Politik

Die Zukunft des Terrorismus


Auflage
1. Aufl.
Einband
Hardcover
Umfang
170 Seiten
Erschienen
01. Sep 2002
Status
lieferbar
Format
12,00 x 18,50 cm
Sprache
Deutsch
Verlag
zu Klampen Verlag
ISBN-13
9783934920163
ISBN-10
3934920160

»Die Sprengkraft des Buches liegt in dem Versuch, Denkbarrieren aufzubrechen, die auch hierzuland nur zu oft den Blick auf die Fakten verstellen.« Deutschlandfunk

Bekämpfung des internationalen Terrorismus ist zum obersten Ziel einer weltweiten Allianz von Staaten geworden. Mit einer in dieser Größenordnung bisher unbekannten Anstrengung soll die Verkörperung des »Bösen schlechthin« niedergerungen werden. Eine nur dem kleinen Kreis von Eingeweihten bekannte Zahl sogenannter »Schurkenstaaten« steht auf der Liste potentieller Angriffsziele. Die Dämonisierung des Terrorismus aber hat zur paradoxen Konsequenz, daß bestätigt und verstärkt wird, was mit allen zu Gebote stehenden militärischen und geheimdienstlichen Mitteln bekämpft werden soll. Sebastian Scheerer wechselt in seiner Abhandlung »Die Zukunft des Terrorismus« daher die Perspektive von der einer unmittelbaren militärischen Bekämpfung zu der des Verstehens. Verstehen bedeutet dabei weder gutheißen, noch verzeihen. Scheerer will gedanklich nachvollziehbar machen, was Menschen zu terroristischen Handlungen motiviert und sie gegen alle Hindernisse und inneren Skrupel auch ausführen läßt. Nur in dieser Perspektive werden monströse Taten wie die Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon der Ratio zugänglich. Und nur in dieser Perspektive wird die Frage nach der Zukunft des Terrorismus überhaupt bearbeitbar. Betrachtet man Terroristen aber als auch rationale Akteure und Terrorismus als eine gelegentlich durchaus erfolgreiche Strategie der symbolischen Nutzung physischer Gewalt, kann auf ihn intelligenter reagiert werden. Während eine Welt ohne Raub und Mord kaum denkbar ist, muß die Hoffnung auf eine Welt ohne Terrorismus nicht von vornherein als unrealistisch gelten. Er entsteht nur unter sehr spezifischen Bedingungen. Starke gesellschaftliche Spannungen sind ebenso nötig wie die Existenz einer scheinbar unerschütterlichen Hegemonialmacht, eine extrem motivierende Ideologie und eine wirkungsmächtige Organisation. Erst wenn diese Bedingungen nicht mehr sind, kann auch der Terrorismus überwunden werden - nicht aber durch blinde militärische Bekämpfung.

Autor(en): Sebastian Scheerer.



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