Vergessen oder Vergeben//Bilder aus der Todeszone

Alexandre Oler
Vergessen oder Vergeben

Bilder aus der Todeszone


Autoren: Oler, Alexandre; Olère, David;
Paperback, 120 Seiten
Format: 23 x 23 cm
Erscheinungstermin: Mai 2012
ISBN 9783866741713

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Inhalt

Bilddokumente aus den Gaskammern von Auschwitz gibt es so gut wie keine. Denn die Täter setzten alles daran, mögliche Zeugen und Dokumente des industriellen Massenmords zu vernichten. So wurden auch die Mitglieder der Sonderkommandos in Auschwitz vernichtet – Juden, die unter Aufsicht der SS die Arbeit in den Gaskammern erledigen mußten: die vergasten Mitglieder des eigenen Volkes »verwerten«, rasieren, Goldzähne herausbrechen, zu den Krematorien schleifen, verbrennen, die Asche abtransportieren.
Nur wenige dieser Sklaven der Gaskammer haben überlebt. Einer der Überlebenden war der Künstler David Olère, der unmittelbar nach der Befreiung begann, das Grauen künstlerisch zu verarbeiten und zu dokumentieren. Sein Sohn, der Schriftsteller Alexandre Oler, hat die Bilder seines Vaters zusammengestellt und Texte verfaßt, die in ihrer Ausdrucksstärke den Bildern nicht nachstehen. So ist mit Vergessen oder vergeben ein einmaliges Dokument entstanden.

Pressestimmen

»Der Künstler David Olère ist der einzige Maler der Welt, der in den Krematorien von Auschwitz-Birkenau war, ihnen lebend entkommen konnte und seinen ganzen Willen und sein ganzes Talent darangesetzt hat, in seinen Bildern präzise Rechenschaft abzulegen.«
Serge Klarsfeld

»Es ist ein schonungsloses und tief emotionales Dokument des Häftlingsalltags und der Brutalität in Wort und Bild im Vernichtungslager Auschwitz, das zum Symbol für den millionenfachen Mord des nationalsozialistischen Deutschlands wurde. ... So schonungslos wie die Bilder des Vaters komplettieren die Texte von Alexandre Oler das Gesamtbild des Grauens von Auschwitz. Der nächste Transport ist schon auf den Schienen.... Der nächste Transport ist schon auf den Gleisen unterwegs.... Der nächste Transport kann zur Selektion antreten.« In wiederkehrenden Satzfolgen verdeutlicht der Autor den fabrikmäßig betriebenen Massenmord.
dpa, Januar 2005

»Es existiert kein Foto aus dem Inneren der Krematorien oder der Gaskammern, die Arbeiten des jüdischen Malers David Olère sind das einzige bildnerische Zeugnis aus dem Inneren der Todeszone, das macht diese Arbeiten besonders wertvoll. ... Mit dem vorliegenden Band ›Vergessen oder Vergeben‹ von Alexandre Oler und David Olère ist ein eindrucksvolles historisches und künstlerisches Dokument nun auch im deutschsprachigen Raum zugänglich.«
Frankfurter Rundschau

»Scharf ging ›Shoah‹-Regisseur Claude Lanzmann mit Spielbergs Hollywood-Holocaust ins Gericht an der Ästhetik von Mahn- und Erinnerungsmalen entzünden sich bis heute Dispute. Mit David Olères Werken ist nun ein Genre repräsentiert, das es noch nie gab.«
Der Tagesspiegel

»Entstanden ist ein herausragendes Buch-Dokument der Grausamkeiten, für die der Name ›Auschwitz‹ auch heute noch steht.«
Handelsblatt, 21.1.2005

»Anders als in den bekannten Fotografien vom Tatort, die von Nazis geschossen wurden, dokumentiert sich hier endlich einmal nicht der Blick der Antisemiten auf ihre Opfer. Davids Sohn Alexandre hat die Bilder seines Vaters mit kargen, erschütternden Texten versehen. 50 Jahre, schreibt er, habe er gebraucht, um den angemessenen Ton zu finden – man glaubt es ihm gern.Schauen Sie hin. Schauen Sie hin. Schauen Sie nicht weg. Schauen Sie hin.«
Literarische Welt, 22.1.2005

»David Olère überlebte auch, weil er Zeichner war. ... Nun wurden Zeichnungen und Bilder von seinem Sohn Alexandre Oler veröffentlicht, zusammen mit dessen Gedichten und Bildlegenden, die, wie mit einem scharfen Messer geschnitten, den Terror, die Perversionen und die Tötungen in den KZs knapp zusammenfassen. Aber dann diese Zeichnungen und Bilder! Wie Protokolle des nazisitischen Wahns.«
Michael Ackermann, Kommune, Dez./Jan. 2004/2005

»David Olère dokumentiert und interpretiert den Horror des Lageralltags, Brutalität und Absurdität. Seine Zeichnungen schrecken auf, beunruhigen, empören.«
Neues Deutschland

»Dem zu Klampen-Verlag ist mit diesem Bildband einmal mehr eine herausragende Edition gelungen. David Olères Zeichnungen und Bilder sind beklemmende Zeugnisse einer menschenverachtenden Vernichtungsfabrik, die sich dem Betrachter durch den unmittelbaren Blick des Künstlers - so merkwürdig und sarkastisch das klingen mag - geradezu einbrennen.«
Deister-Anzeiger

»Ein bedrückend eindrucksvolles Zeitdokument und Zeugnis einer tiefen Übereinstimmung von Vater und Sohn.«
ekz-Informationsdienst

»Seine Erinnerungen an den Holocaust hat Olère gezeichnet und gemalt ... sein Sohn Alexandre, ein Schriftsteller, verdichtete die Werke 1995 zu einem Bildband, einer einzigartigen Dokumentation des Schreckens.«
Lüneburger Landeszeitung

»Ich wünche den Bildern von David Olère viele Menschen, die sie ansehen, und den Texten von Alexandre Oler viele Leser.«
Thomas Reichert, Im Gespräch. Hefte der Martin Buber-Gesellschaft

»Sie [die Zeichnungen] zeigen in ihrer oft lakonischen Sachlichkeit das Grauen des Lagers ganz authentisch.«
Muschelhaufen 2006. Jahresschrift für Literatur und Grafik