Bilddokumente aus den Gaskammern von Auschwitz gibt es so gut wie keine. Denn die Täter setzten alles daran, mögliche Zeugen und Dokumente des industriellen Massenmords zu vernichten. So wurden auch die Mitglieder der Sonderkommandos in Auschwitz vernichtet – Juden, die unter Aufsicht der SS die Arbeit in den Gaskammern erledigen mußten: die vergasten Mitglieder des eigenen Volkes »verwerten«, rasieren, Goldzähne herausbrechen, zu den Krematorien schleifen, verbrennen, die Asche abtransportieren.
Nur wenige dieser Sklaven der Gaskammer haben überlebt. Einer der Überlebenden war der Künstler David Olère, der unmittelbar nach der Befreiung begann, das Grauen künstlerisch zu verarbeiten und zu dokumentieren. Sein Sohn, der Schriftsteller Alexandre Oler, hat die Bilder seines Vaters zusammengestellt und Texte verfaßt, die in ihrer Ausdrucksstärke den Bildern nicht nachstehen. So ist mit »Vergessen oder Vergeben« ein einmaliges Dokument entstanden.
»Der Künstler David Olère ist der einzige Maler der Welt, der in den Krematorien von Auschwitz-Birkenau war, ihnen lebend entkommen konnte und seinen ganzen Willen und sein ganzes Talent darangesetzt hat, in seinen Bildern präzise Rechenschaft abzulegen.« Serge Klarsfeld
Vita
Alexandre Oler
Alexandre Oler, 1930 in Paris geboren, muss schon im Alter von 12 Jahren die Schule verlassen, weil er den gelben Stern trägt. Die Verhaftung des Vaters, die er selbst miterlebt, zwingt Mutter und Sohn in den Untergrund. Nach Kriegsende kann er eine Karriere in der französischen Industrie machen. Alexandre Oler lebt heute als Schriftsteller in Nizza.
David Olère
David Olère, 1902 in Warschau geboren, verlässt bereits 1918 Polen. Über Berlin kommt er 1923 nach Paris, wo er Kulissen, Kostüme und Filmplakate gestaltet, vor allem für Paramout Pictures. Im Februar 1943 wird er von der französischen Polizei festgenommen und über Drancy nach Auschwitz deportiert, wo er im Sonderkommando des Krematoriums III arbeiten muss. 1945 wird er auf einen Todesmarsch nach Mauthausen geschickt. Unmittelbar nach der Befreiung durch die US-Armee am 6. Mai 1945 beginnt er, das Grauen, das er erlebt hat, in seinen Bildern zu verarbeiten. David Olère stirbt am 21. August 1985 in Paris.
Pressestimmen
(Die Zeichnungen) zeigen in ihrer oft lakonischen Sachlichkeit das Grauen des Lagers ganz authentisch.
Entstanden ist ein herausragendes Buch-Dokument der Grausamkeiten, für die der Name ›Auschwitz‹ auch heute noch steht.
Davids Sohn Alexandre hat die Bilder seines Vaters mit kargen, erschütternden Texten versehen. 50 Jahre, schreibt er, habe er gebraucht, um den angemessenen Ton zu finden – man glaubt es ihm gern. (…) Schauen Sie nicht weg. Schauen Sie hin.
Es ist ein schonungsloses und tief emotionales Dokument des Häftlingsalltags und der Brutalität in Wort und Bild im Vernichtungslager Auschwitz, das zum Symbol für den millionenfachen Mord des nationalsozialistischen Deutschlands wurde.
David Olère überlebte auch, weil er Zeichner war. (...) Nun wurden Zeichnungen und Bilder von seinem Sohn Alexandre Oler veröffentlicht (...), die, wie mit einem scharfen Messer geschnitten, den Terror, die Perversionen und die Tötungen in den KZs knapp zusammenfassen.
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Gedichte und Bildlegenden, die, wie mit einem scharfen Messer geschnitten, den Terror, die Perversionen und die Tötungen in den KZs knapp zusammenfassen. Aber dann diese Zeichnungen und Bilder! Wie Protokolle des nazisitischen Wahns.
Dem zu Klampen-Verlag ist mit diesem Bildband einmal mehr eine herausragende Edition gelungen. (…) beklemmende Zeugnisse einer menschenverachtenden Vernichtungsfabrik, die sich dem Betrachter durch den unmittelbaren Blick des Künstlers (…) geradezu einbrennen.
David Olères Zeichnungen und Bilder sind beklemmende Zeugnisse einer menschenverachtenden Vernichtungsfabrik, die sich dem Betrachter durch den unmittelbaren Blick des Künstlers – so merkwürdig und sarkastisch das klingen mag – geradezu einbrennen.
Scharf ging ›Shoah‹-Regisseur Claude Lanzmann mit Spielbergs Hollywood-Holocaust ins Gericht an der Ästhetik von Mahn- und Erinnerungsmalen entzünden sich bis heute Dispute. Mit David Olères Werken ist nun ein Genre repräsentiert, das es noch nie gab.
Mit dem vorliegenden Band ›Vergessen oder Vergeben‹ (…) ist ein eindrucksvolles historisches und künstlerisches Dokument nun auch im deutschsprachigen Raum zugänglich.
Das einzige bildnerische Zeugnis aus dem Inneren der Todeszone. (…) Mit dem vorliegenden Band von Alexandre Oler und David Olère ist ein eindrucksvolles historisches und künstlerisches Dokument nun auch im deutschsprachigen Raum zugänglich.
Ich wünsche den Bildern von David Olère viele Menschen, die sie ansehen, und den Texten von Alexandre Oler viele Leser.
Ich wünche den Bildern von David Olère viele Menschen, die sie ansehen, und den Texten von Alexandre Oler viele Leser.
Seine Erinnerungen an den Holocaust hat Olère gezeichnet und gemalt, (…) sein Sohn Alexandre, ein Schriftsteller, verdichtete die Werke 1995 zu einem Bildband, einer einzigartigen Dokumentation des Schreckens.
David Olère dokumentiert und interpretiert den Horror des Lageralltags, Brutalität und Absurdität. Seine Zeichnungen schrecken auf, beunruhigen, empören.
Ein bedrückend eindrucksvolles Zeitdokument und Zeugnis einer tiefen Übereinstimmung von Vater und Sohn.
Der Künstler David Olère ist der einzige Maler der Welt, der in den Krematorien von Auschwitz-Birkenau war, ihnen lebend entkommen konnte und seinen ganzen Willen und sein ganzes Talent darangesetzt hat, in seinen Bildern präzise Rechenschaft abzulegen.