Standort Bananenrepublik//Streifzüge durch die postkoloniale Welt

Hans Christoph Buch
Standort Bananenrepublik

Streifzüge durch die postkoloniale Welt

Hardcover, 206 Seiten
 

Epub 7,99 €
erhältlich bei:

» Libreka

Format: 12 x 19 cm
Erscheinungstermin: Juli 2004
ISBN 9783934920422
Lieferzeit: 2-3 Tage

16,00 € inkl. 7% MwSt. zzgl. Versand
Lieferzeit & Versandkosten


Inhalt

Wo liegen die Bananenrepubliken heute? In den subtropischen Zonen unserer Erde, wo die kleinen Länder zu Plantagen des Westens hergerichtet wurden und als abhängige Monokulturen verkommen? Oder mitten in Europa, wo mit monokulturellem Blick die Dritte Welt entweder als armes Opfer oder als irres Schlachthaus wahrgenommen wird? Standort Bananenrepublik – das ist hier wie dort. Hans Christoph Buch gehört zu den wenigen, die hier wie dort zu Hause sind. Daher sind seine Texte zu erfahrungsgesättigt für die Klischees beider Seiten. Seit mehr als drei Jahrzehnten bereist der Autor Krisengebiete und Kriegsschauplätze, auch abseits der gerade medienwirksamen Regionen, dokumentiert politische, kulturelle und ökonomische Umbrüche und darf für sich beanspruchen, einer der eindrücklichsten, kenntnisreichsten, unbeirrbarsten Berichterstatter zu sein. Hans Christoph Buch streift jedoch nicht nur als Reporter durch die postkoloniale Welt, sondern auch als homme de lettres. Ob Graham Greenes Aufenthalte im traditionsreichen »Grand Hotel Oloffson« in Port-au-Prince, Joseph Conrads unheimliche Erkundungen im »Herz der Finsternis«, Hermann Hesses Nachruhm in Asien, die sentimentalische Neigung der Linken zum chilenischen »Blut-und-Boden«-Dichter Pablo Neruda oder der versammelten Alternativ-Globetrotter zu Bruce Chatwin – dem Autor dienen sie als willkommene Aufhänger, um die gegenwärtige Situation in den exotischen Ländern zu durchleuchten. Standort Bananenrepublik zeigt die Vielseitigkeit des Schriftstellers Hans Christoph Buch: hinreißende erzählerische Passagen wechseln mit skrupulösen politischen Analysen, scharfe Polemiken mit literarischen Rückblicken und süffisanten Betrachtungen zum Zeitgeist.

Leseprobe: Hotelküchen haben den Vorteil, daß der Gast sie niemals zu betreten braucht, außer er hat einen perversen Hang zum Küchenpersonal. Trotzdem bin ich meinem Vorsatz untreu geworden und habe den Fuß in eine Hotelküche gesetzt, nach der Landung in Kinshasa, der Hauptstadt der Kongorepublik, die von ihrem damaligen Präsidenten, der mit vollem Namen Mobutu Sese Seko Kuku Ngbendu Wa Zabanga hieß, in Zaire umbenannt worden war. Am Fuß der Gangway nahm mich ein Koch mit weißer Mütze in Empfang und führte mich an der Paß- und Zollkontrolle vorbei zur Küche des Flughafenrestaurants, wo er den Deckel eines auf dem Herd stehenden Kochtopfs lüftete. In Erwartung leckerer Speisen lief mir das Wasser im Mund zusammen – ich hatte seit Stunden nichts mehr gegessen: Doch an Stelle von Hühnerschenkeln war der Topf bis zum Rand mit Rohdiamanten gefüllt, die der Koch mir für einen Spottpreis zum Verkauf anbot. Obwohl ich ungeschliffene Diamanten nicht von Glassplittern unterscheiden kann, legte ich damit den Grundstein zu einem beträchtlichen Vermögen, das, wie gewonnen, wieder zerrann – aber das gehört in ein anderes Kapitel meiner Geschichte, ebenso wie die verdächtig aussehenden Männer in braunen Uniformen, die mich unter einem Transparent mit der Aufschrift »Der neue Beaujolais ist da!« am Ausgang des Flughafens erwarteten.

Pressestimmen

»Die Reportagen vermögen uns weitaus mehr über den Zustand unserer Welt aufzuklären als die übliche Tagesberichterstattung.«
NDR, Buch der Woche


»Buchs Reiseberichte (...) erinnern in ihren besten, eindringlichsten Passagen an die meisterhaften Reportagen des polnischen Schriftstellers Ryszard Kapuscinski.«
Hans-Martin Lohmann, Die Zeit

Lesen Sie hier die vollständige Reszension auf zeit.de

»Hans Christoph Buch beschreibt (...)  parteiisch, ironisch, aber auch voller Entsetzen über das Elend, das uns Europäer noch sehr, sehr lange beschäftigen wird.«
Saarländischer Rundfunk, BücherLese

»Anschaulich geschrieben, präzise recherchiert, - beste Informationen.«
Das Parlament

»Die Beiträge (...)  gehören zum Besten, was in der kleinen Form des literarischen Reiseberichts derzeit auf Deutsch zu lesen ist.«
Jan Röhnert, Titel-Magazin

»Ein informatives Buch, geschrieben von einem Kenner der Geschichte und der Gegenwart Afrikas.«
Africa live - Politik/Wirtschaft/Kultur

»Als leichte Kost ist keiner der Texte zu bezeichnen, (...) zum Überprüfen des eigenen Standortes laden sie auch dann ein, wenn dem Autor widersprochen wird.«
Freddy Dutz, Eine Welt

»Die Mischung aus Erzählung, Reportage, Polemik, Analyse wird anspruchsvollere zeitgeschichtlich Interessierte ansprechen bzw. zu Widerspruch reizen.«
ekz-Informationsdienst

»Buchs (...) Sammlung gibt einmal mehr Zeugnis vom Engagement des Erzählers in der Rolle des Berichterstatters, Reporters, Interviewpartners, Kritikers.«
Neues Deutschland

»Er fesselt den Leser durch gekonnte Schilderungen und seine schonungslosen Analysen.«
Neue Deutsche Schule

»Beiträge, die es wert sind, nicht einfach vergessen zu werden, sondern deren Lektüre wichtige Impulse geben kann.«
Dritte Welt Materialien

» Hinreißende erzählerische Passagen wechseln mit skrupulösen politischen Analysen, scharfe Polemiken mit literarischen Rückblicken und süffisanten Betrachtungen zum Zeitgeist.«
Praxisjournal Buch

»Dieses Buch beschäftigt sich mit einem hochaktuellen Thema. (...) Wer durch lebendig geschriebene Essays (...) informiert werden will, ist mit diesem Büchlein gut bedient.«
Wirtschaft und Gesellschaft

»Sorgfältig komponierte Dia-Schau. Literarische Bilder und Szenen erscheinen schnappschussartig, aber eindrucksvoll auf der Projektionsfläche. (...) Wunderbar als Reiselektüre geeignet.«
der überblick

»Seine Berichte vermitteln aufschlussreich Hintergründe und Analysen.«
Zeitschrift für Politikwissenschaft

»Ein Vergnügen!«
Reh-Zensionen. Beilage zu Das Dosierte Leben

»Prägnant formuliert, aber auch in aller Eindringlichkeit die Dramen der Dritten Welt packend, ohne Widersprüche oder Ambivalenzen tilgen zu wollen.«
Literaturkritik.de