Zwangsarbeit im Raketentunnel//Geschichte des Lagers Dora

André Sellier
Zwangsarbeit im Raketentunnel

Geschichte des Lagers Dora

Hardcover mit Schutzumschlag, 629 Seiten
Format: 15.2 x 21.7 cm
Erscheinungstermin: September 2000
ISBN 9783924245955
Lieferzeit: 2-3 Tage

39,00 € inkl. 7% MwSt. zzgl. Versand
Lieferzeit & Versandkosten


Inhalt

Dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen sein würde, zeichnete sich für Nazi-Deutschland 1943 immer deutlicher ab. Desto mehr hofften die Verantwortlichen auf die geheime Raketenrüstung, auf »Wunder-« und »Vergeltungswaffen«, die das Kriegsglück doch noch einmal wenden sollten. Die fieberhaften Rüstungsanstrengungen der Nazis gerieten jedoch von zwei Seiten unter Druck. Erstens wurde im August 1943 die Forschungs- und Produktionsstätte für Raketen in Peenemünde durch alliierte Luftangriffe weitgehend zerstört. Zweitens wurden die Arbeitskräfte für die Rüstungsindustrie immer knapper, je umfassender die männliche deutsche Bevölkerung im »totalen Krieg« für den Fronteinsatz rekrutiert wurde. Das Konzentrationslager mit dem Codenamen »Dora«, im südlichen Harz gelegen, sollte beiden Problemen abhelfen. In einer unterirdischen Fabrik konnte die Raketenproduktion vor Luftangriffen geschützt fortgesetzt werden. Als schier unerschöpfliches Arbeitskräftereservoir dienten die Häftlinge, die gezwungen wurden, die Fabrik im Tunnel auszubauen und die berüchtigte »V2«-Rakete zu produzieren. Dora ist bis heute sagenumwoben. Ebensowenig wie die Nazis während des Krieges wollten die Alliierten danach, daß der Schleier um das Geheimlager gelüftet würde, da sie die Forschungsleistungen der Wissenschaftler um Wernher von Braun nun selbst für ihre Raketenprogramme zu nutzen gedachten. So war in der bisherigen Literatur hauptsächlich von den technischen Leistungen die Rede, nicht aber von den barbarischen Bedingungen, unter denen sie umgesetzt wurden. André Sellier, Historiker und selbst ehemaliger Lagerinsasse, ist es mit seinem Werk meisterhaft gelungen, diese Verquickung von Fortschritt und Barbarei aufzuzeigen. Er hat hunderte von ehemaligen Häftlingen befragt und die Berichte der Überlebenden mit dem vorhandenen Quellenmaterial über Dora zu einer einzigartigen Chronik dieses Lagers im besonderen und des Lagersystems im allgemeinen verwoben.


Pressestimmen

Lesen Sie hier auf faz.net eine Besprechung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

»Dieses gewichtige Buch ist wie ein Bergwerk voller Informationen. Durch seine Präzision und seinen Reichtum an Details verhilft es uns zu einer genaueren Vorstellung vom Lagersystem.«
La Quinzaine littéraire


»Das Buch von André Sellier ist eine der besten Untersuchungen, die es über ein Konzentrationslager überhaupt gibt. (...) André Sellier war Häftling, er hat es selbst erlebt. Er hat andere Häftlinge systematisch befragt, aber das wichtigste ist, daß er ein Historiker ist, er war Geschichtslehrer, er kennt das Handwerkszeug des Historikers, und diese Verbindung von eigenen Erfahrungen, den Augenzeugenberichten und der historischen Einordnung, die verschafft diesem Buch eine nahezu einzigartige Qualität.«
Eberhard Jäckel, Hessisches Fernsehen

Sellier »vereint in seinem rund 600 Seiten starken Band den Häftlingsbericht mit einem historischen Standardwerk.«
Buchmarkt

»Er hat ehemalige Häftlinge befragt und deren Berichte mit dem Quellenmaterial über ›Dora‹ zu einer einzigartigen Chronik dieses Lagers im besonderen und des Lagersystems im allgemeinen verwoben.«
Literatur-Report

»... ist dieses Buch ein beeindruckendes Zeugnis zur Geschichte Doras, das vor allem von der Authentizität der Aussagen der Überlebenden dieser Todesfabrik lebt.«
Die Glocke vom Ettersberg / Mitteilungsblatt der Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora

»Die Bedeutung der Arbeit von Sellier liegt nicht zuletzt darin, dass sie, dem Stand der Forschung entsprechend, die Einzigartigkeit des Lagers Dora herauspräpariert.«
Die Zeit, 14. Dezember 2000


»Der Autor rekonstruiert in seinem Buch die Geschichte Doras ganz neu. Er beruft sich in seiner umfassenden Monographie ›auf eine große Zahl von Erlebnisberichten‹ ehemaliger Häftlinge, auf verstreute Dokumente und andere Forschungsarbeiten. Eine Gesamtdarstellung Doras in dieser Form gab es bisher nicht.«
Evangelische Zeitung, 12. November 2000

»... eine Alltagsgeschichte des Leidens, die Sellier mit dem kühlen Blick des Pathologen erfasst, mit einer nüchtern-wissenschaftlichen Distanz, die erstaunlich ist für einen Mann, der selbst jahrelang nahe dem Tod leben musste.«
Ulfried Geuter, NDR 4, 29. Okt. 2000