einer Konferenz zu Ehren von Siegfried Kracauer, vervollständigt den Band.
'Die Briefe verhelfen uns zu dem Privileg, Mithörer eines lebhaften und bewegten Gespräches zwischen zwei Menschen zu werden, die einer Lebensform huldigten, deren Abgesang Benjamin bereits vorher in ›Deutsche Menschen‹ beschrieben hatte – etwas voreilig, wie man im Lichte dieser Briefe meinen könnte.'
Aus dem Vorwort von Martin Jay

Vita

Foto Peter-Erwin Jansen

Peter-Erwin Jansen

Peter-Erwin Jansen, geboren 1957, studierte in Frankfurt am Main Philosophie, Germanistik, Soziologie und Politik. Er arbeitete als wissenschaftlicher Publizist. Als Vertreter der Nachlasseigentümer ist er für die Nachlässe von Herbert Marcuse und Leo Löwenthal verantwortlich. Er fungiert als einer der fünf Direktoren der International Herbert Marcuse Society (IHMS). Jansen lehrt an der Hochschule Koblenz, und hatte im Herbst 2019 eine Gastprofessur an der University of California in Santa Barbara inne. Bei zu Klampen erschienen »Das Schicksal der bürgerlichen Demokratie« (1999), »Kunst und Befreiung« (2000), »Philosophie und Psychoanalyse« (2002), »In steter Freundschaft« (2003), »Die Studentenbewegung und ihre Folgen« (2004), »Feindanalysen« (2007), »Ökologie und Gesellschaftskritik« (2009), »Der eindimensionale Mensch« (2014), »Kapitalismus und Opposition« (2017) und »Über Herbert den Greisen und Leo den Weisen« (2021).

Pressestimmen

Der Titel (…) trifft das Wesen dieser jahrzentelang aufrechterhaltenen Beziehung.

Lothar Baier, Deutschlandradio

Der Briefwechsel zwischen Siegfried Kracauer und Leo Löwenthal, das Zeugnis einer großen Freundschaft, erlaubt einen Blick in das Lehrerzimmer der Frankfurter Schule. (…) Beider Briefe sind eindrucksvolle Dokumente der Mitmenschlichkeit, die in schrecklichen Zeiten überlebt.

Wolf Lepenies, Süddeutsche Zeitung

So kann der Briefwechsel zwischen Leo Löwenthal und Siegfried Kracauer (…) auch als Ausdruck einer allen Widrigkeiten widerstehenden Beziehung freundschaftlicher Loyalität und Solidarität, Zeugnis eines gelebten realen Humanismus, verstanden werden.

Widerspruch, Münchner Zeitschrift für Philosophie

Der nun auch Außenstehenden zugängliche Briefwechsel füllt diesen scheinbaren Gemeinplatz von nicht nur einem, sondern zwei interessanten Menschen im Leben.

Martin Büsser, junge Welt

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