Dramen. Feuilletons. Fragmente

Soma Morgenstern
Dramen. Feuilletons. Fragmente

Herausgeber: Schulte, Ingolf;
Hardcover mit Schutzumschlag, 483 Seiten
Erscheinungstermin: September 2000
ISBN 9783924245443
Lieferzeit: 2-3 Tage

39,00 € inkl. 7% MwSt. zzgl. Versand
Lieferzeit & Versandkosten


Inhalt

Die beiden Schlußbände der Soma Morgenstern-Edition sollen, neben den Dramen, die zumeist kürzeren Arbeiten des Autors versammeln, in Zeitungen oder Zeitschriften Publiziertes, aber auch bislang Unveröffentlichtes aus dem Nachlaß. Der nun erscheinende vorletzte Band enthält die im engeren Sinne literarischen Arbeiten. Er wird eröffnet mit den beiden frühesten erhaltenen Texten Morgensterns, seinen in den zwanziger Jahren entstandenen Dramen. Das erste, »ER oder ER«, irisierend zwischen Traum und Wachsein der weiblichen Hauptfigur, konfrontiert die mythische Gestalt Don Juan Tenorio mit dem historischen Casanova. Morgensterns zweiten Bühnentext, das Drama »Im Dunstkreis«, hätte Alban Berg gern als Opernlibretto verwendet, aber er konnte die Selbstzweifel des Freundes nicht zerstreuen. Thematisch umkreist es die sozialen Bedingungen künstlerischer Produktion in der Moderne und zeichnet unter den Matadoren eines Wiener Literaten- und Künstlercafés den Schriftsteller Gavor, dessen skrupelloses Taktieren einem jungen Autor zum Verhängnis wird. Beide Dramen sind bisher unveröffentlicht und niemals aufgeführt worden. Die zweite und größte Abteilung des Bandes versammelt Morgensterns Feuilletons. Unter diesen Begriff werden hier alle die Texte gefaßt, die primär literarisch motiviert, also nicht Kritiken, Rezensionen oder Berichte sind. Er schrieb seine Feuilletons zwischen 1927 und Ende 1933, und zwar für die »Frankfurter Zeitung«, deren Wiener Kulturkorrespondent er bis April 1934 war. Nachdem er als Jude diese Stelle verloren hatte, entstanden nur noch zwei Texte dieser Art, die beiden einzigen Veröffentlichungen seiner Exilzeit. Den beiden im Nachlaß gefundenen Gedichten, den einzigen, die von Morgenstern erhalten sind, folgt in dem die Abteilung mit Fragmenten aus dem Nachlaß. Neben Skizzen zu einem dritten, nicht ausgeführten Drama mit dem Titel »Imago » aus der Zeit um 1925/26 und einer ausgeschiedenen Passage aus dem ersten Roman der Trilogie »Funken im Abgrund« werden alle erhaltenen Entwürfe zum Mechzio-Roman wiedergegeben, mit dem Morgenstern zu Beginn der vierziger Jahre seine Trilogie zu erweitern gedachte. Dieser Plan wurde durch die Nachrichten von der jüdischen Katastrophe zunichte gemacht. An seine Stelle ist dann Die Blutsäule getreten, die nach der mehrjährigen Lebenskrise Morgensterns unter großen Schwierigkeiten allmählich Gestalt gewann. Zwei frühe Ansätze zu diesem Buch beschließen den Band.

Pressestimmen

»Die vom Herausgeber sachkundig kommentierten Texte ergänzen auf wertvolle Weise das Gesamtbild Soma Morgnsterns, dessen Menschlichkeit sich zu einer unmenschlichen Zeit behauptete.«
Neue Zürcher Zeitung, 7./8. April 2001


»Aus heutiger Sicht erstaunt die Spannbreite der Texte (...). Viele erscheinen zu rhapsodisch, zu sperrig, zu eigensinnig, als dass man sie sich in den rationeller gewordenen Kulturspalten unserer großen Zeitungen vorstellen könnte. Gerade dieser literarische Überschuss freilich macht sie für uns heute interessant als mehr denn bloße Zeitdokumente.«
Süddeutsche Zeitung, 20. / 21. Januar 2001

Zur Gesamtausgabe: »Dem  zu Klampen Verlag gebührt das Verdienst, jenen bis in die neunziger Jahre so gut wie unbekannten Autor durch eine elfbändige Werk-Ausgabe ins literaturwissenschaftliche Bewusstsein gehoben zu haben, wo ihm verdiente Rettung vor dem Vergessenwerden winkt.«
Südostdeutsche Vierteljahresblätter, Heft 2/2000