Flucht in Frankreich//Ein Romanbericht

Soma Morgenstern
Flucht in Frankreich

Ein Romanbericht

Herausgeber: Schulte, Ingolf;
Hardcover mit Schutzumschlag, 431 Seiten
Format: 15 x 21.5 cm
Erscheinungstermin: September 1998
ISBN 9783924245429
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Inhalt

Der Bericht gibt sich als Roman, hat aber wenig Fiktives. Als »arischer« Exilant Petrykowsy erzählt Morgenstern eingehend von seinen Erfahrungen in verschiedenen französischen Internierungslagern und von der riskanten Flucht vor der Gestapo nach Südfrankreich. Der facettenreiche Bericht umfaßt die Exilzeit nach dem Tode Joseph Roths und führt bis an die Fluchtpunkte Marseille und Casablanca, von wo Morgenstern 1941 über Lissabon nach New York entkam. So genau Morgenstern die Lebensbedingungen dieses elendsten Abschnitts der Exilzeit notiert, sein zwischen Anteilnahme, Ironie und Sarkasmus wechselnder Bericht gilt doch vor allem den Ängsten und Hoffnungen, der Resignation und der Umsicht, den Illusionen und den Versuchungen derer, die gleich ihm solchen Verhältnissen unterworfen waren. Darum auch ist seine Erzählung von Dialogen allerart bestimmt, von all den Gesprächen, Unterredungen, Debatten der Rat suchenden Exilierten. So bietet sein Buch, das hier erstmals veröffentlicht wird, nicht nur ein rares Dokument zum Internierungslager von Audierne, es zeichnet auch ein facettenreiches inneres Porträt einer Hauptfigur des Jahrhunderts, des Menschen auf der Flucht vor Gewalt.

Pressestimmen

»›Flucht in Frankreich‹ ist von doppelter Bedeutung. Einerseits als genaue Beschreibung der grausamen Internierung der Flüchtlinge in Frankreich und andererseits als autobiographischer Bericht des Autors, der in den letzten Jahren als einer der bedeutendsten Schriftsteller und Journalisten unseres Jahrhunderts durch die bewundernswert edierte Werkausgabe im zu Klampen Verlag wiederentdeckt wurde. (...) In dem Buch berühren besonders der sarkastische und ironische, dabei gleichzeitig so humane Tonfall und die genaue, authentische Wiedergabe der Gespräche und Gefühle der Emigranten oder Gefangenen. Dies macht das Buch auch weit lesenswerter und bedeutender als Lion Feuchtwangers ansonsten vergleichbarer Bericht ›Der Teufel in Frankreich‹. (...) Der Herausgeber Ingolf Schulte beschreibt in seinem umfangreichen Nachwort wie bereits in den früheren Büchern mustergültig den historischen und biografischen Kontext des Buches.«
Mit der Ziehharmonika Nr.9 März 2000

Lesen Sie hier eine Rezension der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auf faz.net

»Zu den bedeutendsten literarischen Darstellungen der Internierung österreichischer und deutscher Antifaschisten und Juden in Frankreich und ihrer Flucht vor den Nazischergen von Anna Seghers oder Lion Feuchtwanger hat sich nun eine wahre Kamee gesellt: ›Flucht in Frankreich‹.«
Junge Welt, 9. November 1999

»Den Text kennzeichnet wie alle schon veröffentlichten Bücher Soma Morgensterns eine große Sensibilität. Er schildert genau, eindrücklich und zugleich ironisch distanziert.«
Neues Deutschland, 26. Juli 1999


»In seinem geschickten Wechsel zwischen Ernst und Witz, Dramatischem und Komischem gelingt es Morgenstern, zu belehren und zu unterhalten.«
die tageszeitung, 3. Dezember 1998

»›Flucht in Frankreich‹ ist ein idealisierungsfernes Buch, wie man es lange suchen kann.«
Süddeutsche Zeitung, 19./20. Dezember 1998

»Indem (Morgenstern) die Fülle seiner Erfahrungen stets in Beziehung setzt zu ihren politisch-historischen Begleitumständen, betreibt er beides – und beides zugleich: narrative Innenschau der ›Alpdruckwelt‹ (Anna Seghers) und klarsichtige Zeitdiagnostik.«
Die Zeit, 11. März 1999


Lesen Sie hier die vollständige Rezension auf zeit.de

»Wer von Morgenstern nun allerdings einen Roman in dunklen Tönen erwartet, der hat nicht mit seinem aufhellenden ›sicheren Witz‹ (Musil) und mit seinem originellen Zugriff gerechnet.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. Februar 1999


»Soma Morgenstern (...ein) Schriftsteller von großer Eigenart und Schönheit. (...) ›Romanbericht‹ (...). ›Bericht‹ – weil für Historiker und Exilforscher eine Menge an Fakten enthalten sind. (...) Eine Fundgrube für (...) alle, die die Spuren antifaschistischen Exils festhalten wollen. Andererseits der ›Roman‹ (...). Ein bemerkenswertes und beeindruckendes Buch (...).«
Berliner LeseZeichen, 3/1999

Zur Gesamtausgabe: "Dem zu Klampen Verlag gebührt das Verdienst, jenen bis in die neunziger Jahre so gut wie unbekannten Autor durch eine elfbändige Werk-Ausgabe ins literaturwissenschaftliche Bewusstsein gehoben zu haben, wo ihm verdiente Rettung vor dem Vergessenwerden winkt.«
Südostdeutsche Vierteljahresblätter, Heft 2/2000