Romane & Erzählungen

Vorsaison
Roman

Nicht mehr lieferbar: Dieser Titel kann ggf. noch als antiquarisches Werk über das Zentrale Verzeichnis Antiquarischer Bücher (ZVAB) bezogen oder über den Gemeinsamen Bibliotheksverbund (GVK) geliehen werden.


ZVAB Bibliothek (GVK)


Auflage
1. Aufl.
Einband
Hardcover
Umfang
174 Seiten
Erschienen
01. Okt 1999
Status
nicht mehr lieferbar
Format
13,00 x 21,00 cm
Sprache
Deutsch
Verlag
zu Klampen Verlag
ISBN-13
9783933156440
ISBN-10
3933156440

Jakob Pauli pubertiert. Seine Eltern behaupten zwar, er sei ein Sonntagskind. Er selbst aber sieht das ganz anders. Ein wenig zu klein für sein Alter, sportlich eine Null und ohne bei den Mädchen allzuviel Eindruck zu machen, scheint ihm die Welt eine einzige Verschwörung gegen sein Glück zu sein. Meistens jedenfalls. Martin Gülich schildert seinen Helden in der umstandslosen Sprache des Dreizehnjährigen, und gerade durch den drastischen Tonfall entsteht immer wieder ironische Distanz zum Geschehen. All die Ängste, die unerschütterlichen und doch so schnell sich wandelnden Urteile, die teils zögerlichen, teils ungeschickten, teils kecken Versuche, einen Platz als eigenständige Person zu finden, kurz: die unfreiwillige Komik der schweren Pubertätsjahre tritt in Gülichs Erstlingswerk mitreißend hervor. Martin Gülich, Jahrgang 1963, studierte Wirtschaftsingenieurwesen. Nach verschiedenen Anstellungen als Planungs- und Softwareingenieur lebt er seit 1997 in Freiburg/Breisgau als freier Schriftsteller. Leseprobe: ">Wer ist denn das?Werwer ist was?Jetzt stell dich nicht so andas hübsche Mädchen auf dem Fahrrad. Wer war das?Du kannst mir schon sagen, wenn du eine Freundin hastdas ist ganz normal in deinem Alter, weißt du!< Ich wußte nicht. Ich wußte nur, daß es nicht normal war, eine Freundin zu haben, die aussah wie Miss Ugly. Und es war auch nicht normal, einen Ball im Strafraum zu fangen, wenn man nicht Torwart war. Schon gar nicht im Halbfinale der Schulmeisterschaft. Es war nicht normal, einen Vater zu haben, der Elektroingenieur war und keine Ahnung von Elektro hatte, und es war nicht normal, nur einen Meter fünfzig groß zu sein, wenn man in die achte Klasse ging. Mein ganzes Leben war nicht normal. Das einzige, was normal war, war, daß ich nach einem beschissenen Tag meine Ruhe haben wollte. Das sah irgendwann selbst meine Mutter ein. Sie schloß die Tür und ging wieder nach unten. Ich setzte mich auf meinen Schreibtischstuhl und krakelte mit einem dicken grünen Filzstift den Einband meines Englischhefts voll. Dann heulte ich ein bißchen."

Autor(en): Martin Gülich.



Urheber