Den Schriftsteller Martin Mosebach und den Maler Peter Schermuly (1927–2007) verband über 35 Jahre eine enge, fast symbiotisch zu nennende Freundschaft. Der um eine Generation ältere, gelehrte, geistig und künstlerisch enorm produktive, mit den eigenen Ressourcen verschwenderisch verfahrende Maler hatte entscheidenden Anteil an der Entwicklung des damaligen Studenten der Jurisprudenz zum Schriftsteller. Schermulys künstlerische Laufbahn verlief eigenwillig. Nachdem er die Ausdrucksmöglichkeiten der abstrakten Kunst für sich erschöpft sah, wandte er sich der figürlichen Malerei zu, ohne jedoch zum Renegaten zu werden: Auch als figürlicher Maler hat er die in seiner abstrakten Phase gewonnenen Fertigkeiten, speziell im Umgang mit Farbe, verarbeitet und weiterentwickelt. Ebenso wenig kannte er abgeschlossene Kunstepochen, vielmehr trat er beständig in Interaktion mit der Kunst vergangener Jahrhunderte, entdeckte mit unverstelltem Blick Neues, Überraschendes, wo alles schon gesagt schien. Über die Jahre hat Peter Schermuly Martin Mosebach immer wieder gemalt, es entstanden Studien, aber auch fertige Bilder. Bei diesen Ateliersitzungen war das Gespräch über Malerei untrenntbar mit der künstlerischen Praxis verwoben. 'Das Rot des Apfels' erzählt von diesen intensiven und hochgestimmten Modell-Sessionen, enthüllt die Korrespondenzen im jeweiligen künstlerischen Schaffen der Freunde, eröffnet den Lesern einen wahren Bilderkosmos. Als sicherlich persönlichstes Buch des Büchner-Preisträgers Martin Mosebach zieht es den Leser in einen fulminanten Austausch über das Malen und die Malerei hinein.
Vita
Martin Mosebach
MARTIN MOSEBACH, born 1951, lives in Frankfurt am Main. He has received many awards for his literary work, including the Heimito-von-Doderer Prize, the Kranichstein Literary Prize and the Georg-Büchner Prize. His published works include “Westend” (1992), “Eine lange Nacht” (2000), “Häresie der Formlosigkeit” (2002) [“The heresy of formlessness” (2006), expanded edition 2018], “Das Beben” (2005), “Schöne Literatur” ( 2006), “Der Mond und das Mädchen” (2007), “Stadt der wilden Hunde” (2008) and “Was davor geschah” (2010) [“What was before” 2014], “Der Ultramontane“ (2012) , "Peter Schermuly, Catalog raisonné" (2015), Hirmer Verlag München (english edition available), “Die 21“ (2018) ["The 21" 2018]. His collection of essays entitled “Du sollst dir ein Bild machen. Über alte und neue Meister” was published by zu Klampen in 2005.
Pressestimmen
›Das Rot des Apfels‹ (…) eröffnet den Lesern einen wahren Bilderkosmos. Als sicherlich persönlichstes Buch des Büchner-Preisträgers Martin Modebach zieht es den Leser in einen fulminanten Austausch über das Malen und die Malerei hinein.
Martin Mosebachs Buch ist auch dem interessierten Laien zugänglich, dem hier ein charmantes Experiment begegnet: ein künstlerisches Doppelporträt. Ein Autor beschreibt mit Worten einen Maler, der ihn auf der Leinwand beschrieben hat.
Mosebachs Monographie liest sich wie ein durchdringendes literarisches Porträt seines Malerfreunds, sagt aber ebenso viel über Martin Mosebach aus wie über Schermuly.
Und so ist dieses Buch über die ›Tage mit einem Maler‹ zu einem beeindruckend dichten literarischen Kammerstück geworden, das den Leser um viele Erkenntnisse über den Prozess der künstlerischen Arbeit reicher macht.
Wertvolle Miniaturen zu einer zeitgenössischen Ästhetik, wie sie von einem ganz der Malerei hingegebenen Künstler entwickelt worden ist und die ohne die Gespräche nur aus den sehr wenig bekannten Bildern und auch nur in einigen Aspekten herausgelesen werden könnte.
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Mosebach (…) (schafft) ein vielschichtiges Porträt des Freundes.
Es ist dieser Übergangspunkt zwischen der Wirklichkeit und den künstlerischen Formen und Materialien, den Martin Mosebach wie kein zweiter deutscher Schriftsteller in Sprache übersetzen kann.