Majdanek//Verloschene Lichter. Ein früher Zeitzeugenbericht vom Todeslager. Aus dem Jiddischen von Sigrid Beisel. Mit einem Vorwort von Yechiel Szeintuch

Mordechai Strigler
Majdanek

Verloschene Lichter. Ein früher Zeitzeugenbericht vom Todeslager. Aus dem Jiddischen von Sigrid Beisel. Mit einem Vorwort von Yechiel Szeintuch

Herausgeber: Beer, Frank;
Deutsche Erstausgabe
Paperback, 228 Seiten
 

18,99 €
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Format: 12.5 x 20.5 cm
Erscheinungstermin: März 2016
ISBN 9783866745278

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Inhalt

Mordechai Strigler (1918–1998) begann kurz nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager Buchenwald im April 1945, seine Erfahrungen im Konzentrations- und Vernichtungslager Majdanek in literarischer Form zu verarbeiten. Er legt jedoch keine nüchterne Schilderung des Lebens und Leidens der jüdischen Häftlinge vor, sondern reflektiert tiefgründig die Psychologie und Reaktionen der Opfer und ihrer Henker von der SS. Strigler kaschiert nicht die Fehler und menschlichen Schwächen der Opfer, über die er wie von Wesen aus Fleisch und Blut berichten möchte. »Majdanek« wurde bereits 1947 auf Jiddisch veröffentlicht. 

Yechiel Szeintuch, Professor an der Hebräischen Universität Jerusalem, ist ein profunder Kenner des literarischen Werkes von Mordechai Strigler und verfasste die Einführung zur deutschen Ausgabe von »Majdanek«.



Pressestimmen

»›Majdanek‹ ist aus zwei Gründen eine literarische Sensation«, schreibt Rezensentin Susanne Klingenstein in der FAZ-Rubrik »Literarisches Leben«. Sie nennt zunächst die außergewöhnliche Qualität des Lager-Schriftstellers Strigler, seine literarische Feinheit und auch Reflexionskraft. Zudem attestiert sie Strigler eine skalpellscharfe Beobachtung sowie erbarmungslose Klarheit und stellt ihn auf eine Stufe mit Literatur-Nobelpreisträger Imre Kertész.  Desweiteren unterstreicht Klingenstein die Bedeutung von »Majdanek« im Hinblick auf die Entdeckung einer Holocaust-Literatur, die bislang in der Öffentlichkeit kaum oder gar nicht wahrgenoimmen wurde.
Voll des Lobes ist die Rezensentin auch über Herausgeber Frank Beer und die Übersetzerin Sigrid Beisel.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. Juni 2016


»Ein ebenso ergreifendes wie formal und literarisch hochinteressantes Buch. (...) Neben den historischen Erinnerungen hat das Buch aber auch literarische Qualitäten. (...) Ein besonderer Blick auf die Shoa!«
Christoph Huppert in: Radio aktiv, 5. April 2016

»Striglers Buch ist keine nüchterne Sachverhaltsschilderung des Alltags der jüdischen Häftlinge, sondern eine ausdrucksvolle Aufarbeitung des Erlebten. Er beschreibt mit bitterem Blick sowohl die Opfer als auch die Täter. (...) Nichts für zart besaitete Gemüter.«
historisches-sachbuch.weebly.com, 19. April 2016


»Beklemmende Erinnerungen. Eine verdienstvolle Entscheidung des Verlags. (...) Am stärksten hebt sich ›Majdanek‹ von anderer Erinnerungsliteratur durch Striglers Sprache ab. Sie ist poetisch und das lässt diesen besonderen Zeitzeugenbericht noch lange im Gedächtnis nachhallen.
Landeszeitung Lüneburg, 16. April 2016


»Ein Bericht, der zugleich nüchtern von der Ermordung der europäischen Juden wie auch poetisch von ihrem Überleben erzählt. (...) Der Wille zum Überleben ist auch das intensivste, das aus ›Majdanek‹ herausgelesen werden kann.«
www.hagalil.com – Jüdisches Leben online, 5. Mai 2016


»Striglers Bericht erschüttert und entsetzt. Authentisch ist das Grauen in den faschistischen Vernichtungslagern wiedergegeben, in denen ›Homo homini lupus‹, der Mensch des Menschen Wolf war.«
Ernst Preuß in: Neues Deutschland, 7. Mai 2016


»Striglers Bericht (...), der jetzt zum ersten Mal in deutscher Sprache erscheint, gehört zum Besten, was die Zeugnis-Literatur hervorgebracht hat. (...) Die Lektüre ist ein Gewinn. Die Übersetzung von Sigrid Beisel verdient hohes Lob.«
Wolfgang Benz in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, Heft 6/2016


»Striglers Erinnerungen sind nicht nur ein wertvoller Zeitzeugenbericht, sondern beeindrucken auch durch ihre herausragende literarische Qualität und die psychologische Durchdringung des Erlebten.«
Larissa Dämmig in: ekz-Bibliotheksservice, 18. Juli 2016


»Striglers Report, sein Kaddisch, nun erstmals in deutscher Sprache, ist herzabschnürend, atemnehmend, erschütternd.«
Wina – Das Jüdische Stadtmagazin, August-September 2016


»Mitunter entfaltet der Text einen solchen Sog, dass er wie eine Live-Reportage aus dem Lager daherkommt. (...) Mordechai Strigler hat eines der wichtigsten Zeugnisse über Majdanek geschrieben, das viel zum Verständnis der Häftlingspsyche über dieses eine Lager hinaus beiträgt.«
Markus Roth in: Arbeitsstelle Holocaustliteratur, 28. September 2016


»Eine interessante und zugleich furchtbare Lektüre.«
Barbara Möller in: Die Welt, 17. September 2016


»Präzise und nüchtern schildert Strigler die Strukturen und Abläufe in Majdanek. (...) Er steht in einer Reihe mit Namen wie Imre Kertész, Primo Levi, Paul Celan und Tadeus Borowski.«
Florian Keisinger in: Fixpoetry, 24. September 2016


»Mordechai Striglers ›Majdanek‹ fesselt seinen Leser. Gequält berichtet er von seinen Erfahrungen und Erlebnissen. Nüchtern, bisweilen distanziert. (...). ›Majdanek‹ entwickelt eine poetische Kraft, die das große schriftstellerische Talent seines Autors beweist.«
Benedikt Bögle in: Die Tagespost, 8. Oktober 2016


»Unerhört aktuell. (...) Man merkt: Welches Leid Menschen ertragen können, aber auch, wozu die Bestie Mensch imstande ist, wird hier drastischer als in der meisten Belletristik und überdies dokumentarisch festgehalten. Und wie aktuell eine siebzig Jahre alte Zeugenaussage sein kann, wie weitsichtig man schon 1946 spätere Projektionen, Verdrängungen und Schuldzuweisungen vorausahnen kann, das führt Striglers Buch vorblildlich vor Augen.«
Daniel Alexander Schacht in: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 25. Oktober 2016


»Striglers Beschreibungen sind klar und drastisch. Sparsam verwendete, angemessen poetische Formulierungen schaffen eine hohe literarische Qualität, die für mich zum Wertvollsten gehört, was ich bisher in diesem Bereich gelesen habe. (...) Ein wichtiges Buch. (...) Wer sich eingehender mit dem Thema Holocaust befasst, sollte Strigler unbedingt gelesebn haben. Ein Buch, welches spät, aber nicht zu spät in deutscher Sprache erschienen ist.«
buchimpressionen.de, 9. November 2016


»Eine solche Aufrichtigkeit ist nicht in jedem Zeitzeugenbericht zu finden und auch nicht die Reflexionskraft Striglers. (...) Striglers Wahrheit ist bitter, die Lektüre tut streckenweise richtig weh. Aber durch viele Zeilen strahlt – im Angesicht des Todes – auch echte Lebensenergie.«
Robert Probts in: Süddeutsche Zeitung spezial, 29. November 2016