Eine unscheinbar wirkende Eintragung Goethes in das Stammbuch eines Jugendfreundes bietet willkommenen Anlass, über das Weltbild der Goethezeit zu spekulieren, die Tagebuchnotiz eines seiner Zeitgenossen den Ausgangspunkt für vergnügliche Ausflüge in die Mentalitätsgeschichte. Ausgedehnte Streifzüge durch Antiquariate fördern bibliophile Kostbarkeiten zutage, die an sich schon bemerkenswert wären, doch bei genauerem Hinsehen weitere Fundstücke bergen: eine Widmung, ein Exlibris etwa, die den heutigen Besitzer in Zwiesprache mit dem ursprünglichen Eigentümer und dessen Zeit treten lassen.
Mosaikartig entstehen aus Einzelzügen literarische Porträts. Johannes Saltzwedels Essays sind wie geschaffen, G. K. Chestertons These zu belegen, das Teleskop mache die Welt kleiner, das Mikroskop hingegen größer. Denn er nimmt die kleinen, scheinbar nebensächlichen Dinge in den Blick und lebt in einer großen Welt der histo rischen und kulturellen Bezüglichkeiten, die er seinen Lesern in diesem Band anregend und unterhaltsam vermittelt.
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Vita
Johannes Saltzwedel
Johannes Saltzwedel, geboren 1962, ist promovierter Germanist und Kulturhistoriker und Goethe-Forscher aus Leidenschaft. Dreißig Jahre arbeitete er als Redakteur in Hamburg. Bei zu Klampen veröffentlichte er »Finderglück« (2010) und »Werthers Welt« (2023).
Pressestimmen
Das alles wird sprachlich elegant, aber unprätentiös dargeboten. Konkrete Bibliophilie quasi. Das Buch macht Lust auf mehr.
Der Autor versteht es dabei trefflich, den Staub der Geschichte wegzupusten und die ganze Farbenpracht früherer literarischer Werke freizulegen.