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Cover Mittelwärts

Ursula Krechel

Mittelwärts

Gedicht

Herausgeber: Heinz Kattner

Reihe: Lyrik Edition. Stiftung Niedersachsen, Band 22

17,00 €
Einband
Hardcover
Format
15,00 × 24,50 cm
Umfang
48 Seiten
Erscheinungstermin
28.03.2006
ISBN
978-3-933156-86-0
Status
lieferbar
Bezug
Nur über den Verlag zu beziehen

Mittelwärts – Sequenzen/
ICH NAHM mein Kindheitsflüßchen auf den Rücken/
mit Gras im Mund mit toten Fischen/
mein Rücken schmerzte nicht mit Gras/
kein Ruderschlag kein Nachen, ich nahm‘s/
nicht schwer und trug es weit über das Land/
das Land so flach gespreizte Straßenzüge/
die Rippen waren kräftig auch die Schultern/
schmerzten nicht, im Mund die Sprache fremd/
doch sehr klein blieb das Flüßchen wortlos/
in einem großen Land mit Gras im Mund/
es rann und tröpfelte in einer Spur/
in einem großen Land gespreizter Himmel/
ich hatte nie gedacht, daß ich es weitertrüge/
mit Entzücken mit toten Fischen nahm ich/
mein Kindheitsflüßchen flach und sprachlos jetzt/
der Mund der Rücken aufrecht gegen die Sonne/
grüne steile Hänge rundum und trug es weit
.'Ursula Krechels Bilder sind oft von einer Schönheit, die in
der gegenwärtigen Lyrik ihresgleichen sucht.'
Alexander von Bormann, Sender Freies Berlin
'Fesselnder, verstörender, konzentrierter, formstrenger hat
sie nie geschrieben…' Michael Braun, Stuttgarter Zeitung

Vita

Ursula Krechel

Ursula Krechel, Jahrgang 1947, studierte Germanistik, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte. Sie lebt als freie Autorin in Berlin. Für ihre Lyrik, Prosa, Theaterstücke und Essays erhielt sie zahlreiche Preise und Ehrungen. Bei zu Klampen veröffentlichte sie »Mittelwärts« (2006).

Foto Heinz Kattner

Heinz Kattner

Heinz Kattner, 1947 geboren, lebt als Schriftsteller und arbeitet als Lektor und Dozent bei Lüneburg. Er veröffentlichte mehrere Gedichtbände. Bei zu Klampen erschienen von ihm »Rückreise. Korrespondenzen. Zehn Jahre Lyrik und Grafik« (1990), »Unauffälliges Zittern. Drei Gedichtzyklen« (2001), »Als riefe jemand den eigenen Namen. Lyrische Prosa« (2007), »Lautloses Rufen. Lyrische Prosa« (2013), »Jahresringe« (2020) und »Gespräch mit dem gesammelten Du« (2024). In der von ihm herausgegebenen Lyrikedition (Edition Postskriptum bei zu Klampen) stellte er neue Autorinnen und Autoren neben bereits bekannte Lyrikerinnen und Lyriker. Er hat verschiedene Auszeichnungen und Stipendien erhalten und ist Mitglied im P.E.N.

Pressestimmen

Auch hier (…) fühlt sich die Lyrikerin Krechel gerade von jenen unspektakulären und unauffälligen Details in fremder Landschaft und Kultur angezogen, die – zum lyrischen Bild und Gebilde verdichtet – dem Leser neue Aspekte zeigen.

Frankfurter Rundschau

So spielt sie nicht nur das Motiv des Reisens aus, sondern auch die Schlaflosigkeit oder das Fremdsein in einer anderen Welt. Den eigentlichen Dreh jedoch verleiht sie ihrem Langgedicht, indem sie das sprechende Ich in Erinnerungswelten abtauchen lässt.

Neue Zürcher Zeitung

Ein Buch der Erinnerungen, Träume und Vorstellungen.

Salzburger Nachrichten

Ursula Krechels Bilder sind oft von einer Schönheit, die in der gegenwärtigen Lyrik ihresgleichen sucht.

Alexander von Bormann, Sender Freies Berlin (SFB)

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