Eine Riege junger Männer gelangte nach dem Zerfall der Sowjetunion aus dem Stand heraus zu fabelhaftem Reichtum: die »Oligarchen«. Allesamt einst Günstlinge Boris Jelzins, sind einige unter Putin inzwischen in Ungnade gefallen, der prominenteste von ihnen ist Michail Chodorkowski. Im eigenen Land fristen sie daher zumeist ein äußerst prekäres Dasein, im Westen aber dürfen sie sich als Märtyrer feiern lassen.
Nicht nur der zweifelhafte Ursprung seines Aufstiegs und die ostentative Zurschaustellung und beinharte Verteidigung seines Vermögens zeichnen den Oligarchen aus, sondern vor allem der »Wille zur Yacht«, die als unabdingbarer Ausweis seiner ökonomischen Potenz gilt.
Um global agieren zu können, muss der Oligarch seinen Einfluss auf der internationalen politischen Bühne geltend machen, sein Sozialprestige aufbessern. Welche Mittel er dafür einsetzt, davon berichtet Wolfgang Kemp, der die glamourösen wie auch klandestinen Auftritte des Oligarchen-Jetsets seit Jahren verfolgt. Er kennt die wechselnden Standorte ihrer Yachten, weiß über die Ausrüstung ihrer privaten Sicherheitsdienste Bescheid, gibt Einblick in ihre finanziellen Machenschaften, die nicht selten auch von westlichen Politikern gedeckt werden.
Vita
Wolfgang Kemp
Wolfgang Kemp, geboren 1946, war Professor für Kunstgeschichte in Kassel, Marburg und Hamburg. Seit seiner Emeritierung lehrt er an der Leuphana Universität Lüneburg. Er hat zahlreiche Publikationen zur Kunstgeschichte, Architektur und Fotografie vorgelegt und schreibt regelmäßig für Zeitungen und Zeitschriften. Bei zu Klampen veröffentlichte er »Der Oligarch« (2016), »Der Scheich« (2018) und »Irgendwie so total spannend. Unser schöner neuer Sprachgebrauch« (2025).
Pressestimmen
Wunderbar ironisch sowie geistreich geschrieben (…). Ein kenntnisreiches und amüsantes Essay
Der Autor hat sehr intensiv recherchiert, liefert eine Menge Fakten, die man in so konzentrierter Form sonst kaum findet. (…) Kemp glossiert treffend die Unfähigkeit westlicher Osteuropaforschung, die vor ihren Augen stattfindende Entwicklung zu begreifen.
Kemps Buch wird man vor allem mit Gewinn lesen, wenn man durch das Anekdotische und den Sozialtyp Oligarch hindurchschaut auf eine abstraktere Oligarchie, die alle Staatswesen bedroht.
Ein aufklärend kluges, ein hellwaches und brillant geschriebenes Buch.
Kemp trägt solche Fakten im lakonischen Plauderton vor. (…) Die Wahrheiten, die dabei zutage treten, sind ebenso schlicht wie erschreckend.
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Für jeden, der sich beruflich verändern und gern mal Oligarch werden möchte, hat Wolfgang Kemp das perfekte Lehrbuch geschrieben. Der kluge Essay zählt auf, was dazu unabdingbar ist.
Kemp bewegt sich anekdotisch durch die Welt der Kleptokraten, von der Yacht auf die Datscha ins Offshore-Paradies.
Witzig geschrieben.
Kemps Text imponiert durch die Breite seiner Lektüren und die bildkräftigen Formulierungen.
Man wird den Glauben an das Gute und an die Gerechtigkeit verlieren.
ein( ) brillant geschriebene(r) Essay
Dieser Essay zeichnet das Profil dieser neuen Klasse der Superreichen zusammen.