Hingegend//Gedichte

Anne Duden
Hingegend

Gedichte

Herausgeber: Kattner, Heinz;
Leinen, Fadenheftung, 43 Seiten
Format: 14.8 x 24.5 cm
Erscheinungstermin: April 1999
ISBN 9783933156495
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Inhalt

Anne Dudens Gedichte zeigen vertraute Landschaften im fremden Blick. Ihre poetische Konzentration reizt die Gedächtnismuster und rückt im bildhaften Übersetzen eine in den Wörtern sich entfernende Welt nah an den eigenen Körper. Als würde beim Lesen die poetische Kraft der Autorin die gewöhnlichen Wahrnehmungswege umgehen und unmittelbar einleuchten, Gefühl und Erkenntnis gleichzeitig davon berührt.
Dieser Einzelband ist Teil der von der Stiftung Niedersachsen geförderten Lyrik Edition.

Pressestimmen

Lesen Sie hier eine Rezension der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auf faz.net

Leseprobe

Winter Reise

I Aufbruch

Aus der Luft
am Schub-, am Flugrand
abschließend und zwielichtig gesinnt
unter der einfrierenden Nickhaut
übergreifenden Winternachmittags
dem Ent- und Vergehenden
habselig entmachtet
plötzlich ans Herz gegriffen.

Aus- und Rückkehr
bloß
der Brüll- und Klageagentin
in belüfteter Flügelkabine.
Zu abfällig und entschärft
fürs Verenden
nach dem Verbacken aller Gefühle
zum Qualbestand
in dünnwandiger Notgemeinschaft.
Eingekreist und beschirmt
von weißer Beleuchtung
und warmer Handreichung
zum Essen zum Trinken
aschenfarben gewiß
in die vibrierende Außenbeuge geschmiegt
wird das Empfindungsbündel
- brummweise und hochgescheit nun -
Zünglein zwischen Äonensprachen.

(...)

Pressestimmen

»Ihre Wörter sind aufgeladen, sie bersten vor Energie, sie gehen den Leser an, man kann sie körperlich spüren.«
Süddeutsche Zeitung

»Man muss diese Gesänge (...) lesen wie die komplexen Partituren moderner Musik und sie doch zugleich auch mit dem Ohr des Herzens hören.«
Saarländischer Rundfunk

»Verse, die bewusst machen, dass eine Wirkung bedeutender Lyrik schon immer darin bestand, die Ausdrucksmöglichkeiten der Sprache zu erweitern.«
Literaturen

»Kleine Verschiebungen sind es, durch die Anne Duden in ihren gedichten Räume öffnet, immer weitere Assoziationsräume, in denen sie uns in verborgene Bildwelten entführt. Denn hinter den Dingen verbirgt sich immer mehr, als der erste Blick suggeriert.«
Stuttgarter Zeitung