Als riefe jemand den eigenen Namen//Lyrische Prosa

Heinz Kattner
Als riefe jemand den eigenen Namen

Lyrische Prosa

Hardcover, Fadenheftung, Schutzumschlag, 96 Seiten
Format: 15 x 24.8 cm
Erscheinungstermin: Januar 2007
ISBN 9783933156907
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Leseprobe

Der Weg
Zwei Männer auf einem Feldweg vom Berg herunter. Ihre Gesichter in der Abendsonne. Rechts und links ein Blütenschaum von Weißdorn und Schlehen. Unter ihren Füßen knirscht und rutscht Kalksteinbruch. Jeder trägt eine Idee ins Tal, von der er selbst nichts weiß. Auf ihrer Stirn vergeht im Wolkenschatten die Zeit. Eine junge Frau auf dem Fahrrad kommt ihnen von unten entgegen. Sie neigt ihren Kopf mit dem Körpergewicht zur einen, zur anderen Seite. Den blühenden Hecken zu. Als sie näher kommt, treten die Männer an den Wegrand. Wie schön sie ist, denken beide. An ihrer Halskette pendelt ein kleines Kreuz mit jedem Tritt in die Pedale. Ihre braunen Arme glänzen. Stoßweise atmet sie ins Schweigen. Wie jung sie ist, denken beide. …

Pressestimmen

»An der Wahl der Wörter, nicht so sehr am Sujet, erkennt man einen Dichter … Das Vokabular des Lyrikers Heinz Kattner ist kaum aus dem Trog der großen Begriffe geschöpft, sondern entstammt dem Fundus der klaren Worte. … statt intellektueller Gebärden eine aufgeschlossene Haltung, die Haltung dessen, der seine Wahrnehmungen, in dem er sie in Sprache übersetzt, kundtut.«
die horen

»Es sind die Reisen eines Schreibenden, der auch und vor allem in und mit der Sprache unterwegs ist.«
Oskar Ansull

»Da hat jemand seine Subjektivität formuliert, aber er hat sie nicht privatisiert. Was er versucht zu schraffieren…, hat immer mit uns zu tun, ist immer Berührung von Welt.«
Fritz J. Raddatz