Wetterpapiere//Gedichte

Johann P. Tammen
Wetterpapiere

Gedichte

Herausgeber: Kattner, Heinz;
Hardcover, 47 Seiten
Format: 15 x 24.5 cm
Erscheinungstermin: April 1998
ISBN 9783933156419
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Inhalt

Johann P. Tammen zeigt in seinem neuen Gedichtband die Fülle seiner bilderreichen und sprachschöpferischen Poesie. in Menschengesichtern und Lebensläufen den Wettern und den Landschaften auf der Spur, webt er Gebilde aus dunklen Farben und hellem Lachen. Gedichte, die den Sprachraum mit Gedankenlicht erhellen.
Dieser Einzelband ist Teil der von der Stiftung Niedersachsen geförderten Lyrik Edition.


Leseprobe

Jonas geht hüpfen

Das Gras fängt an zu grünen die Eisen
bahnwaggons verlieren Rost und fern
schon in den Westlichen Beskiden
besteigt ein Mann mit festen Schuhen
einen Berg: weil es ihn gibt

Er hat das Klirren großer Steine
noch im Ohr und kennt
Maschinen die gehorchen ihm dämmert:
An dünnen Fäden haftet das Malheur

Das Kind hat gute Arme den Vater
zu beprahlen und in der Frühe
geht es hüpfen ein Nackedei
in schönster Sprachverfassung
die Bäume atmen flach: weil Winter ist
kobolzt Erinnerung durch Haus

Und fragt ob auch der Gast gewöhnt
ans Wetter heller Jahreszeiten noch weiß:
In jeder Nerve war zu spüren
Die schwefelnde Gewitterluft.

Zum Meersaum stieben bunte Bälle
und jagen himmelwärts die Enten wir
stapeln heillos weh uns ins Gemüt.

Und Tage lärmen jäh ins Land:
Hüpf Jonas. Hüpf.

Pressestimmen

»Ein eigentümliches Zwielicht herrscht in den ausladenden Tableaus Tammens. Wie der nachdunkelnde Firnis auf älteren Bildern, so überziehen seine Worte die ›Wetterpapiere‹.«
Forum


»Durch ästhetischen Feinschliff erlangen die Worte eine größere Faszination, als sie im Kontext normaler Präsentation besäßen, und die Sätze, beladen mit Bedeutungsgehalt, bewegen sich wie noch nicht eingedämmte, nicht begradigte Wasserläufe.«
Eßlinger Zeitung