Die Baracke der Dichter//Carlo Emilio Gadda und Bonaventura Tecchi im Celle-Lager 1918. Texte aus der Kriegsgefangenschaft

Oskar Ansull
Die Baracke der Dichter

Carlo Emilio Gadda und Bonaventura Tecchi im Celle-Lager 1918. Texte aus der Kriegsgefangenschaft

Herausgeber: Ansull, Oskar;
Autoren: Gadda, Carlo Emilio; Tecchi, Bonaventura; Gschwend, Ragni Maria; Übersetzerin; Stopfel, Ulrike; Übersetzerin; Gefördert von der RWLE Möller Stiftung;
Hardcover, 293 Seiten
Format: 12.5 x 20.5 cm
Erscheinungstermin: Oktober 2014
ISBN 9783866744011

24,00 € inkl. 7% MwSt. zzgl. Versand
Lieferzeit & Versandkosten


Inhalt

Jahre 1918 begegneten sich nördlich von Hannover, im berüchtigten »Celle Lager Scheuen« drei internierte italienische Offiziere: der Dramatiker Ugo Betti, der Schriftsteller Carlo Emilio Gadda und der Germanist Bonaventura Tecchi. Ihr leidenschaftliches Interesse für Literatur und der daraus entstehende Austausch half den drei Schicksalsgenossen, die Entbehrungen der Gefangenschaft zu überstehen.
Fast 100 Jahre später liegen Gaddas Gefangenentagebuch und Tecchis 
Prosaporträts »Baracca 15c« nun erstmals auf Deutsch vor und dokumentieren eindrücklich und bewegend die Zeit dieser Lagerhaft, die ihre Biografien entscheidend geprägt hat.

»Celle-Lager war nach allgemeinem Bekunden eines der härtesten unter den deutschen und österreichischen Gefangenenlagern, die im Ersten Weltkrieg den italienischen Offizieren vorbehalten waren.«
Bonaventura Tecchi

»Die vorsätzlichen deutschen Repressalien sind sehr hart ...: Man zittert 
im feuchten Wind, während die Deutschen gemütlich plaudern und ihre Späße machen. – Es herrscht eine absolute, strenge Grußpflicht gegenüber den deutschen Offizieren; sie zu vernachlässigen brächte die Zuwiderhandelnden ins Gefängnis.«

Carlo Emilio Gadda
 

Pressestimmen

»Eine beeindruckende Geste des Erinnerns: Gaddas Gefangenentagebuch und die Prosaskizzen von Tecchi dokumentieren eindrücklich und bewegend Zeit und Umstände ihrer Internierung.«
Rolf-Dieter Diehl in: Cellesche Zeitung, 1. Oktober 2014

 

»Il libro non mira ala rievocazione di una vicenda complessa e dolorosa del passato, ma piuttosto esprime la volontà di riflettere su un aspetto della tragedia europea della Grande guerra e, attraverso le opere di due grandi scrittori come Gadda e Tecchi, di ripensare alle communi radici di una cultura che a fatica e al duro prezzo di due guerre mondiali ha saputo ritrovarsi.«

Übersetzung:
»Das Buch soll nicht ein komplexes und schmerzhaftes Ereignis aus der Vergangenheit wieder wachrütteln, sondern es weckt eher die Bereitschaft, über einen Aspekt der europäischen Tragödie - des ersten Weltkrieges -  nachzudenken. Unterstützt durch die Werke von zwei großen Schriftstellern wie Gadda und Tecchi, soll man sich mit den kulturellen Wurzeln einer Gesellschaft beschäftigen, die es trotz großer Verluste und durch den hohen Preis zweier Weltkriege geschafft hat, sich zu finden.«
Rolando Anni in: Corriere della sera, 1. November 2014


 

»Eine Entdeckung außerhalb der gängigen Titel zum Krieg. (...) Ein großes Dokument menschlichen Leidens.«
Axel Kahrs in: Der Heidewanderer, Allgemeine Zeitung Uelzen, 15. November 2014


 

»Ein eindrucksvoller dokumentarischer Beitrag zur Geschichte der Kriegsgefangenenlager im Ersten Weltkrieg. (...)  Ein ausgezeichnet gestaltetes Buch der Erinnerung, sachkundig kommentiert und eingeleitet.«
Dietfried Krause-Vilmar in: Frankfurter Rundschau, 19. November 2014


 

»Ein gelungener Einblick in die damalige Zeit. (...) Oskar Ansull hat dafür gesorgt, dass das Gedenken an das Kriegsgefangenenlager in Scheuen, an das so genannte Celle-Lager, wachgehalten wird.«


Andreas Babel in: Cellesche Zeitung, 13. Dezember 2014

 

»In dem nicht alltäglichen Zusammenklang der drei Komponenten gewinnt ›Die Baracke der Dichter‹ dokumentarische Kraft auf mehreren Ebenen. (...) sehr ansprechend aufbereitet.«


Landeszeitung Lüneburg, 29. Dezember 2014

 

»Die teils zum ersten Mal auf Deutsch veröffentlichten Dokumente erschließen ein vergessenes Kapitel niedersächsischer Geschichte. Und sie zeigen, wie differenziert die italienischen Literaten den Krieg 1918 sahen.«
Simon Benne in: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 6. Februar 2015


 

»Ein reicher dokumentarischer Anhang beschließt das lesenswerte Buch.«
Thomas Meissner in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. Februar 2015


 

»Neben Gaddas eindrücklichen Schilderungen des Lageralltags mit seinen Entbehrungen und Schikanen bietet der neue Band ›Die Baracke der Dichter‹ auch informative Vor- und Nachworte sowie Erinnerungen des Germanisten Bonaventura Tecchi, der im selben Lager interniert war und sich mit Gadda anfreundete. Gerade im Zusammenspiel sind diese Zeugnisse, von Ragni Maria
Gschwend und Ulrike Stopfel glänzend u?bersetzt, ein grosser Gewinn und vermitteln ein packendes Bild der Zustände. (...) Anschaulicheren Geschichtsunterricht kann man sich nicht vorstellen.«
Maike Albath in: Neue Zürcher Zeitung, 8. April 2015


 

»Gut, dass es die Texte jetzt gibt.«
Lothar Müller in: Süddeutsche Zeitung, 21. Mai 2015


 

»Vorzüglich übersetzt. (...) Es ist im Jahr 2014 in den Medien viel an den Ersten Weltkrieg erinnert worden. Dieses Buch, in seiner Art einzigartig, möchte man allen Interessierten warm empfehlen, aber auch all jenen, die es nötig hätten, etwas darüber zu erfahren.«
Armin Ayren in: Freiburger Universitätsblätter, Heft 208, Juni 2015


 

»Entstanden ist ein gut und kompetent ausgestatteter Band, der hundert Jahre später noch einmal ganz neue Facetten des Kriegsgeschehens, in diesem Falle des ›Kreislauf des Hungers‹ (Gadda) in der Lüneburger Heide offenlegt, an deren Ende wenige Monate danach mehrere Millionen Tote stehen werden.«
Zibaldone 59, Frühjahr 2015


 

»Wie durch ein Wunder öffnet sich ein Zeitfenster, durch das wir in ein Jahr zurückblicken können, nach dem nahezu ein Jahrhundert vergangen ist.«
Schriftenreihe Regionale Gewerkschaftsblätter, Heft 69, 2017